Altbau im Erdreich gegen Wasser abdichten

15.07.2011



Moin, moin!
Ich bin neu hier, grundsätzlich Laie in diesem Bereich und versuche auf diesem Wege einige Tipps bzw. Meinungen zu meinem neuesten Projekt zu bekommen.

Problem:
Unser freistehendes Nebengebäude, ehemals Stall und nun als Werkraum genutzt, hat deutlich nasse/feuchte Innen- und Aussenwände.
Eine Nachschau hat ergeben, dass zwei vorhandene Fallrohre lediglich bis an die Erdoberfläche gingen. Hier ist dann das Wasser direkt raus und an die Aussenmauern gegangen, so dass es dort im Laufe der Jahre/Jahrzehnte zu "schadhaften" Stellen geführt hat. Auf der Fotoaufnahme ist die vordere, linken Gebäudeecke zu erkennen. Schäden würde ich wie folgt beschreiben: Teilweise kein Putz mehr vorhanden, teilweise Putz und schwarzes Zeug rissig, Fugen ausgehölt.
Ich habe bisher etwa 4 Meter der Aussenmauer freigelegt, der Rest der Aussenwände ist noch unangetastet. Ich kann also nicht sagen, ob es hier noch weitere "Problemstellen" gibt.

Plan:
Die Fallrohre wurde nun erstmal in KG-Rohre gelegt, so dass das Regenwasser in eine Sickergrube abgeleitet wird.
Ich stelle mir nun grundsätzlich vor, dass ich den im Erdreich liegenden Bereich des Mauerwerks bzw. den von Regenwasser/Wasser betroffen Bereich, aufarbeiten und gegen Wasser pp. schützen möchte, so dass das Gebäude insgesamt nicht mehr so nass/feucht ist. Das Gebäude soll weiterhin als Werkstatt dienen, es soll kein Wohnraum entstehen.

Objekt:
Altes, freistehendes Nebengebäude, dass früher als Stall genutzt wurde. Baujahr geschätzt 1920-30. Gebäude ist nicht unterkellert.
Die untersten Steine (Gebäudesohle?) befinden sich etwa 50 cm unter der Oberfläche.
Ums Gebäude herum befindet sich augenscheinlich Erde, teilweise Sand.
Zum Thema Wasser würde ich vermuten (eher raten), dass ich es hier mit nichtstauenden Wasser zu tun habe.


Ich hoffe erstmal alle relevanten Daten für eine Einschätzung geliefert zu haben.

Habe zu diesem Thema zwar schon massig gegoogelt, aber irgendwie scheint es zig verschiedene Meinungen zu geben, so dass ich eigentlich immer noch nicht weiß, welche Methode bei meinem Objekt am sinnvollsten ist.

Bisher wurde mir meistens zu folgenden Massnahmen geraten:
- Mauerwerk freilegen und eine längere Zeit trocknen lassen
- Mauerwerk vom alten, lockeren Putz und anderem Zeugs befreien und Fugen ausputzen
- Fugen neu Verputzen (welcher Putz?)
- Auf den Putz eine dicke Schicht Bitumenzeugs
- Vor diesem Bitumen-Zeugs eine Schutzfolie setzen

Dazu habe ich noch folgende Fragen:
- Hohlkehle ja/nein?
- Drainage ja/nein bzw. im Hinblick auf Kosten/Nutzen sinnvoll bei diesem Projekt?
- Einige schreiben Bitumen-Zeugs gleich auf die gesäuberten Steine ohne vorher zu verputzen, andere schreiben erst verputzen...

Ich würde mich freuen, wenn ich auf diesem Wege ein paar Meinungen einholen kann, um den für mich den "richtigen" Weg der Sanierung zu finden.

Danke für die Mühe und Gruß

Blommel



im



wesentlich stimmen Deine Pläne, aber nicht irgend ein Zeugs, sondern im System, z.B. Deitermann, Noppenbahn dreilagig,
Kalkzementmörtel,
zu Dränagenotwendigkeit fehlen Infos, da wäre eine Ortsbesichtigung sinnvoller. Kosten für Dränage sind aber nicht allzuhoch.



Fundament



Hallo

Sie schreiben:

- Mauerwerk Freilegen und eine längere Zeit trocknen lassen
Ja

- Mauerwerk vom alten, lockeren Putz und anderem Zeugs befreien und Fugen ausputzen
Ja

- Fugen neu verputzen (welcher Putz?)
Ja - sürde da SP50 solubel nehmen

- Auf den Putz eine dicke Schicht Bitumenzeugs
Nein

- Vor diesem Bitumen-Zeugs eine Schutzfolie setzen
Nein
Schotterpackung und "Traufstreifen"

Drainage
Schütten Sie nen Wasserkübel ans Fundament - ist der gleich weg - nein!

Den Übergang von Dachschlauch ins Erdreich würde ich mit einem Senkkasten machen und einem Stahlrohr. Das Plastezeug wird durch UV spröde und porös mit der Zeit

FK





Hallo Blommel,

betätigen Sie hier
http://bau-st.eu/pages/leistungen/bauwerksabdichtung.php
mal den Link
„Kunststoffmodifizierende Dickbeschichtung (KMB)“
und vergessen Sie was Florian Kurz da geschrieben hat.

Wüsste er warum er die Wände über eine Dauerbewässerungsanlage >>>Schotterpackung und "Traufstreifen"<<<
bewässern, aber nicht Abdichten würde hätte er es sicher erklärt.

Grüße
Oliver Struve





Hallo,

KMB gehört definitiv nicht in die Hände von Laien.
Wenn Sie dichten wollen, was ich hier für überflüssig halte, dann rein mineralisch: Remmers Aida Kiesol oder vergleichbar.

Grüße



Moin Blommel,



mal anders gesprochen: Wenn du ein armer Mann wärest, könntest du's im Zweifelsfall so lassen, da du deinen "Wasserfall" jetzt dahin geleitet hast, wo er hingehört. Die Hütte fällt dir deswegen nicht zusammen.

Vermutlich hat's den dauerfeuchten Putz rund um die Schadenstelle abgesprengt, mal abklopfen und das hohle Zeug runter und abtrocknen lassen.

Ansonsten schau doch erstmal beim nächsten Starkregen, wo von aussen überhaupt Wasser an die Wand kommt, evtl. musst du dein Gelände noch überarbeiten, damit das Oberflächenwasser von der Wand wegläuft.

Das Problem war noch nie die undichte Wand, sondern das fehlgeleitete Wasser, wozu also abdichten? Den Ziegeln macht die Erdfeuchte nix.

Die Gesamtsituation kann natürlich nur jemand vor Ort wirklich beurteilen, also lass da nochmal ein paar sachkundige Augen draufschauen, bevor du loslegst.

Gruss, Boris





Das iss ja mal wieder eine Architektenausschreibung.

>>>“Remmers Aida Kiesol oder vergleichbar.”<<<



So



wie ich das sehe GAB es ja hier einmal eine Vertikalabdichtung, die nur dem Zahn der Zeit nich standgehalten hat. Was (außer dem Aufwand) spricht dagenen, sie wieder herzustellen?