Zeichnen

11.08.2004



Ich möchte den Grundriss unseres Hauses und Scheune zeichnen (Fachwerkhaus unter Denkmalschutz und Ausbau der Scheune). Auf was muß ich achten, damit Bauunternehmen und Handwerksbetriebe sich zurecht finden? Servus Helga



Hallo Helga :)



Da musst Du schon sehr genau arbeiten. Ich überlege gerade mir ein Lasermessgerät zuzulegen, weil die letzten Zeichnungen trotz Spezialbandmaß (25 m aus dem Straßenbau) zu ungenau wurden (EG passt nicht aufs OG usw.).


Dann, wie steht es mit deinen Computerkenntnissen? Es gibt relativ günstige "CAD"-Anwendungen (z. B. von Data-Becker oder ARCON), mit denen Du deine Zeichnungen auch in Formate bringen kannst, die ein anderes Computer-Aided-Design-(CAD)Programm importieren kann. Dann braucht dein Planer oder Handwerker sie evtl. nicht noch einmal erstellen.


Aber vor allem braucht es ein genaues pingeliges Aufmaß

Liebe Grüße
Heide



Liebe Heide,



bitte übertreibt es nicht mit eurem Umbau.

(EG passt nicht aufs OG usw.)

Das Tauschen von Geschossen - also das Erdgeschoss nach oben und das Obergeschoss nach unten - würde ich nur von ausgewählten Fachfirmen durchführen lassen. Der kritische Moment des "schwebenden" Obergeschosses darf nicht unterschätzt werden. Nachdem Ihr das EG seitlich rausgeschoben habt und das Obergeschoss absenkt, muß das DG in der berechneten Höhe verbleiben, damit das Einschieben des neuen OGs, also des vormaligen EGs, normgerecht erfolgen kann.

Aber ob sich der Aufwand lohnt? Wie auch immer, bitte macht ordentlich Fotos, wenn es soweit ist ;-). Ach ja, ich glaube das nennt man Geschosstranslozierung.



CAD-Programme



für Altbaudarstellungen sind etwas Feines in der Hand von wirklichen Könnern mit guter Ausbildung (nicht nur am Computer)sondern auch im Bauwesen, der Geodäsie und in der Architekturdarstellung. Im Durchschnitt sind die Ergebnisse aber grottenschlecht. Und wenn ich schon die einschlägigen Adressen höre....................
Da ist ja simcity realitätsnäher.
Die wirklich brauchbaren Programme sind schließlich nur zum Preis einer kleinen Haussanierung zu haben.
Empfehlung für Sie als Erstausstattung im Zeichnen:
2 Druckbleistifte 03 und 05 bzw. TK-Stifte für Traditionalisten).
Ein Satz Rotring oder vglb. Tuscheschreiber 025, 035, 050
2 große Dreiecke 45 und 60 Grad
1 Maßstab (Lineal ohne Halbmillimeterteilung !)
1 Rolle Malerkrepp
1 Radiergumme, Rasierklingen, 1 Zeichentischbesen
Zeichenkarton von mindestens 120 g. Und als Zeichentisch ein glattes Türblatt auf Malerböcken, den Sie auf die Baustelle mitnehmen können.
Für Altbauten braucht man keine Schiene.

Fertig ist das on-site-office.

Viel Spaß



@ Dietmar Beckmann



Hallo,

Spirit kostet doch nur ungefähr 10'. Dafür kann ich nicht sanieren ;-)

Gruß aus BS



@ Bernt Froehlich



jetzt, beim Ausschalten hat es noch gezündet:
SPIRIT nicht "Sprit" haben Sie geschrieben. (Für Leser: das ist ein gebräuchliches CAD-Programm für Architekten); damit hat sich meine Dumme Frage auf Ihrem Profil erledigt.

Aber sanieren müssen Sie doch immer noch ! Das Teilchen organisiert doch nur die Zeichenarbeit anders.

Und ich finde, daß Anfänger im Zeichnen ruhig die elementaren Techniken üben sollen, mit einer Ausrüstung, die weniger als 100 Euro kostet (Zirkel hatte noch vergessen).



Gebe Herrn Beckmann recht -



die Qualität von handgezeichneten Pläne direkt auf der Baustelle ist i.d.R. besser als CAD-Pläne, vor allem wenn diese nicht vor Ort erstellt werden.
Zudem gaukeln CAD-Pläne oft eine grosse Genauigkeit vor, die Sie aber nicht haben. Ich selbst zeichne meine verformungsgerechten Aufmasse vor Ort auf (soweit es die Zeit erlaubt) bzw. per Laptop vor Ort.
Es ist aber wohl nicht sinnvoll, sich für die Bauaufnahme eines Hauses in ein CAD-System einzuarbeiten, bis man das beherrscht hat man das halbe Haus per Hand erfaßt.
Viel Erfolg beim Messen!
[P.S.: ... und nehmen Sie Kontrollmasse/Triangulation/etc.]



Zeichnung des Fachwerkhauses unten Scheune!



Guten Tag Helga Simon.
Zu ihrer Frage mit den Zeichnung würde ich Ihnen vorschlagen dass sie sich an einen Fachplaner (Architekten oder einen Handwerksmeister der Bauvorlagen berechtigt ist) zuwenden zwecks Bauantrag.
Sie könnten aber vorher einen Entwurf erstellen der Angaben gibt über (Größe der Zimmer, Anzahl der Räume, Küche, Toiletten, sonstige Räume, usw.) Desweiteren sollte man beachten Statik der Holzkonstruktion und auch ganz wichtig ist das man das Abwasser, Nutz Wasser, und die Elektroinstallationen beachten sollte

Also Sie sehen dass es bei der Planung ganz entscheidende Sachen zu beachten sind die man nicht einfach mal so auf Papier bringen kann deswegen sollten Sie sich einen Fachplaner nehmen damit sie nachher auch eine optimale Nutzung ihres Gebäudes Gewährleisten können.

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Danke für die Antworten, aber.....



Mein Mann möchte von Bauunternehmen einen Kostenvoranschlag (hier einen Festpreis)haben. Erst wenn wir das Bauunternehmen haben, wird der Bauantrag gestellt und damit wohl auch "ganz genaue " Bemessungen gemacht. Ich möchte jetzt nur den Bauunternehmen eine Zeichnung machen worin sie sehen wieviel der Rohbau (Ausbau der Scheune)kostet. Natürlich werden sie auch informationen bekommen über den Zustand und anderes außer dem Aufmaß.
Auf was muß ich bei diesen Bemessungen achten? (zB Balkendicke?)



Ohne genaue Ausschreibungsunterlagen kann man auch keinen genauen Preis ermitteln!!



Guten Tag Helga Simon.
Wie schon geschrieben habe sollten sich einen Fachplaner hinzunehmen den wie soll der Bauunternehmer den genauen Preis für Wandaufbauten und Deckenkonstruktionen berechnen wenn er diesen nicht genau kennt?? Wenn sie sich unterschiedliche Angebote hereinholen werden auch sehr unterschiedliche Preise und Aufbauten dabei herauskommen und dies kann jawohl nicht der Zweck einer Ausschreibung sein! Deswegen ist es ganz wichtig das dieses Bauvorhaben im Vorfeld geplant wird und nicht von jedem einzelnen Bauunternehmer
wenn Sie diesbezüglich noch Fragen haben kann ich Ihnen nur vorschlagen ein solches Leistungsverzeichnis zu erstellen und sie Vorort zu beraten (denn es ist besser im Vorfeld ein bisschen mehr Geld auszugeben als im nachhinein durch Ausführungsfehler noch mehr Geld zu versenken)

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden





hallo,
eigentlich wollte ich mich die ganze zeit, so als besserwisser architekt, raushalten, aber irgendwie schein mir eure vorgehensweise ziemlich kopf- und konzeptlos. jetzt, nach über einem jahr, wollt ihr zeichnungen machen, und das für bauunternehmer, die euer schmuckstück pauschal kaputtmachen wollen? entschuldigung, aber ... vorsicht!

schöne grüsse christian bernard



ICH bin nicht konzeptlos, nur wohnt hier ein Berg von Problemen.....



Und über diesen Berg von Problemen, Ängsten und Ansprüchen versuche ich zu steigen. Das mag wohl konzeptlos wirken, nur ich komm nun nicht anders weiter. ICH hätte einen Architekten, ein Bauunternehmen, daß sich mit denkm. gesch. Fachwerkhäusern auskennnt, und ich kann da mitarbeiten und ich denke, daß die aus Erfahrung auch wissen wo man sparen kann.... nur da ist mein Berg, der steht im Weg. Da wir erst Ende 2005 wieder flüssig sind, wird das richtige Bauen erst 2006 beginnen. Hab also noch Zeit konzeptlos zu wirken!
Danke für die Entmutigende Antwort. Helga



Zeichnung



Dag ok, Warum denn gleich eine Zeichnung, eine maßstäbliche Skizze genügt doch wohl auch. Zollstock, Bleistift und Skizzenblock. fangen Sie innen an. Stellen Sie sich in Zimmermitte und machen einen Zimmerumriß aufs Papier. Suchen Sie sich eine Zimmerecke aus und dann im Uhrzeigersinn alles aufmessen, Türöffnungen und immer bezeichnen was hinter dieser Tür ist, damit die Anschlußblätter zugeordnet werden können, Fensteröffnungen, Schornstein usw. Haben Sie ein Zimmer fertig bezeichnen Sie das Blatt und dann in gleicher Weise das nächste Zimmer usw. Nehmen Sie Lage und Ausmaße der Treppe mit auf. Abstand des Antritts von einer Wand und Abstand des Austritts von einer Wand. Wenn Sie mit einem Zimmer fertig sind sollten Sie Länge und Breite des Zimmers in eins durchmessen um etwaige Messfehler bei den Teilmessungen auszuschließen. Haben Sie im EG alles aufgemessen kommt daß nächste Geschoß an die Reihe, usw. Da es sich um ein Fachwerkhaus handelt sind die Innewandstärken alle ca. 15 cm dick, überprüfen. Legen Sie eine Stärke für alle Wände fest, ein cm ist kein Maß. Haben Sie Innen alles aufgenommen, kommen das Außenmaß dran. Länge, Breite des Gesamtbaukörpers. Lage des Eingangs, Lage der Fenster im EG von Außen. Nun müssen Sie noch die Nordrichtung bestimmen. Gehen Sie Mittags vor das Haus und wenn vorhanden scheint die Sonne. Blicken Sie zur Sonne und hinter Ihnen ist Norden. Einen Hinweis noch, wenn vorhanden bestimmen Sie möglichst präzise die Lage des Schornsteins. An ihm kann man ziemlich genau andere Bauwerksteile einordnen, geht er doch durch alle Geschosse. Aus den Differenzen der Inne- und Außenmaße lassen sich dann auch die Wandstärken bestimmen. Haben Sie nun die einzelnen Aufmaßblätter bringen Sie maßstäblich alles ins Reine auf ein sauberes Stück Papier. Möchten Sie nun Änderungen am Bau einplanen stellen Sie die farbig da. Rot ist Neubau, Gelb ist Abriß.
Auf die Schnittdarstellung und höhenmäßige Einordnung der einzelnen Bauteile bin ich vorerst bewußt nicht eingegangen. Dies wäre nun eine sehr vereinfachte Darstellung einer Bauaufnahme mit Bleistift und Papier ohne Laser und Spirit. Eins wäre noch, nehmen Sie wirklich einen Bleistift. Man kann radieren und bei den ersten Regentropfen bleiben die Striche auf dem Papier. Nu den man tau.



entmutigend?



hallo helga simon,
entmudigend sollte mein beitrag nicht sein, aber ein bischen meine verwunderung ausdrücken. mir scheint ich liege gar nicht so falsch. aber mit einem architekten und bauunternehmer, welche sich mit Fachwerk auskennen, kann ja nichts schief gehen. nach dieser darstellung bin ich auch ein bischen beruhigt. also, nicht für ungut, nicht entmutigen lassen und weiterhin fragen und auf konstruktive und zwischendurch entmutigende antworten warten.
schöne grüsse
christian bernard