Alte Flügeltür Tür im Innenbereich




Hallo zusammen :)

Wir haben auf dem Dachboden eine alte Doppelflügeltür entdeckt (ca 120 Jahre alt) und würden Sie gern als Eingang für unser Ankleide-Zimmer verwenden. (Der Durchbruch wird extra gemacht und kann auf die Maße der Tür angepasst werden) Die passende Zarge ist allerdings nicht mehr vorhanden und nun bin ich ein bisschen ratlos wie man am besten vorgeht. Ist es möglich es trotzdem selbst zu machen ?

Für Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar!



Dachbodenfund : Glückwunsch !



Für die Wiederherstellung von passenden Türzargen und -futter frage am Besten die lokale Tischlerei
Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke.de



Wie



dick ist denn die Wand, in die die Tür soll?

Für dünnere Wände habe ich schon öfter erfolgreich heimwerkerisch neue Blockzargen gebastelt. 4 Kanthölzer 50 mm stark und möglichst gerade, das Maß in die andere Richtung wird durch die Mauerstärke bestimmt (samt Putz sollte die Zarge auf beiden Seiten exakt bündig mit der Wand sein). 4 Teile zuschneiden und Zusammenfügen. Die Maße ergeben sich folgendermaßen: lichte Weite = Breite beider Türflügel im Falz minus 4 cm für den Falz der Zarge (zwei auf jeder Seite). Lichte Höhe ist je nach Einbausituation Höhe der Türflügel im Falz minus 2 oder 4 cm, letzteres wenn die Türschwelle eben mit dem umgebenden Boden sein soll.

Die Länge der senkrechten Teile ist gleich der lichten Höhe, die der waagrechten ergibt sich aus lichter Weite, zweimal 50 cmm für die Stärke der senkrechten Teile und zweimal ca. 100 mm "Ohren" zum Einmauern.

Die Teile werden je nach handwerklichem Eifer und Fähigkeiten verzapft (dann müssen die senkrechten Teile um 100 mm länger sein, damit man die Zapfen bekommt) oder verschraubt, letzteres machen inzwischen auch viele Tischler.

Die Zierverkleidungen kann man je nach Grad der Verzierung mit der Oberfräse selber anfertigen oder muss zum Tischler gehen und hoffen, dass der für eine Tür überhaupt sich in Bewegung setzt (für ein einzelnes Fenster haben wir hier zum Teil nicht mal Kostenvoranschläge gekriegt). Die werden an der Zarge auf Gehrung geschnitten mit ordinären 60er-Drahtstiften befestigt.

Bleibt noch der Anschlag der Tür mit optisch passenden Fitschenbändern. Das habe ich bis jetzt den Profis überlassen, werde es aber im Sommer erstmals selbst ausprobieren (bewaffnet mit einem Multimaster-Billignachbau und Tauchsägeblatt in Stärke der Bänder).



Das klingt...



einfach schrecklich.

Eine alte und erhaltenswerte Tür hat offenbar eine gewisse optische Qualität.

Es gehört also eine passende Zarge dazu statt Kanthölzer aus dem Baumarkt.

Nicht alles muß selberzusammengerödelt werden, es gibt doch sicher auch noch andere Spielwiesen am Haus für die ungebremste Baufreunde.

Grüße

Thomas



Also



bis auf die Holzqualität besteht keinerlei Unterschied zwischen den hier original vorhandenen Blockzargen und meinen Eigenbauten. Und die Eigenbauten sehen nach zum Teil 20 Jahren auch noch ganz gut aus. Wenn ich von den neueren welche fertig lackiert habe stelle ich mal Fotos rein.

Die letzten Kastenfenster vom Profi waren übrigens mit Spanplattenschrauben gefügt *grml*



Huch,



Trockenbauschrauben im Fenster. Sowas hat ein Fensterbauer gar nicht. Dann war's kein Profi :-(

Blockzargen sind in meinem Umfeld höchst selten, zu dieser Zeit passt das aus meiner Sicht nicht.

Grüße

Thomas



Das



ist dann wohl regional unterschiedlich. Hier gab es bis in die 60er praktisch nur Blockzargen, mit Ausnahme von Türen in Wänden >30 cm Stärke. Da ist eine ungehobelte Blockzarge als tragendes Element eingebaut und mit 20 mm starken Zierfuttern verdeckt. Am wildesten waren unsere alten Türen im Bauernhaus - Eiche 10x10 cm! Leider trotzdem völlig morsch.

Mit den Schrauben habe ich auch heftig aufgejault - das war der erste und letzte Auftrag dieses Tischlers.



Gibt's...



...mal ein Foto von einer historischen gründerzeitlichen Blockzarge?

In Sachsen ist das alles zierbefuttert, soweit es keine einfachste Tagelöhnerkate ist.

Grüße

Thomas



Klar,



kann ich machen! Im eingebauten Zustand heute Nachmittag, lose Zarge habe ich nur im Weinviertel, nicht in Wien. Zum Teil gab es aber auch Blockzargen mit eingefrästen Verzierungen, besonders bei Wohnungseingangstüren. So eine hab ich in Teilen hier in Wien, kann ich fotografieren wenn ich drankomme.



hallo,



bei uns im Globusbaumarkt gibt es sogenannte Altbauprofile aus Kiefer, sie sehen genauso aus wie die vorhandenen Türzargen in meinem Haus. Allerdings ist mein Haus bzw die Türen auch nicht so alt wie deins, allerdings gibt es auch noch einige andere Profile dort.



Der kleine Unterschied



Es bedarf schon des geschulten Auges eines Restaurators, zu erkennen, ob die fertig angebotenen Zierprofile nur weitere Varianten des kitschigen "Landhausstils", den leider aber auch viele Tischler produzieren, oder ob es historisch stimmige Profile sind, die zum Haus passen.

Viele der Zierprofile, die in Baumärkten angeboten werden, die aber auch von industriellen Türenanbietern verwendet werden, sind m.E. nur weitere Varianten des berühmten Gelsenkirchener Barocks, vor allem in Kombinationen wie astreiches Billignadelholz und Rokokkoüberfrachtung an Industriezierrat.

Anderseits kann ich leider nur bestätigen, was hier auch geschrieben wurde: Für so einen "Kleinkram" fangen viele Tischlereien gar nicht erst an. Schön, wenn es in Sachsen anders ist.



Sodele,



die versprochenen Fotos. Das erste Bild zeigt meine Badezimmertür in einer halbsteinstarken Ziegelmauer.



Dann



Nummer zwei: die Holzqualität war auch nicht unbedingt immer allerfeinst. Selbe Tür, andere Seite der Zarge.



Zu



guter Letzt noch eine Tür in einer Wand aus 7,5er-Gipsdielen.