Luftkalk oder hydraulischer Kalk (PM Binder)

29.05.2005



Hallo,
unser Fachwerkhaus wurde vor ca 30 Jahren im massivem Erdgeschoss (zwei Reihen Sandsteinquader,darüber Bruchsteine und Kalksandsteine) komplett mit Zement (ultrahart,nur Zement-Sand?) verputzt.Auch nach monatelanger Dauerlüftung (unbewohnt) zeigte das Feuchtigkeitsmessgerät immer noch erhebliche Feuchte an.Jetzt habe ich den Putz abgeschlagen und darunter ist es überwiegend trocken.Nun stellt sich die Frage nach dem neuen Putz.Aus Kostengründen kommt nur PM-Binder (Otterbein) oder Weißkalkhydrat in Frage.Binder mit 4 Teilen Sand habe ich berits viel in meiner Scheune verwendet und lässt sich ausgezeichnet verarbeiten, auch können größere Löcher in einem Arbeitsgang verputzt werden.
Allerdings ist auf der Herstellerseite zu lesen das Portlandzement enthalten ist.Wird nun der Putz dadurch gänzlich seiner kapilaren Wirkung beraubt oder ist er dadurch nur ein bisschen schlechter als Luftkalk?
Das selbe Problem stellt sich dann im Obergeschoss im Fachwerkbereich, dort will ich zwei Lagen Schilfrohrmatten mit in den Putz einbetten.Auf den Seiten von Herrn Fischer sind sehr viele Fehler beschrieben die man beim Verputzen mit Luftkalk machen kann, aber leider konnte ich keine genaue Anleitung herauslesen, auch scheint es ein Problem zu sein grössere Putzstärken aufzubringen.



Vorsicht ist die Mutter des Fachwerkhauses!



Hallo
meines Erachtens würde ich mit zementären Kalkmischputzen oder Mörteln im Fachwerk- und Holzbaubereich sehr vorsichtig sein, da daraus meist mehr Unheil als Heil entsteht.
Wenn Sie die "Praktikabilität und die Schnelligkeit (und die augenscheinlichen (anfangs-) Kosten) höher bewerten, als die Qualität der Materialien wird es schwierig. Die Mehrlagigkeit der alten Putzsysteme haben schon Ihren Sinn - das war nicht desshalb, weil die mehr Zeit hatten damals ...!!

Den Zement würde ich aussen wie innen entfernen - das geht nicht lange gut!

Zu den geeigneten Putzen kann iich Ihnen nur das empfehlen: www.solubel.de
Da werden Sie hoffentlich Anworten auf Ihre Fragen bekommen!



Ich schreib nicht nur zur Kalkproblematik,



sondern auch zum Zement. Die Links bringen die Infos. In einem Satz: Finger weg von Mörteln mit zementär-/hydrauischen Beimischungen, heißen Sie auch: Traßkalk, Muschelkalk, Romankalk, Hydraulkalk und sonsstwie. Was nicht Putzgruppe/Mörtelgruppe Ia ist, ist eben nicht Ia.

Die Links:


Beton und Zement - nicht immer toll?



Geheimnisse rund um Putz und Mörtel



Einsicht leider mit neuen Fragen



danke erstmal für die Antworten.
Die Seite von solubel war sehr informtiv,und hat mich auch überzeugt ein Fertigprodukt zu nehmen und nicht den Kalkmörtel selbst zu mischen.

Ich habe die Kosten hauptsächlich angeschnitten da Binder ca 10mal günstiger ist und ich für diesen Minderpreis auch leicht schlechtere Eigenschaften in Kauf genommen hätte, allerdings natürlich keine weiteren Substanzschädigungen.

Das der Zement aussen wie innen weg muss ist mir klar,allerdings war die Aussenrenovierung erst für nächstes Jahr geplant(Haus muss bis September bewohnbar sein).Wird das mein neuer Kalkputz innen überleben wenn nach aussen alles noch dicht ist?

Was mache ich im Bad? Es soll auf jeden Fall halbhoch gefliest werden.

Dann habe ich noch ein Problem mit dem Treppenaufgang.Dort ist ein alter Kalkputz(sehr dünn) auf Holzstabmatten, allerdings sind darunter die Gefache auch mit Zementputz beworfen worden.Die Treppe auszubauen wollte ich vermeiden.Wäre eine Lösung nochmal mit einer Schilfrohrmatte darüberzuputzen?

Das Haus soll mit einer Hüllflächentemperierung (Cu-Rohr hinter Blende) und einem Kachelofen beheizt werden.

Wurde früher Schlacke dem Putz/Mörtel beigemischt?
Hinter abgeschlagenm Zement Spritzbewurf kommen tiefschwarze Schichten zum vorschein teilweise auch zwischen Bruchsteinen.

Leider stellen sich mir immer mehr Fragen umso mehr ich um die Fachgerechte Sanierung erfahre, ich hoffe ich strapaziere die Geduld anderer Forumsteilnehmer nicht allzusehr.
Vor die Wände Ständer zu stellen, mit Wolle auszustopfen, Folie drüber,Gipskarton drauf,Baumarktfarbe drüber war irgendwie einfacher....



Fragen über Fragen



Hallo
also ich würde die äussere Zementpampe wegschlagen - dann kann die Wand gut austrocknen - und die Aussensachen haben Zeit!
Das Bad würd ich auch nicht halbhoch fliesen, sondern wirklich nur da, wo es nass wird - ich mein wirklich nass wird!
Hier könnte man auch Lehmputz nehmen! Nimmt beim Baden und / oder Duschen die Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab ...
... bei der Treppe ... ?? Zement und Holz ist so nicht das Wahre! Ich sage; weg damit!

Vor die Wände Ständer zu stellen, mit Wolle auszustopfen, Folie drüber,Gipskarton drauf,Baumarktfarbe drüber war irgendwie einfacher.... Ist auch wesentlich billiger und schneller - und besser für uns .... wir würden dann so in ein paar Jahren wieder etwas Arbeit haben ....

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



Tiefschwarze Schichten können



ein Bitumengemisch sein, das früher mal als Abdichtung mit Putzträgereigenschaft draufgenudelt wurde.

Und Rohrmattenputz drüber ist oft die simpelste Lösung.