Buchstabenfolge von Zimmerleuten




In der Synagoge von Nordheim-Hessen fanden sich folgende
Buchstaben, für die ich eine Erklärung suche:
z m v oder z m w
Diese Buchstaben waren an einem Dachbalken eingeschlagen.



Hallo,



ZMw ist die Abkürzung für Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke...

Spaß bei Seite...

Zmv oder zmw könnten doch die Abkürzungen für " Zimmermeister V... oder W..." sein.

Mit freundlichen Grüßen Danilo



Balkenmarkierung



Hallo,

an meinem Balken sind auch Markierungen - allerdings sind sie bei mir mit römischen Ziffern nummeriert.

Könnte das an der Synagoge evtl auch der Fall sein?

Gruß
Andreas



Zimmererzeichen



Das sind keine Buchstaben sondern bestimmte Abbundzeichen, die Zimmerer zum Markieren der einzelnen Tragwerkshölzer verwenden (Picks, Halbmonde, Ruten, römische Zahlen...) um die vorgefertigten (abgebundenen) Hölzer montieren zu können.

Viele Grüße



zimmermannszeichen zmv



danke für den tollen Tipp vor dem Schreiben das Gehirn einzuschalten. Ich finde das dieser community unwürdig, solche Textpassagen zuzulassen. Aber danke für den Hinweis auf Zimmermeister.... Generell wurden ja Abbundzeichen auf durch Buchstaben auf den Balken markiert.
Freundlich grüsst
Hansmartin Unger und dankt Ihnen für die Hilfen.



Schlagziffern



Dazu sollte man wissen: Wurde das Gebäude vor hunderten von Jahren errichtet und wurde später zu einem Gemeindehaus der jüdischen Mitbürger. Oder wurde es gleich als Synagoge errichtet. In dem Fall könnten die von Ihnen entdeckten (es gibt dort sicher noch mehrere) Zeichen auch einen semitischen Sinn haben.



hat



den die Synagoge die Jahre 1933-45 unbeschadet überstanden - vielleicht wurden die Balken auch nur nei einem Wiederaufbau aus einem anderen Abbruchobjekt verwendet.



synagoge nordnheim-biblis



wurde 1842 gebaut und angs der vierziger Jahre im 20. Jahrhundert abgerissen. Zimmermann war ein hertzberg
MfG
H M Unger



Mal eine Frage



zur Frage. Ich weiß, das soll man nicht machen, könnte aber vielleich auch was klären: War es nicht so, dass Juden manche Berufe nicht erlaubt waren? Da könnte ich mir Handwerksberufe auch drunter vorstellen. Ansonsten:
I/ = 1.Stiel, 1. Längswand, IIII//// = 4.Stiel 4.Längswand
V(=5),......VIIII(=9).....XV = .....
Dann gibts noch Zahlen mit kleinen Eckchen dran für Querwände. Alleinstehende Eckchen die das Stockwerk bezeichnen.
Ich habe in Deutschland noch keine Bude in den Fingern gehabt, in der diese Zeichen wesentlich anders waren.Manchmal hmns die Zimmerer variert, aber es war immer relativ leicht das System zu knacken. Und in England sah ich die auch.
Ralph Schneidewind
Ps.: Dass die 4, 9, 14, 19......anders sind als bei den Römischen zahlen, liegt nicht daran, dass die Zimmerer doof waren, sondern um in der Hektik des Richtens(Stichwort: Richtfieber!)Verwechslungsgefahr auszuschließen. (Rechts ist da wo der Daumen links ist.....oder?)



Hallo,



könne Sie ein Foto der Inschrift hochladen?
Ich glaube nicht das es sich um einfache Abbundzeichen handelt.
Einen Zusammenhang der Inschrift mit der Nutzung als Synagoge halte ich auch für unwahrscheinlich.
Da währen doch ehr hebraische Zeichen zu finden.

Mit freundlichen Grüßen Danilo



Bild



Hallo,

ein Bild könnte helfen.

Ansonsten macht es Sinn mal Quellmaterial zu suchen und zu schaun ob die Initialen irgendwo auftauchen (Gemeindearchive. Eine solche Inschrift mit initialen ist Gold wert.

ZMW sieht für mich eindeutig nicht nach Zimmermannszeichen aus und wenn, dann sollten sich diese an mehr als nur einem Balken finden und sich typischerweise nicht zu oft wiederholen.

Gegen 1842 gehe ich davon aus dass der Beruf noch nach dem Namen genannt wird (zum Beispiel Mathias Weber, Zimmerer zu Nordheim oder schlicht Mathias Weber, Zimmerer).

Ein Bild wäre hilfreich, man könnte vielleicht erkennen ob es mit einem typischen Werkzeug des Handwerks eingeschlagen wurde oder später von einem Laien eingeritzt.

1842 ist nicht so lange her. Wenn es noch Archivmaterial und vielleicht Bücher über die Regionalgeschichte gibt, lässt sich sicher noch herausfinden welche Sägewerke es in der Nähe gab, etc. Namen von Waldgeraiden lassen sich auch relativ einfach herausfinden. Außerdem (wenn möglich) macht es Sinn zu schaun ob die Hölzer sekundär verwendet wurden oder direkt aus dem Wald dorthin kamen. Juden waren zum Teil gezwungen immer direkt bei den Herzögen zu kaufen. Hier ließen sich alte Urkunden und Rechnungen auffinden (das ist gar nicht so unwahrscheinlich).

Du schreibst die Synagoge wurde abgerissen? Die Zeichen wurden also früher gefunden als sie noch stand, richtig? In dem Fall lässt sich der mögliche Zeitrahmen ja eingrenzen.

Hier gibt es übrigens eine ähnliche Inschrift in einer Synagoge: http://www.alemannia-judaica.de/bischhausen_synagoge.htm

Viel Erfolg ! Bei mir hats ein halbes Jahr und gefühlt 20 Antiquariate und Archive gedauert bis ich die Geschichte unseres Hauses zumindest bis 1792 zusammenhatte :)

Gruß
Christoph



Achso...



..und wenn es in der Gegend einen einigermaßen intakten jüdischen Friedhof gibt, würde ich dort auch mal schaun ob nicht eine ähnliche Inschrift auftaucht.

Gruß
Christoph



Nochwas...



Holz kam zu dieser Zeit in der Gegend vom Vogelsberg oder aus dem Odenwald.

Z könnte auch für einen Zollverein stehen. M für Mainz und W für Worms (bzw. V für Vogelsberg). Das ließe sich einfach herausfinden.

Die Synagoge wurde übrigens 1832 gebaut und 1982 abgerissen.

Gruß
Christoph