Hohlpfannen verstreichen-aber wie

16.09.2012



Nachdem mein alter Pferdeunterstand am ca. 160 Jahre alten Fachwerkhaus (Ex-Schule, Ex-Wohnhaus, Ex-Flüchtlingshaus nun Pferdestall)nun komplett neu gebaut wurde, habe ich ein Problem:
Ich habe darauf bestanden die alten Hohlpfannen (tw. handgemacht) wieder auf die neue Lattung zu legen, zwecks Optik (soll zum Rest des uralten Dachs passen) und der Kosten. Sie liegen jetzt zwar mit mehr Überstand aber dicht ist das Dach nicht wirklich...Es tropft an verschiedenen Stellen.
Dem will ich mit Verstreichen entgegenwirken, klingt toll ist aber verdammt teuer, wie ich feststellen musste. Also muss Frau wohl selber ran, freu mich schon ganz dolle...
Aber wie geht das eigentlich genau? Dachdeckermörtel und dann? Einfach alles vollschmieren oder gibt es ne bestimmte Technik? Die Ziegel waren vorher nicht verstrichen, Mörtelreste sind nicht dran.Das Gefälle ist eher flach, dran kommt man recht gut mit Leiter.





Es gibt im Dachdeckerfachhandel spezielle Verstreichkellen.
Mörtel kann man sich selber mischen, nur nicht zu viel Zement rein machen und den Löschkalk nicht vergessen.



Sollte das Verstreichen...



.. nicht eher nur eine Zusatzmaßnahme sein, um bei stürmischem Wetter zu verhindern, dass Regen oder Schnee vom Wind wieder hochgedrückt wird?

Wenn das Dach schon an sich undicht ist, wird so eine Maßnahme m.E. auch nicht viel bringen. Sind es nur einzelne Stellen mit evtl. schadhaften Dachziegeln oder tropft es mehr oder weniger flächig?





Richtige Hohlziegel müssen verstrichen werden oder aber noch in alte Strohdocken gesetzt werden.

Die alten Hohlziegel haben keine Falze somit ist ein verstreichen zwingend notwendig.

Ich habe dieses mit alten Hohlziegel noch gelernt in meiner Lehrzeit.



Vorher...



... waren die Ziegel auch nicht verstrichen, trotz Nutzung als Schule, Wohnhaus etc.

Was ist jetzt, bei der Neueindeckung mit den alten Ziegeln anders gemacht worden?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man früher die beschriebene Undichtigkeit akzeptiert hätte.





Kannst Du ein Foto von der Dacheindeckung einstellen? wenn möglich auch die stellen die undicht sind.

Aber achte darauf, da wo es leckt muss es nicht undicht sein, dass kann auch an anderen stellen reinkommen und z.B. am Holzbalken entlang laufen usw.



Zusatzinformationen



-Das Dach ist pro 20m² an ca 4 Stellen undicht
-Das Haupthaus ist komplett verstrichen, der Unterstand war es nicht, da es ziemlich egal war und ist ob es durchregnet, mir ist es nur wichtig wegen der Lattung
-Der Unterstand ist nachträglich angebaut worden (sehr kreativ: 8x8 Balken statt Dachsparren auf 5m Länge, etc.) und mit alten Pfannen gedeckt worden
-Foto geht leider nicht-außer bei Facebook
-es handelt sich etwa um 60-70m² insgesamt





„Früher wurde eine Kalklöschbank, innen mit Eisen beschlagen, an der Lattung eingehängt. Mit der etwa 17 cm langen und 8-9 cm breiten Mörtelkelle wurde Kalk an den Seitenkanten und an den Kopfenden der Ziegel angebracht, mit schmalen, länglichen Fugenverstreichkellen wurden die sichtbaren Fugen verstrichen, geglättet und verdichtet.
Die Verwendung von Mörtel hatte nach heutigem Regelwerk wenig mit Regen- und Winddichtigkeit zu tun, sondern damit sollten die Ziegel besser gelagert werden, Einwehungen durch Wind und Schnee sollten gemindert werden…..“
Nur kurze Zusammenfassung aus: „Dachziegel als historisches Baumaterial“

Selbermachen kann ich Ihnen allerdings nicht empfehlen, dazu gehört schon einiges an Erfahrung. Wie soll das Dach denn nachher aussehen, wenn Sie so etwas noch nicht gemacht haben?
Ansonsten Kalk in richtiger Mischung und mit Zuschlägen (z.B. Dachshaar) benutzen, wässern usw.
Bei der Innenvermörtelung sind Quer-und Längsfugen und die Scheinstellen zu verstreichen. Im lederharten Zustand, nach ca. 15 Min., sollte ein Verdichten der Fuge erfolgen, um die enstandenen kleinen Schwindrisse zu verstreichen. Ein Nachnässen mit dem Pinsel bringt keinerlei Vorteile. Bei einem Hohlpfannendach kann ein richtiges Verstreichen etwas 20 – 25 Jahre halten.

Bernd Kibies





@C.Kloeren
Wer sich bei Facebook anmeldet, kann sich auch bei Fachwerk.de anmelden. Dann kann man auch Fotos hoch laden.

Bernd Kibies



Handbackerziegel



Also ich hab es anders gemacht..........Ein sauberes Unterdach aus Profilblech, auf die Wellen des Profils mit Blechschrauben die Latten befestigt und darauf dann die Hohlziegel aufgebracht.
Egal wieviel es regnet oder schneit, was an den Ziegeln vorbei geht landet auf dem Blechdach und läuft ab ohne einen Schaden anzurichten.

Evtl. eine Mailadresse angeben, dann sende ich ein Foto.

Viel Erfolg
Heinz-Josef



Sich hinterher so zu äußern...



... ist zwar blöd, aber sei's drum:

Warum habt Ihr denn nicht gleich vernünftig gedeckt? Die Ziegel stammen mit einiger Sicherheit aus einer der alten Tongruben im jetzigen Nord-Kreis Hildesheim (Algermissener Hohlpfanne), da hätte man schon noch was passendes auftreiben können...

Vom Aufwand/Nutzen her ist in der Tat zu überlegen, ob man nicht noch mal neu ansetzt... das mit dem Verschmieren wird wahrscheinlich keinen bleibenden Erfolg bringen... ich habe selbst mal ein paar Stellen ausflicken wollen: entweder landet die Pampe auf dem Boden oder auf dem Dach, und das war schon Fertigmörtel...

Wenn nochmal, dann mit richtigem Unterdach...

LG & gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner



Warum nicht gleich richtig



Tja warum hab ich wohl keine Unterkonstruktion gebaut und keine neuen alten Ziegel verwendet...weil ich dafür kein Geld habe. Warum warte ich denn nicht mit dem Neubau des Unterstands...weil er zusammengebrochen ist. Warum baue ich denn nicht wieder auf, wenn ich genug Geld habe...weil der Winter kommt und die Pferde ein Dach über den Köpfen brauchen. Sorry, aber ich muss sehen, wie ich irgendwie mit dem klarkomme, was ich habe und wollte einfach nur wissen, wie man mit welcher Mischung Dachziegel verstreicht, bzw. wie ich die paar Löcher zukriege, damit mir die neue Lattung nicht wegfault.

P.S. Was Facebook angeht, ich hatte die Bilder da gespeichert und komme da momentan nicht ran.





Meinen Sie die Bilder in Ihrem Album "Dachboden-vorher nachher"?
Wenn Sie nicht wirklich die große Lösung machen können, ich kann Sie verstehen, dann verstreichen Sie von innen. Sie sollten aber immer wieder mal nach starkem Regen einen Blick darauf werfen, ansonsten nachbessern. Wichtig ist, daß die Dachstuhlkonstruktion nicht dauerhaft durchnässt wird. Da ja nichts bei innen verbaut ist, kann Feuchtigkeit auch schnell wieder abtrocknen.

Bernd Kibies



Facebook



Ne die Fotos sind im Ordner "Unterstand" und dort ist das Problem noch weniger das Wasser auf dem Boden, als auf den Balken... Ich möchte halt das Ding nicht noch einmal aufbauen, einmal reicht völlig :)



Da gibts...



... kein Album "Unterstand"...

Wenn es sich um eher kleine Flickarbeiten (b.a.w.) handelt, dann verwende eine Fertigmischung, irgendwelche Experimente mit Kalk selber mischen halte ich in Deiner Situation für kontraproduktiv...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner