Ziegelfußboden

12.12.2011



Gruezi!

Es geht zwar um einen Steinbau, aber schöne alte Ziegel sollen der Fußboden werden, deshalb hier meine Frage.

Vorhanden ist eine Betondecke. Darauf sollen Mauerziegel, deren Lagerflächen als Oberfläche, und zwar etwa drei cm stark, weil aufgetrennt. Es ist ein Badezimmer.

Vorhandener Aufbau jetzt: Decke, Sand, Sauerkrautplatte, Teerpappe, Zementestrich. Am einfachsten wäre es, ich würde die Ziegel in Kalkzementmörtel darauf legen. Aber ich wäre über einen leichteren Aufbau froh, und er könnte auch etwas mehr Schall- bzw. Wärmedämmung bieten. Viel Potential ist da aber nicht, und um welchen Preis.

Daher die Frage, welche Alternativen denkbar wären. Immer bedenken, daß die Steine wohl nur in Dickbett gelegt werden können...
Hätte halt auf den Beton eine "natürliche" Dämmung gelegt, darauf Trockenestrichtplatten (welcher am besten?), um auf diesen dann die Steine zu "mauern". Man bräuchte aber wohl eine Dichtungsebene, bloß sowas wird auch leicht mal für irgendeine Änderung kaputt gemacht und dann war sie umsonst...

Wem was zu der Sache einfällt, möge sich hier bitte melden!

Frohe Grüße!
Werner



Ziegel auf dem Boden



Hallo Werner,

was für einen Arbeit hast du dir gemacht, um Steine aufzutrennen????

Ich würde dir vorschlagen, dich mal nach Biberschwanzziegel um zu schauen. Wir haben solche zugeschnitten und verlegt.
Sieht aus wie ein Cottaboden. Garantiert einfacher als Ziegelsteine zu halbieren.

Im Bad würde ich immer eine Dämmung unter den Boden vorsehen, wenn es möglich ist auch einige Schleifen vom Rücklauf des Badezimmerheizkörpers vorsehen.

Man muß aber das "Ganze" sehen,um hier den richtigen Weg zu gehen.

Auf dem Foto sind zugeschnittene und verlegte Biberschwanzziegel zu sehen, anschließend behandelt mit Leinöl firnes.

Viel Erfolg



Wohl dem der hat!



Beispiele mit Bibern kenne ich auch. Allerdings gibt es hier selten glatte; die haben meist Rinnen / Mulden.
Heizung mit Wasser gibt es hier nicht, nur Öfen.

Machen wir es mal anders herum. Ich mörtele die Ziegel einfach auf die Rohdecke. Nachteil ggü. jetzt: weniger Masse (Schall), Arbeit. Welche Zutaten sind möglich und bringen was?

Werner





Wenn die Dinger alle gleich dick sind, kann man sie im Dünnbett verlegen. Wenn die Toleranz 1-2 mm nicht überschreitet, man den Kleber steif anmacht und eine grobe Zahnkelle nimmt, müsste das gehen.
Für Schallschutz wäre ein schwimmend verlegter Zementunterboden das Beste gewesen, wenn Aufbauhöhe und Zusatzauflast gering bleiben sollen, kann man da wohl von oben nichts mehr machen.
"Man bräuchte aber wohl eine Dichtungsebene, bloß sowas wird auch leicht mal für irgendeine Änderung kaputt gemacht und dann war sie umsonst... "
Dagegen hilft eigentlich nur Vorausdenken, soweit möglich.
Niedrig und normal gebrannte Mauerziegel ziehen extrem Wasser, ob das als Belag für eine Nasszelle wünschenswert ist, wäre zu überdenken.



Fußboden



Was befindet sich denn unter dem Bad?

Viele Grüße



Biberschwanzziegel?



@Heinz-Josef: Dein Fußboden aus Biberschwanzziegel sieht wirklich klasse aus. Hast du alte Biberschwanz-Dachziegel verwendet? Waren die Oberflächen denn so plan, dass die für einen Fußboden geeignet sind?

Danke & Gruß
Sven



Biberschwänze



@Seven,

bei uns in der Gegend sind Biberschwänze als Dachziegel nicht üblich. Ich hab sie mir aus Tschechien mitgebracht. Es sind handgeformte reletiv ebene Biberschwänze, teilweise haben darauf Kinder und Tiere ihre Spuren hinterlassen.

Es gibt maschinell hergestellte Biberschwänze die sehr gerade sind, aber ob damit dieses Flair erzeugt wird???

Ich hab in einer Tischkreissäge eine Diamantscheibe eingebaut und damit die Biberschwänze zugeschnitten. Geht natürlich auch mit einen Nasschneider.

Teilweise wurden sie mit Leinöl (Farben wirken intensiver) behandelt. Im Cafe wurden sie auch verlegt. Im Eingangsbereich wurden sie nicht behandelt. Vorteil, Wasser was mit Schuhen hereingetragen wird, wird aufgesogen und der Boden wird nicht glitschig. Geheizt wird das Cafe mit einem Holzofen und da gibt es keine Problem, der Boden trocknet nach kurzer Zeit wieder aus.

Noch ein Hinweis: Im Cafe, an sehr intensiv genutzten Stellen, sieht man Abnutzungsspuren. Soetwas sieht man aber auch im Freilichtmuseum Cloppenburg und ist normal.



Schon schön



Danke für die vielen Hinweise!

Unter dem Bad ist (m)eine laute Werkstatt, allerdings leise, wenn ich im Bad bin ;-) Spielt nicht so die Rolle. Geheizt nach Laune, mal ja, mal nein.

Viele Leute lassen die Steine doch mit öligen / wachsigen Mitteln ein, das sollte das Wasser zurückhalten.

Vielleicht ist Naßestrich wirklich sinnvoll, wenn keine eine Trockenlösung weiß. Ist vermutlich fast einfacher eimzubauen. Also Dämmplatten (oder Schüttung?), Folie, Estrich, Steine. Wie dick muß so ein Estrich sein? Kann man den im Fallmischer machen und allein nach und nach - hochschleppen? Rund acht Quadratmeter.
Ich belese mich auch gern selbst über Estriche, wenn jemand mal ein sinnvolles System / Rezept empfiehlt.

Frohe Grüße!
Werner



Fußbodenaufbau



Hallo Werner,
da die Werkstatt darunter sicher nicht durchgeheizt wird, sollte die Baddecke auf jeden Fall gedämmt werden. Schallschutz ist vernachlässigbar.
Der beste Platz für eine Wärmedämmung wäre die Deckenunterseite, z.B. Topdec- Deckenlamellen.
Als Fußbodenausbau schlage ich folgendes vor:
- mineralische Abdichtung (Dichtschlämme),
- Ziegel im Dünnbett (max. Zähnung beim Aufkämmen des Klebers!),
- Planschleifen nach Aushärtung des Klebers,
- Verfugen,
- mit Steinöl behandeln.
Verlegung im Dickbett hat den Nachteil, das die Randbereiche der Ziegelplatten hohl liegen. Nach dem Erhärten des Verlegemörtels müssen die Hohlräume sorgfältig ausgegossen werden, damit keine Fehlstellen bleiben. Nach dem Erhärten des Vergußmörtels und dem Schleifen kann verfugt werden.

Dämmung von oben funktioniert nur mit starren Dämmelementen wie Aquapaneel oder Wedi, die vollflächig aufliegen müssen. die Verlegung der Ziegelplatten sollte dann sicherheitshalber auf Entkopplungsmatten (z.B. Schlüter- Ditra) erfolgen.
Das ist alles nicht billig.
Deshalb kann man auch alternativ mit Foamglasplatten arbeiten, die in Heißbitumen auf die (hoffentlich ebene) Betondecke eingeschwommen werden. Die Dicke richtet sich nach der zur Verfügung stehenden Aufbauhöhe.
Darauf kann dann direkt gefliest werden.

Viele Grüße



Liapor



Danke für die Ratschläge. Wärmedämmung von unten ist blöd, weil das Bad klein ist und der Raum darunter 40 qm. Daher auch die Grenzen der Tragfähigkeit.

Mir kam jetzt der Gedanke, auf die Rohdecke etwa 10 cm hoch Liapor gebunden (Zement?) einzubringen, und darauf zu "Pflastern". Fest genug läßt sich dieser "Estrich" doch machen?
Was meint Ihr dazu? Sicherlich keine perfekte Lösung, aber ich wäre zufrieden, wenn es besser ist als vorher, keine Folgeschäden erwarten läßt und nicht besonders teuer wird.

Frohe Grüße!
Werner



Badfußboden



Hallo Werner,
das gibt ein schönes Feuchtbiotop.
Liapor als haufwerksporige gebundene Dämmschüttung (und mehr ist es nicht) speichert jeden Tropfen Wasser in den Hohlräumen, wenn keine Abdichtung oben draufkommt.
Der Ziegelboden ist nicht wasserdicht! Außerdem ist die Trittfestigkeit ohne lastverteilende Schicht nicht ausreichend und die Dämmwirkung sehr bescheiden.
Warum wollen Sie meine Vorschläge nicht annehmen?
Aquapaneel und Wedi sind genau für solche Zwecke entwickelt worden.
Liapor nicht.

Viele Grüße