kalkmörtel

13.01.2005



warum ist es zweckmäßig, dem Kalkmörtel etwas Zement zuzusetzen?



Ist es wirklich zweckmäßig? Warum sollte es nicht zweckmäßig sein?



Umgebungsvariablen erdorderlich:
Haben Sie ein Fachwerkhaus? Welche Holzart, welcher Putz (innen, außen)?
Welche Wandaufbauten (Bimsausfachungen, Ziegel, Holz, Rigps, u.ä.)?
Wer hat Ihnen das erzählt? Ist er Fachmann?
Halten Sie es selbst für zweckmäßig?

Liebe Grüße aus der "Graupelschauer"-region
Heide



Warum ???



Hallo,

zweckmäßig im bau-physikalischen und -biologischen Sinn ist es zwar nicht - wird aber immer häufiger behauptet. Die Zunahme dieser Behauptung steht in einem direkten Zusammenhang mit der (jahrzehntelangen) ABNAHME von Fachleuten.

Hängt wohl auch damit zusammen, daß der Einsatz von Kalkmörtel mehr Intelligenz und Planung erfordert als Zementmörtel. Die Steigerung im negativen Sinn ist dann GKP.

Kurzum: mit der Schaufel Zement im Mörtel kann man schneller und billiger arbeiten, ob's dem (Fachwerk-)Bauwerk bekommt interessiert doch den "Ausführenden" nicht - oder was kann ich für den Schaden in 10 Jahren.

Ketzerische Grüße aus BS



warum zement



Hallo Yvonne Schröder,
weil die meisten glauben dadurch eine bessere haftung,-eine bestimmte festigkeit,-und auch eine sicherheit zu erziehlen.dabei fehlt es nur am verständnis für das Material sowie für das handwerk.
mit freundlichen Grüssen
Mladen



@ Heide



Warst ganz schön schnell - hab wohl zu lange nachgedacht, um der Laienschar nicht allzu sehr an den Karren zu pi...

Gruß über den Elm

Bernd



Lieber Bernd :)



Hab mich so gefreut mal wieder Zeit fürs Fachwerk zu haben, da schoss ich einfach schnell :)

Liebe Grüße
Heide und Bernd



Zementzusatz für Kalkmörtel



Dachog, Zement sollte man nich generell verdammen. Viele Bauten wären ohne Zement gar nicht möglich und somit auch Annehmlichkeiten für den Einzelnen. Denke nur an Brücken, Autobahnen, Fundamente usw. Auch Fliesenkleber ist auf Zementbasis. Man muß aber einschätzen können ob Zement mit den anderen Baustoffen verträglich ist oder sein Einsatz dem angestrebten Ziel entgegenwirkt. Aus Ihrer Anfrage ist nicht zu entnehmen wo der angegebene Putz zur Anwendung gelangen soll. Bei problematischen Putzuntergründen ist es durchaus angebracht mit Zementmörtel vorzuspritzen um eine Art Haftbrücke zu installieren. Auch im Sockelbereich ist durchaus ein Zementglattputz nichts Abwegiges. Wie B.F. schon meinte, laßt ein Zementzusatz den Putz schneller anziehen. Dies ist auch von Vorteil bei drohenden Niederschlägen oder Nachtfrostgefahr. Aber auf eines sollte man sich nicht einlassen: zementhaltige Putze haben im Innenbereich von Wohnräumen nichts zu suchen. Nu denn man tau.



@ Siegfried Kurze



Hallo,

mir ging es auch keineswegs darum, Zement/ Beton zu verteufeln. M.E. geht es hier um die weit verbreitete Unsitte, frei nach Frau Feldbusch immer noch einen Blubb extra dazu zu packen. PISA ist nun nicht nur aktuelle Modeerscheinung, sondern leider schon etwas älter und langlebiger.

Wohl bekomms



"blubb" Meines Wissens nach



ist "Cement" von den Römern erfunden worden, ein sehr alter "Baustoff", unsere heutigen "Scha(ä)ufel(e) Zement" haben aber wohl mit deren Zuschlagsstoffen herzlich wenig zu tun.

Wenn ich es noch richtig im Kopfe habe, verwandten die Römer u. a. Muschelkalk in ihrer Mischung ..

Wohl eher eine Frage für Archäologen, bzw. angewandte Archäologen :) War mal mein Traum - Traumberuf - Archäologe für angewandte Archäologie, nachzuvollziehen u. a. bei Trier oder in Haithabu ;)

By the way und um mal wieder das Thema aufzugreifen, wem soll wieviel Zement zugeschlagen werden?
Wofür wird die Angabe eigentlich gebraucht?

Liebe nachdenkliche Grüße
Heide



Aber weiterentwickelt und verbessert um das 18. Jahrhundert



vom Ulmer Apotheker Gustav Leube!

Nach Schriften/Empfehlungen von 1924, macht der Zusatz von Zement, den Putz zwar dichter, aber auch härter und starrer und darf höchstens die Hälfte der Kalkmenge betragen.Empfehlung aus dem Schreiben: Wir verwenden dann einen Kalkzementmörtel(auch verlängerter Zementmörtel genannt) im Mischungsverhältnis 1+2+8, höchstens 1+2+6, mithin 1 Raumteil Zement zu 2 Raumteilen Kalk zu 8 oder 6 Raumteilen Putzsand.



Nochmal Blubb



Hallo miteinander,

jetzt bewegen wir uns im "Grenzgebiet" der Srach- und Bauforscher.

Das Bindemittel, das die Römer caementum nannten (i.d.R. unterhalb der Sintergreunze gebrannter Kalkstein + vulkanische Erden) entspricht in etwa unserem Trasskalk.

Das Bindemittel, das wir heute landläufig Zement nennen, ist der sog. Portlandzement, der oberhalb der Sintergrenze aus Kalkstein + Lehm gebrannt wird (erfunden 1824 in England).

Also Zement ist nicht = Zement und nicht jeder Beton wird aus Zement hergestellt.

Und - der Muschelkalk wurde von den Ostfriesen zufällig erfunden, als sie ihre Miesmuscheln zu lange und zu heiß gebraten hatten ;-)

Interdisziplinäre Grüße aus der Historienanstalt

Bernd