Zimmertüren nach historischemVorbild einbauen

11.08.2006 Karin P.


Ein fröhliches Hallo in die Fachwerkrunde,

in unserem Flur treffen sich Jahrhunderte. Hier grenzt der alte Teil des Hauses an den in den 60ern erneuerten. Nach viel Überlegen, wie hier ein sanfter Übergang zu schaffen ist, haben wir beschlossen, neue Massivholztüren und -zargen einzubauen. So viel zu den Rahmenbedingungen. Jetzt meine Frage:

Wer kann Tipps geben hinsichtlich des Einbaus der Türzargen, der nach historischem Vorbild erfolgen soll, wenn auch nicht nach mittelalterlichem, sprich Scharnier auf Fachwerkrahmen? Speziell geht es dabei um die Hinterfütterung und Befestigung der Zargen. Macht es Sinn, mit Hanf zu stopfen? Ist damit die erforderliche Standfestigkeit gewährleistet? Bauschaum und ähnlicher Müll scheiden aus. Es kommen nur ökologisch sinnvolle Materialien in Betracht.

Ich bin gespannt auf Eure Ideen und Erfahrungen.

Liebe Grüße
Karin



Zargen müssen befestigt werden



Hallo Karin,

nur mit Hanf wirst Du die Türen nicht fest bekommen, was spätestens dann notwendig wird, wenn z.B. Kinder (oder Ehepartner ...) in bestimmten Lebensphasen mit den Türen "schmeissen", also diese lautstark zuwerfen ...

Ich habe in meinem Haus, das ein Neubau im Anschluss an Altbestand ist, lauter alte Füllungstüren verbaut.
Diese Türen sind in der Regel wesentlich schwerer als die heute üblichen Innentüren. Ich nehme an, Deine neuen Füllungstüren werden das ebenfalls sein.
Also brauchst Du einen vernünftigen Türrahmen. Bei mir waren das massive Rahmen, die jeweils nach Maß in Anlehnung an die bestehenden Maße der Türen gefertigt wurden, ca. 4 cm stark. Darauf wurden dann noch die sichtbaren Türrahmen befestigt.

Es gibt inzwischen auch Massivtüren vom Baumarkt, die aber auch das "Problem" haben (wie alle Türen), dass sie mit der Wand fest verbunden werden müssen. In der Regel wird das durch Ausschäumen mit Bauschaum gemacht. Falls Du das nicht willst, bleibt nur die Befestigung mit Blechlaschen am Wandrahmen. Vorher die Tür mitsamt Rahmen im Wandausschnitt ausrichten und mittels Keilen grob befestigen. (jeweils links und rechts oben 2 Keile gegenläufig gegeneinander in den Spalt, dann kann die Tür gut ausgerichtet werden). Zuerst mit Wasserwaage ausrichten, dann aber auch das Schliessverhalten der Tür berücksichtigen, bzw. ob sich ein Spalt bildet, etc.
Wenn die Tür gut ausgerichtet ist, die Blechstreifen festschrauben, dabei vorsichtig vorgehen, beim Einsatz von Akkuschraubern kann sich die Tür durch das Anziehen der Schrauben wieder verziehen. Wenn die Tür fest ist, kann der Spalt ausgestopft werden, dann das Deckbrett drauf.

Viele Grüsse, und viel Erfolg!

Helmut Fassl