Abdichtung unter Dielung / Unterbau allgemein

10.04.2013 joerjen



Hallo...

ich mache mir seit geraumer Zeit Gedanken, wie ich unter meiner zukünftigen Dielung die Feuchtigkeitssperre ausführe. Muß dies zwingend eine Bitumenbahn sein? Wenn ja, welche? Es gibt ja eventuell auch die Möglichkeit, eine mineralische Dichtschlämme aufzutragen, oder mit Knauf Katja Sprint bzw. der Gefitas PE 3/300 zu arbeiten - was ist davon zu halten?

Der Fußboden des EG (kein Keller) liegt ca. 0.5m über dem Geländeniveau, Hochwasser gab es noch nie und bisher gab es keine sichtbaren Feuchtigkeitsprobleme. Derzeit habe ich auf dem alten Kiesunterbau eine Schicht Beton von ca. 8cm, auf die die Sperre aufgebracht werden soll.

Weiterhin - wenn ich die Lagerhölzer später ausrichte - kann ich das auch mit Edelstahlblechen unter den Lagerhölzern machen, die ich noch habe? Auch diese kleinen Kunststoffstreifen von den Fensterbauern habe ich noch reichlich da.

Spricht im späteren Verlauf etwas dagegen, zwischen den Dielen Zellulose als Dämmung einzubringen? Auch wenn Perlit und Blähton die nobleren Varianten sind, so muß ich doch meine Kosten im Auge behalten.





Hallo,

als Abdichtung ist eine Schlämme auch geeignet. Eine Bitumensperrbahn können Sie auch durch eine Kaltselbstklebende Bahn (z.B. KSA von Bauder) ersetzen. Dann sparen Sie auch Unterlegstreifen für die Lattung.
Ich glaube, das ist kostengünstiger als die Schlämmen.
Da auf einer kalten Betonoberfläche wahrscheinlich Kondensat entsteht, es sei denn Sie hätten unterseitig gedämmt, würde Zellulose schnell matschig werden.

Sollten Sie Platz haben, wäre noch eine Dämmung zu spendieren, EnEV-Bestimmungen lasse ich mal außen vor.



Dielung



Alle genannten Abdichtungen funktionieren und sind für diesen Zweck geeignet.
Als weiteren Aufbau empfehle ich Dämmplatten, Dicke nach vorhandener Höhenlage und Dämmbedarf, darauf 60 mm Steicofloor mit eingearbeiteter Traglattung und Dielung.

Viele Grüße





Leider weiss man nicht, was denn eigentlich unter den (ehemaligen) Dielen ist.

In meinem Schloss liegen die Dielen in den nicht unterkellerten Bereichen auf Lagerhölzern, die im Sand liegen.
Keinerlei Dämmung, hält seit 300 Jahren. Allerdings
scheint da auch noch nie Feuchtigkeit aufgestiegen zu sein.



weitere Fragen



Vielen Dank erstmal für die Anregungen.

@Klaus
Es gibt keine ehemaligen Dielen - Istzustand: Betonboden ohne Sperre und ohne unterliegende Dämmung.

Bis OK Dielung hätte ich ca. 11cm zur Verfügung.

Die Variante mit Steicofloor ist wünschenswert, aber das gibt das Budget eigentlich nicht her. Als Dämmung war hierbei eigentlich die Zellulose angedacht. Mit welcher Dämmung/Schüttung könnte ich denn hier arbeiten?

Nur zum Verständnis - wenn das so ist, dass die Dämmung hier absäuft, so wird das doch bei jeder Dämmung so sein?!? Wie kann ich dem entgegnen, ohne den Beton rauszureißen?





Sie können eine Dämmung wählen, die rücktrocknet ohne ihre dämmenden Eigenschaften zu verlieren. Bei steico wäre das z.B. der Fall.

Grüße



Steicozell



OK...ich bin davon ausgegangen, dass die Zellulose das auch macht.
Wie sieht das Thema denn bei Steicozell aus, also Holzfaser im losen Zustand?
Perlit und Liapor (Blähton) würden diese Aufgabe auch erfüllen, oder?

Wo kann man denn Blähton oder Perlit eventuell in Bigbags kaufen?

Was machen denn die üblichen Fußbodendämmstoffe an dieser Stelle...Styropor etc...würden die dann auch feucht liegen, oder sind die soweit dampfdicht, dass die Feuchtigkeit gar nicht an diese Stelle dringen kann?



Fußbodenaufbau



Wieso gehen Sie davon aus das der Fußbodenaufbau "absäuft"?



Absaufen



Hallo Georg,

Herr Beckmann schrieb: "Da auf einer kalten Betonoberfläche wahrscheinlich Kondensat entsteht, es sei denn Sie hätten unterseitig gedämmt, würde Zellulose schnell matschig werden."

Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich hier mit Zellulose zwischen den Lagerhölzern arbeiten kann.



Fußbodenaufbau



Deshalb halten sie sich an meine Empfehlung, da besteht diese Gefahr nicht.

Viele Grüße



Zellulose



Worin besteht denn der grundsätzliche Unterschied zwischen Zellulose und Holzweichfaserplatten wie Steico etc.?
Beides besteht aus Zellulose, letzteres ist dichter und zu Platten gepresst. Warum gibt es bei Zellulose keine Rücktrocknung, bei Holzweichfaserplatten schon?





Hallo...

wieso funktioniert das System mit Zellulose nicht, aber mit anderen Dämmstoffen?

Welche Schüttung wäre denn verwendbar?



Abdichtung auf Betonplatte,



ich schwöre da auf Bitumenschweißbahn, mind. eine G200 S4 punkt- oder streifenweise auf Betongrundplatte verklebt.
Wenn bei aufschweißen der Bahnen das Bitumen aus den Überdeckungen drückt, sieht man ja das es dicht verklebt ist.
Bei Bitumenabdichtung aber bitte die Betonplatte mit etwas Bitumenvoranstrich streichen, als Staubbinder und Haftvermittlung.
Sollten Sie tatsächlich eine kaltselbstklebende Bitumenbahn verwenden, sollten Sie die Bahnen auch mit einem Brenner oder Warmgasschweißgerät anwärmen um die "Klebekraft" zu aktivieren. Ansonsten besteht die Gefahr von offenen Stößen und Nähten. Auch ist eine kaltselbstklebende Bitumenbahn nicht gerade kostengünstiger.

Mit Grüßen
Danilo



Hallo Joerjen,



ich würde die Bleche und die Plasteteile für andere Zwecke aufsparen und hier das Material nicht mischen, Holz auf Edelstahl, das macht im Zweifel Geräusche. Warum nicht schlicht auf die guten, alten Holzkeilen oder kleine Holzplättchen zurückgreifen? Ich würde auch immer im Bodenaufbau einer Schüttung (Perlite, Blähton, Hanf-Lehm-Gemisch) den Vorzug geben; auch unter einem Aspekt, der hier noch nicht erwähnt wurde: Mäuse fühlen sich in Zellulose schön kuschelig, meiden aber lose Schüttungen, weil sie keine Gänge hineinbauen können. Wegen der Trittschalldämmung würde ich die Schüttung bis an den unteren Dielenrand ziehen und um Dielenknarren zu vermeiden, auf die Lagerhölzer einen Dämmstreifen aus Filz oder Kokos legen!

Viel Spaß und Glück beim Bauen!

Erik Heinrich.



Als weitere...



selbstverklebende Bahn wäre die Gefitas PE3/300 gut einsetzbar.

Für die Holzweichfaserplatten sehe ich Vorteile: Sie sind (auch nach einer theoretisch möglichen geringen Auffeuchtung) formstabil und haben eine sehr gute kapillare Leitfähigkeit. Vor allem aber ist ein HWPl - Aufbau nahezu hohlraumfrei, da die Dielen direkt auf den Platten liegen. Damit gibt es keine nennenswerte Luftzirkulation (die Feuchte unter die Dielung befördern könnte).

Zellulose betrachte ich vor allem als eine Einblasdämmung - aber nicht an der beschriebenen Stelle gegen unbeheizt. Blähton wäre eine Alternative. Das weiße Bimsgekrümel (Perlite) verbaue ich wegen der von mir als stark halsreizend empfundenen Staubbildung gar nicht.

Bei Balkenverlegung: Die guten alten Holzkeile sind an dieser Stelle nicht einsetzbar; wie genau soll auf Keilen das Kippeln des Lagerholzes vermieden werden? Auch 2 gegenläufige Keile (noch mehr Gefummel) liegen nicht fest, wenn man beim Dielenverlegen auf die Lagerhölzer tritt. Die (unkeiligen) Nivellierunterlagen sollten flächig aufliegen und nicht zu klein sein, um zu hohe Flächenlasten auf der Dichtbahn zu vermeiden. Ich verwende Größen ca. 6x10cm und habe mir verschiedene Stärken in Kisten sortiert. Für die Feinjustierung nehme ich Furnierreste, Hartkarton ist gleichfalls gut brauchbar.

Trittschall ist an dieser Stelle nicht nur unwichtig, er wird durch Ausfüllen von Hohlräumen auch nicht gedämpft. Raumschall wird durch diese Konstruktion ggf. reduziert.

"die Lagerhölzer (auf) einen Dämmstreifen aus Filz oder Kokos legen" um Dielenknarren zu verhindern? Das wird immer wieder gern geschrieben, ist aber völlig kontraproduktiv. Durch komprimierbare Zwischenlagen entsteht ja erst das Spiel, das eine Diele braucht, um an ihrer Nachbarin oder dem Schraubenhals zu reiben. Eine weitere Ursache für Knarren wäre der Einbau zu feuchter Dielen. Bei der Nachtrocknung im eingebauten Zustand erhalten einzelne Schrauben etwas mehr Spiel, und es kann knarren.

Grüße

Thomas



Unterlagen



Legt man denn unter die Lagerhölzer irgendwas, dass den Dielenboden samt der Lagerhölzer vom Untergrund etwas entkoppelt...beispielsweise Bautenschutzmatte o.ä.? Das würde ja dann nicht flächig liegen, da das Lagerholz ja sozusagen dann nur auf den Punkten (Flächen) aufliegt, an denen die Nivellierunterlagen liegen...ist das dann sinnvoll oder sollte man auf die Bautenschutzmatte verzichten?



Danke für die Ergänzungen,



selbstverständlich ist mit Schall der gemeint, der sich ergibt, wenn man die Zwischenräume nicht gründlich ausfüllt, so dass ein Resonanzkörper (Trommeleffekt) entsteht.

Falls Keile zum Ausrichten der Lagerhölzer benutzt werden, dann natürlich paarweise gegenseitig und fixieren, oder: siehe @Thomas.

Schüttung hat bei gutem Dämmvermögen den Vorteil, dass auch unterschiedliche Niveaus ausgeglichen werden, kleine Lücken gefüllt und die Handhabung einfacher und zeitsparend ist.

Selbstverständlich nimmt man Dämmstreifen, die nicht federn. Ein üblicher Filzstreifen von 5mm Stärke wird durch das Gewicht des Dielenbodens zusammengedrückt und hat kein oder ein minimales Federungsverhalten, das keineswegs zu Bewegungen und Schwingungen des Fußbodens und dadurch zu Knarren führen würde. Wir haben damit ausgezeichnete Erfahrungen gemacht.

Eine Entkoppelung des Dielenbodens vom Unterboden lässt sich dadurch erzielen, dass man die Dielen auf Dachlatten schraubt, die parallel zu den Traghölzern liegen. Der Dielenboden liegt dann freischwimmend (wie ein Floß) ohne Schrauben- oder Nägelkontakt entkoppelt auf den Traghölzern.

Herzliche Grüße aus dem schönen Havelland.



Eine Entkopplung...



ist laut Eingangsfrage aber völlig überflüssig. Mich würde noch interessieren, wie die gegenläufigen Keile über einer Abdichtung fixiert werden sollen. Kleben ist unpraktikabel, miteinandervernageln wäre allenfalls bei sehr dicken Keilen möglich und ein überflüssiger Aufwand da, wo man einfach eine Fläche passerder Höhe (die auch aus mehreren Unterlagen zusammengestellt werden kann) untergelegt werden kann. Das Schneiden von Keilen gleichen Winkels dürfte ferner manchen Bauherren überfordern.

Deiner Erfahrungen, Erik, will ich Dich nicht berauben, ich kann Dir aber versichern, daß ein korrekt verlegter Dielenboden nicht knarrt - und zwar ohne irgendwelche Unterlagen. Das Brett muß beim Verschrauben auf das Lagerholz gepresst werden, und das gelingt ebensogut mit Dielenschrauben mit Teilgewinde als auch mit den (teureren) Dielenschraubenvon Heco mit selber heranziehendem Vollgewinde. Keine der genannten Unterlagen lässt sich mit der Schraube soweit komprimieren, daß nicht bei einer Punktlast einige Zehntelchen Spiel entsteht. Und dann kann es knarren. Nun wirst Du natürlich schreiben, daß Deine Böden noch keinesfalls niemals nicht geknarrt haben. Schön. Es gibt dennoch keinen einzigen Grund, die Streifelchen beliebiger Konsistenz zu verwenden, da sie nichts verhindern (auch nicht die Schallübertragung), aber als überflüssiges Bauelement eben auch ein gewisses Fehlerpotential in sich bergen.

Grüße

Thomas



@ joerjen



Es könnten Stückchen der Bautenschutzmatte (lässt sich gut sägen) in Größe der nivellierenden Unterlagen ganz unten auf der Abdichtung liegen.

Das schont die Abdichtung und im (unwahrscheinlichen) Fall des Kondenswasserausfalls auch das Lagerholz.

Eine Entkopplung brauchst Du aber aus schalltechnischen Gründen nicht.

Grüße

Thomas



Ach so, ...



... die Brettchen unter den Traghölzern werden also nicht fixiert, sondern einfach drunter geklemmt, oder? Wieder was gelernt.

Wie wir wissen, könnte Holz arbeiten; es kann zu Reibung zwischen Tragholz und Dielen kommen, egal wie fest die Diele montiert wird. Kann es also sein, dass ein Dämmstreifen doch Knarren verhindert? Ich weiß es nicht. Ein schlüssiger Beweis wäre ja eine Vergleichsstudie: Exakt gleicher Dielenboden mit- und ohne Filzstreifen. So eine Studie gibt es m.W. nicht. Ich weiß nur: Wir nehmen immer welche. Es knarrt nicht.

Auf der anderen Seite, welche Fehler könnten denn durch das "überflüssige" Bauteil Dämmstreifen entstehen?

Und, an Thomas als Fachmann: Funktioniert so ein Streifen nicht darüber hinaus, wenn auch nur in geringem Maße, als Wärmedämmung an dem Punkt, wo sonst die Wärmebrücke Holz>Holz wäre?

Heiteres Wochennde an alle!



Tatsachlich,



da die Distanzbrettchen ja flächig liegen und von den Lagerhölzern belastet werden, werden sie nicht fixiert und wandern nirgendwohin.

Mir fehlt noch die Auskunft, wie die Erik'schen Keile ihre zwingend notwendige Fixierung in der konkreten Bausituation erhalten.

Das Arbeiten des Holzes in der Breite führt nicht zum Knarren. Das ist nur beim Betreten zu erwarten, wenn die Diele am Schraubenhals reibt oder aber Hirn- oder Längsholz aneinander reibt. In jedem Falle ist da ein Spiel nötig, um's knarren zu verhindern. Ein Streifen ermöglicht ein größeres Spiel, durch Komprimierung beim Betreten. Das heißt nicht, daß es in jedem Falle knarren muß, aber es wird öfter knarren.

Ich nehme solch Spielkram nicht, und es knarrt auch nicht. Ich habe auch noch in keiner professionellen Verlegeanleitung die Verwendung solcher Streifchen gefunden. in den "Erfahrungs"berichten der Foren geistern sie mitunter herum, soviel ist sicher.

"Auf der anderen Seite, welche Fehler könnten denn durch das "überflüssige" Bauteil Dämmstreifen entstehen?"

Neben der weiteren Komprimierung und erhöhtem Spiel bei Belastung könnte sich ja auch etwas Gekrümel der allseits beliebten Schüttungen in's Streifle treten. Beim Festschrauben verhindern, daß der Streifen komprimiert wird, später durch Belastungen zerrieben werden: Erhöhtes Spiel der Bretters an diesem Punkt.

"Funktioniert so ein Streifen nicht darüber hinaus, wenn auch nur in geringem Maße, als Wärmedämmung an dem Punkt, wo sonst die Wärmebrücke Holz>Holz wäre?"

Ein nach Deiner Darstellung völlig komprimierter Streifen aus Irgendwas? Wärmebrücke Holz-Holz?

Damit wird schon der Freitag heiter, das ist grober Unfug!

Erheitert geht auf eine Baustelle, wo ich gerade 4m lange Kirschbaumdielen verlegt habe (die nicht knarren, weil ich keine Streifen als Zwischenlage verwendet habe): Thomas

Foto nebenan: Eine der ganz wenigen Bauaufgaben der "Frühen Jahre", wo ich als Subunternehmer aufschlug. Extrem enger Lagerholzabstand, um einen Fehler (oder den Geiz?) des mich beauftragenden Handwerksbetriebes auszugleichen: Es wurden 20er Fichtendielen aus der Tüte verlegt, in einem öffentlichen Gebäude! Nivelliert mit Distanzhölzern wie oben beschrieben, auf einen Unterbeton schwankenden Niveaus. Nix knarrt!



Mäuse fühlen sich in Zellulose schön kuschelig



Kann davon einer aus Erfahrung mal was berichten?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Schön, mit wie wenig Aufwand ...



... sich Heiterkeit erzeugen lässt. Dabei ging es doch gar nicht darum, immer Recht zu haben, sondern um FRAGEN.
Wenn auf einem Estrich Traghölzer verbaut werden, dazwischen Dämmung, darauf Dielung; übertragen dann nicht die Traghölzer die Kälte von unten? Und lässt sich das nicht zum Teil vermindern durch einen Filz- Kokos- oder Hanfstreifen zwischen Traghölzern und Dielen? Ich hätte nicht gedacht, dass diese Überlegung „grober Unfug“ wäre, lasse mich mit stichhaltigen Argumenten aber gerne eines Besseren belehren.

Dann habe ich mich gefragt, sind Dämmstreifen zum Verhindern von Knarren wirklich Quatsch? und meine Suchmaschine gefragt. Zu den Stichwörtern „Dielen Dämmstreifen“ kamen im Dutzend Tipps und Forenbeiträge, auch von versierten Fachleuten, die Dämmstreifen befürworten. Aber auch posts, in denen solche als unnötig oder kontraproduktiv herausgestellt werden. Die Fachmeinungen gehen also auseinander.

Die zerdrückten Krümel von Dämmschüttung unter Filzstreifen hatte ich als Stabilitätsrisiko nicht erkannt.
Ich frage, ich lerne, ich fühle mich erheitert, ich brauche keine Dogmen.

MÄUSE bauen ihre Nester und Gänge sehr gerne in weiches, nachgiebiges Material; Zellulose bietet sich da an. Die Tunnel in Dämmschüttungen fallen dagegen immer wieder ein; das hassen die Viecher natürlich. Zu diesem Thema würde ich auch die Erfahrungen anderer Forumsteilnehmer sehr spannend finden!

Wunderschönes Wochenende allerseits!



Hallo Erik,



es ist nun wirklich billig, auf ein Dir nicht passendes Statement mit dem Vorwurf der Rechthaberei zu reagieren.

In Deinem Eingangsposting geht es auch nicht um Fragen, sondern um Behauptungen. Und die halte ich für falsch (und schreib's auch hier).

Holz ist ein thermisch Träger Baustoff mit guter Dämmwirkung - der einzige Dämmstoff, der statisch trägt. Aus diesem Grund ist die theoretische Konstruktion einer (auch noch zusammengedrückten) "Wärmedämmlage" aus einem Filzstreifen eben Unsinn. Ein zusammengequetschter Filz (Kokos-, Hanf-)streifen zwischen Hölzern hat weder eine relevante Dämmwirkung, noch ist diese an dieser Stelle überhaupt erforderlich. Kauf Dir ein genaues IR-Thermometer und miss selber.

Wenn Du Deine Suchanfragen zu "Fachmeinungen" beförderst, frage ich halt 'mal nach dem Niveau nach, ab dem solch Statement statt Papierkorb zum "Fach" wird. Lies die ersten 20 Treffer doch 'mal durch, und ziehe davon all diejenigen ab, die den Streifen unter den Lagerhölzern (zur Entkopplung) anordnen; oder aber zwischen Diele und Balken wenn eine schwimmende Dielen-Platte mit zwischenliegenden Kanthölzern gebaut werden soll (zur Entkopplung). Der Entkopplungseffekt geht verloren, wenn in das filzige (hanfige bzw. kokolorige) Lagerholz geschraubt wird.

Grüße

Thomas



Der Ton macht die Musik ...



... und daher bin ich mehr für interessierte Fragen, als für "Schnauze und hau in deine Klampfe!"

Vielen Dank indes für die in jeder Hinsicht erschöpfenden Antworten.

Von einer Verschraubung durch die außer von mir von verschiedenen Fachleuten favorisierten Dämmstreifen war nicht die Rede, vielmehr von einem in sich verbundenen, aber auf Lagernhölzern und Dämmstreifen frei schwimmenden Dielenboden.

Allen Freunden des thermisch trägen Baustoffes eine heitere Woche!



Holzdämmung



Holz hat sicherlich nicht die Dämmwerte (0,12-0,18) im Vergleich zu Dämmstoff (je nach Variante 0,025-0,04), aber von einer Kältebrücke ist man schon ein ganzes Stück entfernt.

Wenn man nun mit Lagerhölzern arbeitet und die Dielen sozusagen schwimmend auf diesen Lagerhölzern verlegt und dann eben zwischen den Lagerhölzern mit einer Dachlatte verschraubt, was legt man dann denn zwischen Dielen und Lagerholz?

Entkoppelt dieser Aufbau gut beispielsweise von einer Betondecke (bei mir ist die Werkstatt unter den Wohnräumen) und was sollte man dann in den Hohlraum schütten?

Zerreiben sich Perlite und Blähton wirklich?

Bekommt man die beiden Baustoffe eigentlich auch irgendwo im Bigbag? Bei größeren Mengen ist das mit den Säcken doch nervig und unnötig Müll....



tja, joerjen,



ich würde in diesem Falle zwischen Lagerholz und Dielen einen Filzstreifen legen, aber Sie sehen ja, dass andere andere Meinungen haben.

Falls wirklich das eine oder andere Korn Perlite oder Blähton zwischen Dämmstreifen und Lagerholz oder Diele geraten sollte, wird das in der Tat unauffällig zerrieben und die Reste rieseln entweder herab, oder setzen sich im Filz ab. Ein Problem, etwa in Form von Geräuschen oder wackelige Dielen auf einer Prise Blähtonpulver, würde ich nicht sehen.

Ja, es gibt diese Materialien z.T. auch in big packs, meistens aber in Papiersäcken auf Paletten. Eine Alternative könnte auch Hanf-Lehm-Schüttung sein, ebenfalls in Säcken und z.T. in big packs zu haben. Vertrieb von solchen Dämmstoffen und gute Beratung macht z.B. der Naturbauhof.de.

Frohes Bauen!

Erik Heinrich.



@ Erik



"Von einer Verschraubung durch die außer von mir von verschiedenen Fachleuten favorisierten Dämmstreifen..."

Tatsächlich, wer denn? Ein Naturbaustoffhändler, der auch Hanfstreifen verkaufen will? Ich habe so etwas noch in keinem Fachbuch und in keiner Verlegeanleitung eines Dielenherstellers gefunden.

"... war nicht die Rede, vielmehr von einem in sich verbundenen, aber auf Lagernhölzern und Dämmstreifen frei schwimmenden Dielenboden."

Doch genau von ersterem war hier die Rede. Eine Entkopplung der schwimmenden Dielenplatte will joerjen nicht ausführen, sondern hat (in Hinblick auf Deine Filzideen) nach ihrer Notwendigkeit gefragt - und diese wäre in seiner Einbausituation in Hinblick auf Schälle aller Art auch so erforderlich wie ein drittes Knie.

Letztlich fehlt mir noch Deine Antwort, wie Du in der vorhandenen Einbausituation gegenläufige Keile fixieren willst.

Grüße

Thomas



nö Du,



vielmehr schrieb ich nachweislich:

"Eine Entkoppelung des Dielenbodens vom Unterboden lässt sich dadurch erzielen, dass man die Dielen auf Dachlatten schraubt, die parallel zu den Traghölzern liegen. Der Dielenboden liegt dann freischwimmend (wie ein Floß) ohne Schrauben- oder Nägelkontakt entkoppelt auf den Traghölzern."

Und: ja, Du hast RECHT. Man kann ein Keilpaar fixieren, aber Deine Vorgehensweise mit verschieden starken Plättchen ist meistens praktikabler. Im wesentlichen ging es aber vor allem darum, dass sich Metallstreifen oder Plasteplättchen weniger gut eignen.

Und noch einmal der Appell an das Forum: Wer weiß mehr über das Verhalten von Schadnagern, sprich Mäusen, in den verschiedenen Dämmmaterialien? Ich weiß nur, dass wir dauernd welche auch unter dem Boden hatten, bis wir einen neuen Fußbodenaufbau mit Dämmschüttung erstellten.

Mit schönen Grüßen,

Erik Heinrich.



Erik,



schön, daß Du das geschrieben hast. Es wollte aber doch hier keiner wissen.



Hanf-Leichtlehm



Da ich immer mal wieder über eine druckfeste Schüttung nachdenke, sind mir Bituperl und auch Hanf-Leichtlehmschüttungen (Hanf-Leichtlehm) aufgefallen, die man wohl auch für eine flächige Belastung verwenden könnte, d.h. bspw. mit Holzweichfaserplatten drauf.

Verklebt sich Bituperl ähnlich wie Mehabit?

Noch eine Frage zum Blähton - kann dieser auch solche flächigen Lasten abtragen?