WDVS mit Backstein statt Putz?

31.12.2012



Hallo
wir bauen eine Scheune aus 1917 zu einem Wohnhaus um.
Die Aussenwände sind aus roten Backsteinen (Reichsformat), aber leider sehr baufällig, d.h. abgetragen werden müssen sie sowieso.
Der Plan war ursprünglich: Haus von innen massiv Mauern auf neuer Bodenplatte (bereits fertig), dann Aussenwände abtragen und die Mauern mit einen Wärmedämmverbundsystem + Putz isolieren.
Jetzt ist die Idee: statt die alten Ziegel zu verkaufen sie wieder vor das WDVS zu setzen.
Ist das sinnvoll/machbar? Die Optik reizt uns.
Es muss KfW55 erreicht werden, dass sollte aber durch Ziegel statt Putz kein Problem sein.

Lt. Angebot kostet uns nur der Putz (+ 2x streichen) für 230m² ca. 6.500,00.
Dafür würden wir ja sicherlich nicht verklinkern lassen können.

Die Fragen also:
- ist es sinnvoll ein WDVS mit 100 Jahre alten Steinen zu verkleiden?
- mit welchen Kosten muss man für die Dienstleistung des Verklinkerns + Mörtel rechnen?

Vielen Dank

Grüße
Maik



Aus



dem Bauch heraus: gehen müsste das prinzipiell, ich habe schon mit eigenen Augen beobachtet, wie ein Neubau mit Beton hochgezogen, mit Glaswolle(?) gedämmt und dann verklinkert wurde. Was für Probleme und Kosten sich dabei ergeben müssen die Profis wissen.

Was mir gefällt, wo ich aber leider wenig Insiderinformationen habe: sog. "Passivhausziegel", d.h. Lochziegel, deren Hohlräume mit Steinwolle gefüllt sind. Die versprechen laut Hersteller Passivhausstandard ohne äußere Dämmung.



Wenn...



... aus optischen Gründen verklinkert werden soll, ist auch ganz anderer Wand- und Dämmaufbau möglich und denkbar. Dies könnte mglw. spürbar preisgünstiger gegenüber dem angedachten WDV ausfallen.

Bei Verwendungswunsch der "alten" Steine möchte ich zur Berücksichtigung anregen, dass die Reinigung relativ aufwendig in weitgehend Handarbeit erfolgen muss, sowie durch die Tatsache, dass das Mauerwerk mit einiger Sicherheit nicht 100%ig geborgen werden kann, optisch passender Ersatz eher schwierig zu beschaffen sein wird.

MfG,
sh



Guten Morgen



Reinigung ist kein Problem, die Steine sind soweit sehr sauber, der Mörtel der daran haftet ist so sandig, def fällt fast von alleine ab.
Material ist reichlich vorhanden, da nur 50% der Scheune als Wohnhaus genutzt werden soll, den Rest als Garagen/Scheunenteil mit einer neu zu erstellenden Holzfassade. Das ist auch unumgänglich da die Fundamente aus Bruchsteinen bestehen und zu den Seiten weggedrückt werden, dort sind die Wände so krumm dass man tlw. eine ganze Hand zwischen die Ziegel stecken kann. Also können wir die Steine der Scheune für das Wohnhaus verwenden.

Grüße
Maik



Holzrahmenbau



Häuser in Holzrahmenbauweise werden aucht teilweise verklinkert.
Insofern ist es gar nicht so abwegig die alten Ziegel wieder zu verwenden.
Zu überlegen wäre auch ob die Wände gemauert werden sollen oder als Holzrahmenbau ausgeführt werden können.
In diese wird die Dämmung dann direkt integriert.



Lösung



Guten Morgen

wir werden das neu erstellte "Innenmauerwerk" von aussen Dämmen, dann den alten Ziegel wieder davor setzen.
Der Aufwand ist natürlich höher, aber wir brauchen keinen Klinker kaufen.
Aufpreis zum WDVS ist ca. 20%, das ist es uns wert.
Perfekte Optik und nie wieder streichen.

Danke für die Meinungen