Holz kontra Zement

23.11.2009



Hallo ich noch einmal,

da ich von Natur aus ein wissbegieriger Welcher bin hätte ich gerne gewusst, warum man eigentlich Zement oder zementhaltigen Putz nicht bei Fachwerkhäusern einsetzt?





Zement und Holz ist wie...
Zähne und Zucker.

Das Ergebnis beider "verbindungen" ist "KARIES"
Zähne gammeln und Holz fault.

Die erste Zeit sieht es noch gut aus hinter der Füllung aus Zement, jedoch gammelt das Holz dahinter schneller weg als man es von außen sehen kann. Der Zement zieht die Feuchtigkeit auf und gibt Sie nach innen ans Holz weiter, das das Holz aber mit diesem grauen Zeugs zugeschmiert ist, kann es nicht durchtrocknen.

Folgende Produkte sind Tödlich für ein Fachwerk:
- Zement und Zementhaltige Baustoffe
- Y-tong
- Bauschaum
- Styropor

Um eine exakte Antwort zu bekommen, frag den Böttcher





Weil der 1. nicht so diffusionsoffen ist wie Beispielsweise ein Lehm- oder Reinkalkputz,Folgen sind für Holzkonstruktionen das diese nicht mehr trocknen können welches wiederum den Pilzen die besten Lebensbedingungen geben.
2. erheblich spröder ist und demzufolge Bewegungen weit weniger mit macht als Lehm- oder Reinkalkputz. Folgen sind Risse und demzufolge weiterer Wasser Eintrag durch Schlagregen.

Nicht nur an Fachwerkbauten.

Der Turm auf dem Foto:
Der obere Teil,etwa ab Gurtsims, war Ursprünglich eine offene Holzkonstruktion. Diese wurde später(?) mit Natursteinen und Lehm ausgemauert. In den 20er Jahren wurde der Turm mit einem Zementputz von außen verputzt (weitgehend abgedichtet)
Es passierte was passieren musste, der Lehm wurde so feucht das die Holzkonstruktion ein Opfer des Echten Hauschwamm und Holzzerstörender Insekten wurde.

[pubimg 19288]



Reiner Zementmörtel



und Beton haben einen sehr hohen Dampfdiffusionswiderstand und eine extrem niedrige kapillare Leitfähigkeit. Das bedeutet, dass in das Bauwerk eingedrungenes Wasser, sowohl als Wasserdampf wie auch in flüssiger Form nur sehr langsam wieder rauskann. Dazu kommt die hohe Sprödigkeit dieser Materialien.
Da muss man schon sehr genau überlegen, wo und wie diese Baustoffe eingesetzt werden können.
MfG
dasMaurer



Danke



endlich hab ich das auch verstanden. Man muss die Fragen schon stellen wenn diese einem unter den Nägeln brennen.

Ich hab eigentlich schon 15 Jahre mit Immobilien zu tun, aber unsere guten alten und historischen Häuser sind halt was ganz besonders. Wenn man die mal verstanden hat kommt nichts anderes mehr in Frage. Holz, Lehm und Kalk, ein paar Steine plus ein paar Nebengeräusche fertig. Wozu gibt es eigentlich Baumärkte mit so viel fürchterlichen Zeugs drin?


Danke wiedermal tolle Antworten
Viele Grüße





Huepenbecker hat geschrieben:
Wozu gibt es eigentlich Baumärkte mit so viel fürchterlichen Zeugs drin?

Ganz einfach - weil man damit Umsatz und Gewinn machen kann. Ob ein Produkt nötig und sinnvoll ist, muss den Verkäufer nicht kümmern, solange er damit Kasse macht. Das Ganze ist kein baumarktspezifisches Problem - gibts z.B. auch im Finanzdienstleistungssektor, wie man weiss.
Das Beispiel Zement zeigt ja auch, dass nicht das Produkt an sich schlecht ist, sondern die falsche Anwendung Probleme macht. Es ist nicht nur der Baumarkt, sondern auch der Käufer schuld.