Zementmörtel im Altbau als Grund-/Unterputz?

19.06.2019 Tobi



Ich habe mich nach langem Hin- und Herüberlegen dafür entschieden Zementmörtel als Grundputz im Badezimmer und in meinem Büro in meinem Altbau zu verwenden. Die Wände sind aus Ziegelsteinen, Holz ist an den verputzten Wänden nicht vorhanden. Die Diffusionsfähigkeit des Mörtels beträgt 25u, was meiner Meinung nach noch o.k. ist. Um das Mauerwerk wieder richtig zu stabiliseren (Ziegel waren teilweise schon etwas kaputt) habe ich mich dafür entschieden. Darüber soll dann als Oberputz ein Kalkputz genommen werden. Spricht irgendetwas dagegen? Meine Sorge geht im Moment daher, dass Zementputz überall so negativ betrachtet wird. Mir ist es sehr wichtig, dass kein Schimmel/Feuchtigkeitsschäden auftreten. Mit der schlechteren Luftqualität muss ich wegen des Zementes leben. Gibt es denn noch weitere Bedenken? In den weiteren Räumen werde ich einen Kalkzementputz als Grundputz verwenden, da die Qualität der Ziegel deutlich besser ist.



Unsinn



Zement im Putz hat in der Wohnung nichts verloren und die Stabilität der Wände wird nicht mit der Putzschicht hergestellt oder verbessert. Nimm einen ordentlichen Reinkalk-Putz im System und Du bekommst feste Oberflächen und ein vernünftiges Raumklima. Alles andere ist Unsinn.



Unsinn



Das trifft auch auf Gipsputz zu ...



Denkfehler



Wie schon vorstehend erklärt:

Ein Putz hält die Wand nicht. Das könnte nur eine massive Beton-Vorsatzschale. Der Putz stützt die Wand nicht, er schützt die Fugen vor dem Ausbröseln (außen extrem wichtig!) und bildet idealerweise eine Schicht, die den Feuchtegehalt der Wand zu regulieren hilft. Letztere Funktion kann Zementputz nicht. Der sperrt einfach nur ab. Was in der Wand ist, kann kaum über den Putz abtrocknen, was im Putz ist, sich kaum mit der Wand ausgleichen.

Das wäre nur dann egal, wenn die Wand absolut trocken ist und bleibt. Auf Nummer sicher geht man daher im Innenbereich mit Kalk- oder Lehmputzen. Bei guten Verhältnissen tut es auch normaler Kalk-Zement-Putz.

Übrigens: wenn es ganz dumm kommt (z. B. bei häufigen Temperaturwechsel) kann der harte Zementputz auch von den sich anders ausdehnenden Steinen abreißen und nimmt dann gleich noch einen Teil von deren Oberfläche mit. Deshalb alte Putzregel: zur Oberfläche immer "weicher" werden. Unterputz muss weicher als Wand sein, Oberputz weicher als Unterputz.

(Die "schlechte Luftqualität wegen Zement" bleibt mir ein Rätsel. Zement verdampft nicht, sondern bildet Kristalle. Ein Einbaugeruch lüftet schnell ab - davon riecht man schon am Ende einer Bauphase kaum noch was. Andersrum wird ein Schuh draus: Kalk und Lehm regulieren die Luftfeuchte gut, was man als angenehmes Raumklima empfindet. Müffelt der Kopierer im Büro bzw. Feuchte Handtücher im Bad, wird aber auch der beste Putz nichts ausrichten können.)



Zementmörtel oder Kalkmörtel



reinen Zementmörtel würde ich im Innenraum nicht nehmen,
es spricht aber sicher nichts dagegen wenn du Kalkzementmörtel oder Kalkmörtel mit etwas Zementzugabe oder hydraulischen Kalkmörtel verwendest, um den Arbeitsfortschritt etwas zu beschleunigen
Bei bröseligen Fugen und weicheren Ziegeln ist eine harte, starre Innenschale darauf negativ und stabiliert nichts, wie schon geschrieben wurde.

Für die Luftqualität sind die inneren 5-10 mm der Oberflächen entscheidend-
hier findet Feuchtigkeitsaufnahme, -abgabe etc statt..