Dachbodenziegel auf Fichtenbretter?

12.02.2008



Im Obergeschoss unseres Bauerhauses haben wir eine Zwischendecke die mit Fichtenbretter verschalt ist. Auf diesen haben wir vor nun Dachbodenziegel in ein Mörtelbett zu legen. Zur Mörtelauswahl hätten wir Trasskalk oder Lehm. Sollte wir ein Armierung verwenden oder direkt auf die Bretter mörteln? Für Mörtel etc.. hätten wir ca 4cm zu Verfügung. Es wär nett ein paar Tipps zu erhalten und bedanke mich im voraus.
Schöne Grüsse aus Österreich
chrismo



Was sind Dachbodenziegel



Guten Tag,
mir ist der Begriff Dachbodenziegel nicht geläufig. Sind das speziell für die von Ihnen beschriebene Anwendung gefertigte Ziegel? Grundsätzlich habe ich, sofern ich richtig verstanden habe worum es geht, Bedenken. Ich befürchte, dass der Feuchtehaushalt der Brettschalung und der Balken darunter gestört wird. Insbesondere Die Abtrocknungsmöglichkeit abnimmt. Ist diese Konstruktion Regional typisch und bewährt? Mir kommt sie etwas seltsam vor. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Dachbodenziegel....



Guten Tag Herr Arnold

Danke für Ihre rasche Reaktion. Als Dachbodenziegel bezeichnen wir gebrannte Ziegel welche in Dachböden alter Häuser auf Holzdecken verlegt wurden. Zum Teil als Beschwerung da die alten Holzdecken oft aus dünnen Balken gebaut wurden und auch zur Feuchtigkeitsregulation wegen der oftmals durch die alten Dachschindeln undichten Dächer. Dafür wurde auch oft Ziegelstaub oder Lehmschüttungen verwendet.Diese Ziegel eignen sich durch ihre Optik und Format sehr gut für einen Fußboden. Da unser altes Haus mit grundsätzlich diffusionsoffenen (Lehm, Flachs Hanf Trass) Materialien saniert wurde habe ich bei der Verbindung von Lehm oder Trasskalk und den Fichtenbrettern keine Bedenken. Wir haben weder Folien noch Holzversiegelungen verwendet. Auch in der Zwischdecke befinden sich Lehmziegel und Hanf.Der Abtrocknung steht meiner Meinung nach durch diese Materialien eigentlich nichts im Wege. Ich habe eher Bedenken , dass bei den Fugen durch die Temperaturunterschiede und die damit verbundene Dehnung des Holzes nach einiger Zeit Risse entstehen könnten.Interessant wäre für mich ob, jemand damit bereits Erfahrung hat?
chrismo





Hallo Chrismo,

auch wenn das möglicherweise früher so gemacht wurde hätte ich – ähnlich wie Herr Arnold – doch Bedenken bzgl. der Ausführung. Neben den erwähnten Feuchteproblemen besteht hier auch die Gefahr, dass der "arbeitende" Untergrund ihr Mörtelbett reißen lässt.

Dachbodenziegel (auch Dachpflasterl) wurden früher als Brandschutz auf die oberste Geschossdecke aufgelegt. Die Dinger gibt es in verschiedenen Formaten, etwa 4-5cm dick. Ich kenne die Dinger allerdings nur aus Österrreich.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Schüttung



Hallo Chrismo,

das war wohl zeitgleich :-))

Was spricht dagegen es ähnlich auszuführen wir früher? Eine Schüttung verhindert die Rissbildung.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Danke Christoph



- wird wohl die unkomplizierteste Lösung sein.
Grüsse aus dem Burgenland
Chrismo



Da habe ich dazugelernt



Guten Tag, ich konnte einmal wieder dazulernen. Meine Bedenken sind dennoch nicht ganz ausgeräumt. Ich schließe mich den Beiträgen an, dass Mörtel zu Rissbildungen führen kann. Bezüglich des Feuchtehaushalts halte ich eine solche Konstruktion nur für geeignet, wenn die eigentliche Dachdeckung kein Wasser oder Flugschnee an diesen Aufbau kommen lässt. Das bedeutet Unterdach / Unterdeckung. Sollte flüssiges Wasser an den Belag gelangen, wird es in den Belag eindringen. Bei etwas größeren Mengen wird der Belag und das Holz darunter feucht. Der Belag speichert die Feuchte dann sozusagen und verhindert, dass das Holz schnell abtrocknen kann. Das ist nicht nur bei Trasskalk usw. sondern auch bei Lehm immer zu bedenken. Wenn flüssiges Wasser zutritt hält er Holz nämlich länger feucht, nicht trocken. Wenn es um Wasserdampf geht, ist es für das Holz eigentlich egal ob Lehm da ist oder nicht. Liebe Lehmbauer nichts für ungut, ich mag Lehm und schlage ihn oft für Anwendungen vor. Nur man sollte vorsichtig sein, wenn Wasser direkt daran gelangt. Dann hält er die Feuchte lange. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Jedes Dach hat sein Ungemach.



Da haben Sie recht Herr Arnold, genau so ist es. Von einem dichten Dach bin bin ich irgendwie automatisch ausgegangen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Ich hatte vergessen zu erwähnen,dass



es sich hiebei um einen Dachbodenausbau und somit um ein dichtes, gedämmtes Dach handelt.
nochmals besten Dank
chrismo



Lasten beachten...



Zitat: ...Zum Teil als Beschwerung da die alten Holzdecken oft aus dünnen Balken gebaut wurden...

Deckenaufbau klingt irgendwie recht schwer... hinzu kommen die Nutzlasten und die dadurch verursachte Durchbiegung bzw. Erschütterungen...
Aber soweit mir bekannt sind österreichische Konstruktionen ja deutlich stärker dimensioniert als die unseren ?!?

Gruß Frank



Besten Dank



Habe die alten Balken - eigentlich halbierte Baumstämme - bereits gegen 16 x 24 cm starke Balken getauscht.
chrismo



...



1. Bei welcher Spannweite?

2. Holzart? Leimbinder? getrocknete oder nasse Balken?


Neugierige Grüße
Frank

p.s.: Bild, traditionelle Verlegeanordnung (hochkant / flach / Verbund (Läufer/Fischgrät)) und Steinabmessungen von alten Decken würde mich interessieren...



@Frank



Spannweite: ca 4m, im Abstand von 60cm gelegt
Holzart: Fichte
"nasse" Balken
die Zwischendecke wurde mit 5cm-Lehmziegel gefüllt. Hätten Sie da etwa Bedenken diese noch mit einem 4cm Ziegelboden zu beschweren?
Die Steinabmessung unserer alten Dachbodenziegel: 4x17x26. Die Verlegart war leider ohne Muster ; Sollte ich vielleicht irgendwann auf eine interessanteres Verlegemuster stossen schicke ich Ihnen gerne ein Foto.
schöne Grüsse
chrismo



Klingt eigendlich ganz gut...



... allerdings bezweifel ich, daß ein starr verfugter Bodenbelag bei den zu erwartenden Verformungen und Schwindmaßen der Balken schadfrei bleibt... Also zumindest erst mal ein Jahr troknen lassen...
Hinzu kommt die Durchbiegung durch die Verkehrslasten, 4m ist schon recht weit in Kombination mit der Eigenlast. Mal einen Statiker rechnen lassen und einfach so tun, als sollten Fliesen verlegt werden. Und die Auflager der Deckenbalken und deren Tragfähigkeit nicht außer acht lassen.

Gruß Frank