Zerbröselnde Ziegel in der Stallgewölbedecke




Hallo,
mein Bauernhaus aus dem Jahre 1890 hat einen Stall- und einen Wohnbereich. In dem Stallbereich wurde bis in die 90-er Jahre gearbeitet (Schweine, Schafe und auch mal Pferde). Später wurde der Naturboden abgegraben und tiefgründig ein neuer Fußboden aus Beton aufgebaut (mit groben Kies, Sperrbahn, Beton). In dem ehemaligen Stall wurde ein Schornstein und ein Holzvergaser sowie die Pufferspeicher untergebracht. Der Stall dient als Heizung, Werkstatt und Abstellraum. Nun meine Frage:
Schon vor dem Einbau des Betonfußbodens und der Heizung lösten sich immer wieder großflächig Putzstücke aus der Gewölbedecke. Daraufhin habe ich den Putz komplett entfernt (es genügte mit einer Schaufel am Ziefel entlang zu fahren und dabei löste sich der Putz leicht). Nun kommt es aber immer häufiger vor, dass sich kleinere Ziegelteile lösen und der Ziegel insgesammt sehr brößelig wirkt. Risse sind auch im Gewölbe und die Fugenfüllung hat die Konsistenz von halbtrockener Erde. Ich muss noch erwähnen, dass es eine "Spargewölbedecke" ist, die Ziegel stehen nicht sondern liegen flach.
Kann man den Ziegel irgendwie stabilisieren und vor dem Zerfall retten? Mir hat jemand ein hydrofobierendes Mittel von Brillux (Hydro-Fassaden-Imprägnierung 512) empfohlen, ich habe aber Bedenken wegen der sperrenden Wirkung.

Vielen Dank schon mal im Voraus!



Kappengewölbe



Zuerst muß die Ursache der Zerstörung gefunden werden, zum Beispiel Salzbelastung oder Frost-Tauwechsel in Verbindung mit Kondenswasser.
Genaueres kann man nur vor Ort feststellen.
Davon hängt auch die weitere Verfahrensweise ab.
Jetzt herumzuorakeln bringt nichts.



Expertenrat



Danke für die schnelle Antwort. Können Sie einen Experten in der Erzgebirgsregion rund um Annaberg empfehlen?



Kappengewölbe



Nein,
Fachleute für Gewölbedecken gibt es nicht viele.

Ich habe versucht aus den Fotos ein paar Informationen rauszuquetschen:
Die Ziegel haben ein Länge/Breiteverhältnis was weder zum Reichs- noch zum Normalformat passt.
Möglich das für den Bau der Kappen alte Ziegel wiederverwendet wurden.
Möglich das diese Ziegel bei der ersten Nutzung mit Salzen kontaminiert wurden.
Die Ziegel sind sehr weich und nicht frostsicher wie die Kratzspuren vermuten lassen.
Der Putz wurde durch auskristallisierendes Salz abgesprengt das sich auf der Oberfläche der Steine unter dem Putz bildete. Die Steine auf den ersten beiden Fotos sind unversehrt.
Auf dem dritten Foto fand die Kristallbildung unter der Oberfläche statt, der Stein schalte ab.
Wenn die Steine in einem stabilen Feuchtegleichgewicht verbleiben- am besten trocken bleiben- dann findet auch kein Salztransport mehr statt.
Trotzdem sollte das Kappengewölbe einer Überprüfung unterzogen werden, vor allem wenn Baumaßnahmen vorgesehen sind. Es geht um die Oberseite des Gewölbes.
Eventuell erforderliche Stabilisierungen finden hier statt. Auf der Unterseite reichen einfache Sichungsmaßnahmen wie ein Pinselputz aus, allerdings sollte der Putz auf die diffusiven und kapillaren Eigenschaften der Ziegel sowie die Salzbefrachtung abgestimmt sein damit eventuell noch stattfindende Kristallbildungen auf der Putzoberfläche und nicht im Ziegel stattfinden.
KEINE HYDROPHOBIERUNGEN!