Nachträgliche Dämmung von Mansarddach

27.09.2004



Unser Haus hat ein Mansarddach mit folgendem Aufbau, dass
nachträglich gedämmt werden soll.Von innen nach außen: Kalk- Sand Putz
2cm, Stroh-Lehmschlag auf Lehmwickel(waagerecht an den Sparren befestigt) , Luftschicht, ca. 20mm starke Holzverbretterung auf den fast senkrechten Sparren,
Teerpappe, Zementfaserplatten. Wir haben bis auf die Sparren
und Lehmwickel von außen alles entfernt. Wie und womit kann
man zwischen den Sparren direkt auf die Lehmwickel dämmen?
Macht das Sinn und wie muß der Aufbau sein, dass keine
Schäden entstehen.



Das kann man so pauschal nicht sagen ...



du musst schon noch ein paar Angaben mehr machen:

-geplante Nutzung, gewünschtes Ziel der Dämmung,
-Stärke,Reststärke der Sparren
-Dämmung von aussen oder innen gewünscht/machbar



Das macht Sinn!



Ich schlage eine Zellulosedämmung vor.
Die Sparren werden von außen bis auf das erforderliche Maß (einzuhaltende Vorgabe der EnEv U-Wert 0,30 W/(m²K)) aufgedickt. Dann folgt eine latexvergütete Holzweichfaserplatte (wasserabweisend) Konterlattung, Verbretterung, Bitumenpappe, Dacheindeckung z.B. Pfannen oder Schiefer.
Genaue und verbindliche Angaben kann man allerdings erst machen, wenn man noch ein wenig mehr weiß.
- Sparrenquerschnitte und Abstände
- Ausbildung des Fußpunktes
- Ausbildung des Überganges zur oberen Dachfläche
- Gauben
- Putzdicke
- Dicke Lehmwickel
...



Aufsparrendämmung / Zwischensparrendämmung



Guten Tag Herr Buschmann,

im Prinzip würde ich den Aufbau auch so machen wie von Fred Heim beschrieben. gegen Zellulose habe ich allerding Aversionen:
Eine Zellulosedämmung mit reproduzierbaren Eigenschaften (Dichte, Gewicht, Wärmeleitfähigkeit) ist nicht herstellbar, jedenfalls nicht auf einer Baustelle, vielleicht im Labor. Und das verlange ich als Planer von einem industriell hergestellten Wärmedämmstoff natürlich zuerst. Im Schlimmsten Fall, wenn nämlich irgendwo Feuchtigkeit eindringt oder doch Kondensat anfällt, haben Sie eben Pappmachee. Nachdem trocknen bleibt sie das dann auch. Anders die üblichen Dämmstoffe wie Steinwolle, Schafswolle, Baumwolle, die leicht sind und Feuchtigkeit auch wieder abgeben.

mit besten Grüßen



@ Dietmar Beckmann



bzgl. der Beschreibung der Qualität von Zellulose möchte ich natürlich widersprechen.
Selbstverständlich ist an der Baustelle eine Qualität gem. den Vorgaben der Zulassungen zur Erreichung der vorgegebenen Dämmwerte möglich. Außerdem zeigt die Zellulose bei Feuchtigkeitseinwirkungen ein wesendlich besseres Verhalten als alle syntetischen Dämmstoffen. Feuchtigkeit führt nicht etwas zu einem Verklumpen des Materials sondern lediglich zu einem Verfestigen, bei gleichbleibendem Dämmstandard, wenn eine Austrocknung wieder stattgefunden hat. Da die Zellulose genau wie andere Naturbaustoffe in der Lage ist Feuchtigkeit zu transportieren muß hier nicht mit Bauschäden gerechnet werden. Diese Eigenschaft bietet z.B. Steinwolle genau wie Glaswolle gar nicht. Entsprechende Schadensberichte von angegriffenem Holzwerk, durch nicht ausdiffundierter Feuchtigkeit im Umfeld von künstlichen Dämmstoffen können jedes Jahr nachgelesen werden.
Baumwolle und Schafwolle sind neben Jute, Hanf, Kokos, Holzweichfaser und anderen Dämmstoffen sicher von einer genauso guten, oder besseren Qualität wie die Zellulose. Die Steinwolle hat aber in dieser Aufzählung nichts zu suchen.
Darüber hinaus bietet natürlich ein etwas schwererer Dämmstoff bei gleichem Dämmwert noch eine höhere Qualität bzgl. des Schallschutzes und vor allem bzgl. des sommerlichen Wärmeschutzes. Spitzenreiter ist hier sicher die Holzweichfaserplatte als Aufsparrendämmung.