Ziegelstein-Fußboden

30.05.2003



Hallo erst mal,
wir (meine Liebe und ich) wollen in unserem Gulfhof (kleiner Gulfhof) den Fußboden in Flur und Küche mit Ziegelsteinen auslegen. Wir wollten unsere alten Ziegelsteine von einem in Muschelkalk gemauerten Nebengebäude nehmen. Unsere traditionellen Berater raten uns davon ab (Begründung: Salpeterausblühungen, schlechtes Wärmeverhalten, und überhaupt sowas hat es ja noch nie gegeben...) Wer kann uns Tipps geben zu diesem Thema. Alle Erfahrungen sind erwünscht (angefangen von macht das blos nicht bis hin zu detaillierten Beschreibung der Vorgehensweise oder Buchtipps)

Vielen Dank im Vorraus
matse



Ziegelfussboden



Wenn ich schon höhre "sowas hat es noch nie gegeben" dann würde ich es gerade machen. Ziegel ist gebrannter Ton, Tonplatten werden heute noch nachgemacht und eingebaut. Für teures Geld versteht sich. Die Geschichte mit dem Salpeter kann wichtig sein wenn die alte Ziegel in einem Stall eingbaut waren. Dann Finger weg davon. Das schlechte Wärmeverhalten ist falsch, weil Ziegel Wärme speichern. Als Dämmmaterial zwar ungeeignet, aber als wärmespeichernd zu empfehlen. Die Dämmung liegt unter den Ziegeln, z.B als Kiesbett oder als Schaumglasschotter.
Die Ziegel sollten in einem Mörtelbett (aus Kalkmörtel) eingebaut werden, es gibt verschiedene Verlegearten: Fischgrad, linear mit versetzten Stossfugen, im Quadrat abwechselnd u.s.w.
Das wär's als erstes, vielleicht hat noch jemand eine andere Idee.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Zeigelfussboden



hallo J.E.Hamesse,
vielen Dank für Deine Antwort. Das hört sich doch schon ganz gut für uns an. Aber warum kann ich nicht einfach mit Styropor oder Styrodur dämmen? Ist doch bestimmt besser als ein Kiesbett oder?

MFG Matse



Ziegelfussboden



Selbstverständlich geht auch Polystyrol oder EPS
(Styrodur), aber ich habe immer noch Bedenken Plastik in einem Gulfhaus ein zu bauen (da bin ich wieder traditionell). Der Aufbau wird jedoch etwas umfangreicher und sieht dann so aus (von unten nach oben):
1. Kiesbett als kapillarbrech. Schicht, ca 15cm.
2. Betonsohle (am besten WU-Beton B35) auf PE-Folie.
3. Polystyrol ca 5cm.
4. Estrich ca 6cm mit evtl. AKS Gitter.
5. Ziegel in Kalkmörtelbett, d= 7-12cm.
Variante A:
1. Kiesbett.
2. "Styrodurplatte" d= 3-5cm.
3. Betonsohle
4. Ziegel in Kalkmörtelbett.
Variante B:
1. Schaumglasschotter d= 24cm (Dämmend und Kapillarbrechend.
2. Estrich d= 10cm als Ausgleichs- + Tragschicht
auf PE-Folie.
3. Ziegel.
Bei alle Lösungen muss stets gewähleistet sein dass auf eine weiche Dämmschicht eine Sohle oder einen Estrich kommt, da der Fussbodenbelag aus Ziegel doch ca 100 bis 160 kg/m² wiegt. Mann sollte auch nicht vergessen das Polystyrolprodukte
Restmonomere freilassen, sowohl bei der Herstellung als nach dem Einbau, obwohl hier die Sohle oder den Estrich diese Styrol-entweichung wiederum bremst. Hier sieht man das Architektur und Baukunst nicht einfach "Stein auf Stein" bedeutet, es liegt viel mehr dahinter, meist im Verborgenen.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Ziegelfußboden haben wir auch...



... als Beispiel: alte Ziegelplatten, ca. 15x15cm2 (allerdings nur ca. 2cm dick), vom Vorbesitzer in Estrich gelegt, darunter Estrichbeton mit Fußbodenheizung, darunter Styroporplatte, darunter (?); darunter kein Keller. Hat der Vorbesitzter schön gemacht vor ca. 20 Jahren. Ziegel abgeschliffen, mit Öl getränkt und mit Glänzer poliert. Wir findens wunderbar (und die Katze auch). Kann nur zu sowas raten, darf auch ruhig mal was bucklig sein, dann legt man halt ein Hölzchen unter den Tisch... Viele Grüße