Doppelzange verlegen / unterbrechen

24.02.2010



Hallo liebe Baugemeinde,

mein Dach soll in Kürze ausgebaut werden und dabei stören die beiden Doppelzangen im Raum. Ich habe ein abgestrebtes Pfettendach mit Windstühlen und zwei Doppelzangen auf ca. 1,9m Höhe und 4m auseinander. Das dach ist insgesamt 12m lang und 4m hoch, 10m tief.
Ich würde die beiden Zangen gern ersetzen, höher legen oder unterbrechen, um Höhe für Türen zu schaffen. Das Thema habe ich mit meinem ortsansässigen Statiker besprochen und habe dadurch leider eher Zweifel als Klarheit bekommen. Er meint, dass die Belastung überwiegend von den 4 Stühlen auf jeder Seite getragen wird und daher die Zangen auch leicht durch z.B. Windrispenbänder ersetzt werden könnten.
Hier kommen meine Zweifel: Warum wurden dann die Doppelzangen als 8x16cm ausgeführt, wenn die Belastung nicht so hoch seiin soll.
Habt Ihr Vorschläge, wie hier unterbrochen, verlegt werden kann? Dieses Problem dürfte doch sicher einigen bekannt vorkommen, da meine Dachkonstruktion zwar veraltet ist, aber gerade aktuell genug sein müsste für evtl. nachträgliche Dachausbauten an Altbauten.

Grüße
Hannes



als



Maurer mit einigen statischen Grundkenntnissen wage ich mich mal weit vor: Die Doppelzangen könnten doch auch oberhalb der Pfette liegen. Vielleicht versuchen, oberhalb eine analoge Verbindung einzubauen (kraft- und formschlüssige Verbindungen) und danach im Bereich der Tür links und rechts einen Ständer rein, der zwischen den Zangen zum Boden reicht - als Türbegrenzung, feste Verbindung (ev. auch Streben) und dann die untere Zange im Bereich der Tür ausschneiden. Das dürfte doch halten und käme auf etwa 2,10 m. Bei Rispenband hätte ich meine Bedenken, denn die nehmen keine Druckkräfte auf, die ja durch verschienden Seitenkräfte auf die Zange wirken. Soweit meine einfache statische Sichtweise, Sorry an die Profis....





Hallo,

normalerweise sollten die Zangen auch über die Pfetten gebaut werden können.
Dürfte für einen Zimmermann kein Problem sein.

Grüße aus Schönebeck



Bin...



...zwar Maschinenbauer und kein Bauigel, aber soviel Verständnis von Statik habe ich, daß die Wirkung von zwei Zangen oberhalb der Mittelpfetten ihre aussteifende Wirkung nur marginal weniger erfüllen werden, wie unterhalb. Ich würde neue oberhalb der Mittelpfette einbauen und im Anschluß die unteren ausbauen.
Das muß ich aber als Privatmeinung so stehen lassen, hätte ich aber ohne Nachfragen bei meinem Bauleiter und Statiker einfach gemacht.

Gruß Patrick.



An



einem belasteten Dachstuhl sägen und umändern würde ich ohne statischen Nachweiß ( schriftlich)so nicht machen.
Auch wenn es Geld kostet.
Passiert was hat man nichts in der Hand.



Ich...



...stimme Olaf hier zu.

Du sägst ja nicht zuerst aus, sondern versteifst zuerst oberhalb der Pfette, bringst die senkrechten Begrenzungen ein und trennst nur das Stück zwischen den senkrechten Begrenzungen aus, NACHDEM alles Kraft- und Formschlüssig befestigt wurde. So erreichst Du Deine nötige Höhe um eine Tür einzusetzen.

Im Grunde baust Du nur eine Art von Wechsel ein, wie man es bei Dachfenstern macht, die breiter als die Sparrenbreite sind, was ja meistens der Fall ist.

Grüße



Danke für die ersten Ideen



Genau so wie Hans das schreibt, habe ich mir das auch schon gedacht. Nur bin ich mir über die Höhe der mglw. entstehenden Kräfte auf die Zange nicht im Klaren. Zwischen den Zangen sind 11cm Platz. Da würde ich zwei Balken senkrecht von 11x12cm einsetzen und beide oben quer auch mit 11x12 verbinden. Weiterhin würde ich die Balken mit 14er schraubbolzen durchunddurch mit der Doppelzange verbinden, die Balken am boden mit Winkeln verschrauben und oben quer habe ich noch keine Idee.
Meine Sorge wäre jetzt nur, dass die Schrauben evtl. ausreißen oder sonstwie unterdimensioniert wären .



Doppelzange verlegen



Hallo,

diese Konstruktion dient der Ableitung horizontaler Lasten und kann deshalb nicht einfach beseiitgt werden.
Ein reines Höherlegen wäre unproblematisch, wobei die Sparren mit einzubinden wären. Dafür braucht es eine ordentliche Dübelverbindung mit Bolzen.
Im Knoten würden die Wirklinien der Kräfte dann aber so verschoben, daß ihre sichere Weiterleitung ins Mauerwerk nicht mehr gesichert wäre.
Also doch: Statiker holen und rechnen und konstruieren lassen.

Grüße vom Niederrhei



Eine



Idee habe ich dann selber auch noch. Von der Höhe würde es auch reichen, wenn ich die beiden Zangen durchtrennen und oben drauf jeweils mit einem Anker verbinden würde. Die Windrispen sind aus 60mmx2mm Stah und ausgelegt bis ca. 9kN. Was haltet ihr von der Variante oder dickerem Material, welches ich dann beidseitig auf z.B. 50cm Länge auf die Zangen aufnagle, Schraube oder so.
Gibt es dazu noch Meinungen?

Gruß



dann



hast Du aber die bisherigen Antworten nicht gelesen,
Rispenbänder halten nicht die abzuleitenden Kräfte aus !



Die Zange hat v.a. eine aussteifende Wirkung



Es ist zwar auf dem Bild nicht ersichtlich, aber ich gehe davon aus, daß die Zangen oben eingelassen sind, sich die Mittelpfetten sozusagen in die Zangen "legen".
Diese aussteifende Wirkung kann man auch erreichen, indem man Zangen über die Pfetten legt. Allerdings ist es enorm wichtig, die Zangen unverschieblich mit den Pfetten zu verbinden und nicht nur mit den Sparren.
Es soll durch die Zangen verhindert werden, daß sich die Dachfläche unter dem Gewicht von Dacheindeckung und Schnee durchbiegt und die Pfetten somit nach innen in den Dachraum einschwenken. Vielleicht kannst Du die Länge der Zangen mal messen. Sie sind deshalb relativ stark (8cm)dimensioniert, weil sie sich unter Belastung sonst zu leicht durchbiegen würden. Ich persönlich hätte zwischen den beiden Zangen noch ein, zwei Füllhölzer in Stärke der Pfetten eingeschraubt, um die Konstruktion noch stabiler und verwindungssteifer zu machen.
Such Dir einen Zimmerer in der Nähe, der wird Dir das sicher machen. Wichtig ist, diese Zangen, wie im Bild ersichtlich, direkt über den Strebenböcken anzuordnen.
Soweit meine Einschätzung vom Bürostuhl aus. Sie ersetzt logischerweise keine Einschätzung durch einen Fachmann vor Ort.

Gruß Andreas