Gefacheausmauerung - Leichtlehmziegel oder Poroton T8/T9 Ziegel

16.08.2009



Hallo,

leider habe ich auf meinen letzten versuch die Frage zu klären keine Antworten erhalten. Da ich mir nun nicht vorstellen kann, dass die geballte Kompetenz in diesem Forum nichts dazu sagen kann, ein neuer Versuch.

Ich möchte die Gefache eines Eichenfachwerkes (Balkenstärke 12 cm) neu ausmauern. Aussendämmung entfällt. Die Anforderungen an Homogenität und Dampfdiffusion sind mir aufgrund der vielen Einträge hier im Forum zumindest nicht fremd.

Stehe nun vor der Frage, ob eine Ausmauerung besser mit Leichtlehmziegeln oder mit Poroton T8/T9 Ziegeln ausgeführt werden sollte.

Beide Ziegelarten werden aus Lehm hergestellt und haben eine Wasserdamfdiffusionswiderstandszahl von 5/10.

Für die Leichtlehmziegel gibt Claytec einen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,47 W/mk bei 1200 er und 0,21 W/mk bei 700 er Ziegeln an.

Für die Poroton T8/T9 gibt Wienerberger eine Wert von 0,08 bzw 0,09 W/mK an.

Je kleiner dieser Wert, umso besser die Dämmung. Wenn ich da an die geringe Wandstärke denke ...

Von innen soll unabhängig der Ausmauerung eine Holzfaserplatte in Lehm eingebettet folgen.

Würde mich freuen, wenn Ihr mir bei der Entscheidung mit Euren Ausführungen weiterhelfen könntet. Was hab ich vielleicht übersehen?

Gruß in die Runde
Volker



Ausfachungen sollten mit homogenen Steinen gemauert werden.



Porotonsteine haben einen sehr hohen Lochanteil und sind allein deshalb nicht geeignet. Darüberhinaus sind Sie "im wahrsten Sinne des Wortes" leicht zerbrechlich,da die Steinaußenwände recht dünn sind. Homogener und fester sind die von Ihnen beschriebenen Leichtlehmsteine.Alternativ können auch alte, weichgebrannte Ziegelvollsteine verwendet werden. Der reine Dämmwert sollte hier keine entscheidende Rolle spielen.



Lochanteil



Hallo,

mit der Zerbrechlichkeit ist ein Aspekt, dem ich im Rahmen der Verarbeitung eine zu bedenkende aber nicht maßgebliche Rolle zugeordnet habe.

Hatte ich vergessen zu erwähnen, dass die "Löcher" in den Klassischen Poroton-Ziegeln bei den T8/T9-Ziegeln mit Perlite verfüllt sind. Man erhält somit einen "Voll"-Ziegel.

Es ist mir bewußt, dass ich bei einer Gefacheausmauerung neben dem Dämmwert aufgrund der Balken auch andere Kriterien berücksichtigen muss. Soweit ich verstanden habe ist hier der Feuchtetransport weg vom Holz mit entscheidend. Dies wird, wenn ich es richtig verstanden habe, über die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl angegeben. Diese ist bei beiden Ziegeln nach Herstellerangaben gleich.

Wenn nicht der Dämmwert, was dann soll die entscheidende Rolle spielen?

Also bitte Leute gebt mir durch Eure Postings weitere Anreize und Tipps.

Gruß in die Runde



wie groß



sind denn deine Poroton-Ziegel. Wichtig ist doch auch das handwerkliche. Wegen der Zerbrechlichkeit würde ich mehr Bedenken bei den ständigen Anpassungsarbeiten an den schrägen Hölzern und den Leisten zur Verzahnung am Fachwerk haben. Hast Du denn die nötige Schneidetechnik. Wenn nicht, wären Vollziegel zum "zuhauen" besser, die anderen zerbrechen Dir dann in den Händen. Als Test kannst Du ja mal einen Stein bearbeiten.....



ein wichtiges Kriterium ist die Mörtelfuge zum Holzgefach hin



Und da hat sich Lehm/LehmMörtel sehr gut bewährt, da er aufgrund seiner geringen Gleichgewichtsfeuchte das Holzwerk gut trocken halten kann. Sie legen großen Wert auf rechnerische Baustoff-Kennzahlen. Mir ist bekannt, daß ein homogener Lehmstein im Vergelch zum hart(tot) gebrannten Ziegelstein mind. 8mal mehr hygroskop. Feuchte aufnehmen kann, die er nach Klimaänderung auch schnell wieder abgibt.



Verarbeitung



Hallo,

die Verarbeitung der Ziegel - gleich welcher Art - steht und fällt mit dem richtigen Werkzeug. Für die Poroton-Ziegel gibt es entsprechende Sägen, die zwar nicht unbedingt billig sind, aber mit welchen sich die Ziegel in fast jede Form bringen lassen.

Setzen von Keilleiste ist in beiden Fällen erforderlich und Lehmmörtel am Holz kann bei beiden Ziegeln verwendet werden.

Nun ich lege nicht unbedingt Wert auf irgendwelche Kennzahlen allein um der Zahlen Willen, aber bei nur 12 cm Wandstärke und mit Sicherheit nicht fallenden Kosten für Heizenergie muss man schon überlegen.

Dem Hinweis auf die hygroskop. Feuchte werde ich noch nachgehen. Es ist offensichtlich nicht allein mit der Wasserdamfdiffusionswiderstandszahl getan.

Bislang sprichen nach Euren Anmerkungen allein die Verarbeitbarkeit gegen die Poroton-Ziegel. Ein klassisches KO-Kriterium in Hinblick auf eine Gefährdung des Fachwerkes kann ich nicht erkennen.

Ich freue mich schon auf weitere Anmerkungen - bringt mich echt weiter, da man oft in seinen Gedankengängen festhängt.

Gruss in die Runde
Volker



zur einfacheren Verarbeitung bieten wir



für Fachwerkausmauerungen Holz-Leichtlehmsteine mit seitlich integrierten Dreiecksnuten an.



die Frage nach der Ziegelgröße



hast Du aber noch nicht beantwortet, ich kenne bisher nur 12 DF mit Perlittefüllung, dort sind aber aus statischen Gründen die gefüllten Bereiche nicht belastbar. Schon ein Problem beim Einbau von Natursteinfensterbänke laut Wieneberger. Abgesehen davon kommt die Füllung aus Griechenland .......



Ziegelgröße bei Ausmauerungen im Fachwerk



sollte maximal 2DF sein. NF-Format ist noch besser.Bitte Lager-und Stoßfugen gut auskratzen,damit der Kalkaussenputz sich gut verkrallen kann.



Ziegelgröße



Hallo,

erstmal meinen Dank für Eure Anregungen. Hatte etwas wenig zeit, sodass ich mich erst heute wieder melden kann.

Ok, mit der Ziegelgröße. Angeboten werden 10DF, 12DF und 14DF Steine.

Mit der statischen Belastbarkeit der gefüllten Bereiche ist zu bedenken. Hatte ich auch schon befürchtet. Habe gehofft, dass dies im Fachwerk nicht so entscheidend ist. Es trägt ja jetzt - und wohl schon seit Jahren - auch ohne eine Ausmauerung.

Das mit der maximalen ziegelgröße - würd mich über mehr Infos freuen. Hat das etwas mit den Bewegungen im Fachwerk zu tun?

Welchen Leichtlehmziegel würdet Ihr empfehlen. Habe da gelesen, dass die leichteren besser dämmen aber im Hinblick auf die Bewitterung die schweren vorzuziehen sich.

Ein Gedankenspiel: Wäre es möglich Lehmziegel unterschiedlicher spez. Dichte zu kombinieren indem man NF-Ziegel hochkant verbaut und dabei die schwereren nach außen und die leichteren nach innen?

Gruss in die Runde
Volker



die 12 DF



Ziegel in ein FAchwerk einzubauen wird fachlicher Blödsinn - aus Sicht des Maurers, die Fachwerker werden Dir bestimmt noch härter die Meinung sagen. Du hast dann 36er Wände, die außen das Fachwerk haben. Wie willst Du die Ziegel in das Fachwerk einpassen: Schrägschnitt, Klebfuge mit 0-Spielraum zum ausgleichen - denn Mörtelfuge ist nicht, das wäre bei den Ziegel der nächste Fehler.
Wenn schon - und ich bin kein Lehmbauer, dann höre auf die von der Lehmabteilung und lass das mit den ausgewählten Poroton, die eignen sich wirlich nur für neue garade Wände.
Übrigens kann man zwar 12 cm tief ausschneiden - wie willst Du aber den ausgeklinkten Balkenabschnitt im Ziegel von der unteren Wandung lösen ohne den Ziegel zu beschädigen - nichts als Probleme .....
Die kleineren Zeiegl machen über den größeren Anteil an Fuge die Bewegungen des Fachwerkes wie ein Kettenhemd mit, der große Ziegel ist wie eine Scheibe und kann eigentlich nur brechen. Und wenn die Klebefuge nicht hunterprozentig ist, sieht man durch den Putz dann jede Fuge - schau Dir mal neue Häuser an. Diese Risse kommen fast immer bei geklebten Großsteinen vor.
Und dein Nachdenken über die Tragfähigkeit, nicht das Fachwerk, sondern der Stein hat Schwachstellen....

P.S: Was machst Du eigentlich beruflich - hoffentlich nicht Lehrer ?



Ein ganz anderer Aspekt ist der Wert deines Hauses.



Ohne jetzt mal auf die technischen Vorteile und die leichtere Verarbeitung von Lehmsteinen eingehen zu wollen, mit "modernen" Baustoffen verbastelte Fachwerkhäuser gibt es immer mehr.

Nimm Lehmsteine und Du hast ein Problem weniger...das alte "ach-hätt-ich-doch-Ding"

Gruß...j.