Ytongsteine zur Ausfachung

01.07.2014 Dachdenker



Guten Abend,

Ich suche nach konkreten Fakten die gegen eine Fachwerkausfach von Aussenwänden mit Ytongsteinen sprechen würden.

Die bisherige Archivsuche hier, hat mich eigentlich erstmal nur verunsichert ,aber noch nicht davon abgebracht.

Mit Grüßen
Danilo



Ytongsteine



sind ungeeignet zur Fachwerkausfachung, wie bereits mehrfach hier kommentiert, aus folgendem Grund:

- große Plattenformate, die die Bewegungen des Fachwerks nicht mitmachen = abplatzende Ecken, gerade auch im spitzen Winkel, z.B. bei Streben, und Risse, die sich dann im Putz fortsetzen können
- Gasbeton ist ein poriger Werkstoff mit abgekapselten Porenräumen, die das Gegenteil eines kapillaraktiven Werkstoffes sind. Hier findet kapillare Weiterleitung erst ab einem Durchfeuchtungsgrad von ca. 15%-20% statt, wenn die Poren wassergesättigt sind. Diese 15%-20% Wasser verbleiben im Werkstoff, wenn er nicht austrocknen kann und sorgen ggf. für ein dauerfeuchtes Klima, das im Kontakt mit Fachwerkkonstruktionen Vermorschungen begünstigen kann.

Lesen Sie sich mal in die Produktdatenblätter oder die Imagebroschüren des Herstellers ein. Da erfahren sie recht viel zwischen den Zeilen, was der Hersteller im Grunde lieber verschweigen möchte. Z.B. auch über Multipor-Innendämmungen, die hydrophobiert sind, aber dennoch als kapillaraktive Innendämmung verkauft werden, sogar und bevorzugt für die Innendämmung von Fachwerkbauten. Das ist schon mehr als kurios.

Damit wir uns richtig verstehen: nichts gegen Porenbeton. Aber die Materialien müssen situations- und konstruktionsgerecht verwendet werden.





Guten Morgen Danilo,

hier ein schöner Link vom Deutschen Fachwerkzentrum Quedlinburg, dort ist das mit dem Ytong im Fallbeispiel 3 auch nochmal so nachzulesen
http://www.deutsches-fachwerkzentrum.de/leitfaden/kap_012_00.html

außerdem krieg ich beim Anblick von Ytong-Ausfachungen immer eine Gänsehaut, nicht unbedingt ein konkreter Fakt, eher ein subjektiver.

Dann würde ich eher zu "weich" gebrannten Recyclingziegelsteinen greifen, mit Lehm- oder Kalkmörtel vermauert.
Falls Bedarf besteht, bei mir um die Ecke steht Anfang August ein Abriss an, Fachwerkhaus mit Scheune, habe ich mir gestern im Namen der IGB angesehen. Dort steht eine große Brandwand, mit erhaltenswerten Ziegelsteinen, ohne erkennbare Salzbelastung, war nie eine Stallwand und war größtenteils überdacht.

Bei Interesse schick ich dir gern ein paar Bilder.


Beste Grüße aus Ershausen,

Christoph