Ytong noch akzeptabel?

19.02.2011



Liebe Fachwerkfreunde,
darf ich Euch nochmals um Rat fragen?! Mein schon besprochenes Traumhaus geht mir nicht aus dem Kopf und ich hatte einen Architekten (u.a. Baubiologen) zu einem Besichtigungstermin gebeten.

Nun sagen die Einen so… und die Anderen anders…
Wie ist es denn nun mit dem Ytong, der Anfang der 80er in die Ausfachungen eingesetzt wurde? Wenn ich die Ausfachungen auf dem Ytong neu Verputzen lasse, lässt sich dann auch mit dem Ytong leben?

Oder würde das bedeuten, dass hier alles ersetzt werden muss? Das wäre dann für mich das Aus.

Vielleicht ließe sich eventuell in Eigenleistung auch was machen?

Hoffe auch Eure Tips,

Grüße, Tom



Lesen...



, die Antwort stand schon so oft im Forum.

Eine Absolution werden Sie hier "leide"r nicht erhalten. Ytong hat in einem Fachwerkhaus im frei bewitterten Fassadenbereich keine Zukunft. Vielleicht haben sie Glück...., wer Ihnen andere Zusagen macht der wäre unfair.

Grüße Guido



diese ganzen sogenannten



"modernen Baustoffe" sind eine"Abzocke hoch 1"

Gruß J.



Porenbeton zur Ausmauerung



Ob man das so belassen kann hängt nicht vom Material selber, sondern von der Verarbeitung und der Wetterexposition des Sichtfachwerkes ab.
Die Fehler stecken in den Details.

Viele Grüße

p.s. Wenn Sie mehr wissen wollen, schauen Sie mal auf meiner Homepage bei Tipps und Infos unter der Rubrik "kostenlose downloads" nach.



Porenbeton, Ytong; Trocknung möglich?



Hallo, danke Ihnen allen schonmal für die Reaktionen.

Ich frage mich nun, ob eine entsprechende Materialwahl für den Außenputz gewährleisten kann, dass der Ytong auch trocknen kann und sich das Nässeproblem relativiert.

Der Architekt, der sich das Haus angeschaut hatte, sah im Ytong kein so großes Problem. Das steht mit den vielen Antworten und Themen im Forum hier natürlich im Kontrast. Wie sollte ich das als Laie nun beurteilen?

Frage nun: Ytong raus oider entsprechender Fassadenputz und selektive Ausbesserungsarbeiten???

Grüße, Tom



Porenbeton zur Ausmauerung



1. Vertrauen Sie dem, den Sie mit der Begutachtung beauftragt haben und den Sie dafür (hoffentlich anständig)bezahlen.
2. Er kennt, im Gegensatz zu uns Forenschreibern, die Bedingungen vor Ort.
3. Er steht mit seiner Aussage in der Gewährleistung.
4. Wenn er sich irrt, zahlt er Ihnen den Schaden.
5. Ein Möchtegern- Fachmann aus irgendeinem Forum (damit meine ich hier keinen Schreiber persönlich) kennt weder die örtlichen Gegebenheiten noch macht er sich Gedanken über eventuelle Konsequenzen was passiert wenn er Sie falsch berät.
6. Fragen Sie keinen Handwerker oder Vertreter, die ein wirtschaftliches Interesse haben, Ihnen eine Leistung oder ein Produkt zu verkaufen. Sie bekommen dort einen zwar kostenlosen aber keinen unabhängigen Rat; eher ein Verkaufsgespräch.
7. Bekannte, Freunde, Kollegen, Nachbarn die es besser wissen und ihren eigenen Senf dazu geben möchten sollen das ruhig tun. Das sollte aber nicht Gegenstand Ihrer Entscheidungen sein. Eine Sanierungsplanung erfolgt nicht am Stammtisch.

Die Entscheidung, ob Sie ein paar € Honorar sparen und auf Ihr Glück hoffen wenn Sie nach Punkt 5 bis 7 verfahren bleibt Ihnen überlassen.

Viele Grüße



Dazu ...



ein Auszug aus einem Schadensbericht des Dt. Fachwerkzentrums in Quedlinburg:
" Bei dem beschriebenen Objekt wirkte sich der Gebrauch von YTONG-Plansteinen als Ausfachungsmaterial zusätzlich zerstörend aus. Aufgrund der Materialeigenschaften wurde das durch die Fugen eingedrungene Regenwasser nachhaltig aufgesogen. Allerdings ist durch die Größe der Poren von 0,15 bis 2 mm die kapillare Leitfähigkeit eher schwach ausgebildet. Nur bei einem Feuchtegehalt von weniger als 15% wäre eine Feuchteabgabe durch Dampfdiffusion möglich. 11 Durch den Einbau innen liegender, wärmedämmender Schichten ist auch die Belüftung und Erwärmung der Fassade gedrosselt worden, so dass sich in der Folge das Austrocknen stetig verlangsamt hat und zukünftig weitere Schäden durch Frosteinwirkung zu befürchten sind. "
Der ganze Text ist zu finden unter:
http://www.deutsches-fachwerkzentrum.de/leitfaden/kap_012_00.html



Porenbeton



Dann erlaube ich mir, ebenfalls aus dem gleichen Dokument zu ziteren:

..."Die Hauptursachen dieser gravierenden Schäden sind eindeutig in der erhöhten Schlagregenbelastung, der Fassadenschiefstellung und dem Entfernen der Wetterschutzbekleidung zu finden..."

Dann werden noch die üblichen Verarbeitungsfehler genannt wie zu harter Fugenmörtel, Klebefugen, keine Verleistung, falsche Randfugenausbildung, Kunstharzvergütung des Putzmörtels.
Außerdem wird als weitere Schadensursache die verringerte Rücktrocknung durch eine nicht kapillare Innendämmung aufgezählt.

Das ist genau das was ich mit meinem ersten Beitrag meinte.
Nachzulesen auf meiner Homepage.

Viele Grüße





Das Problem ist die Möglichkeit der Wasseraufnahme, und zwar des Wassers in flüssiger Form und nicht als Wasserdampf.
Ytong nimmt etwa 2 kg/m² Wasser auf, Poroton (HLZ) z.B. in gleicher Zeit etwa 8 kg/m².
Nur mal zum Vergleich, Poroton würde hier:
-entweder in gleicher Zeit das vierfache an Wasser an die raumseitige Oberfläche transportieren
oder…
-die gleiche Menge Wasser vier mal schneller dort hin transportieren.


Grüße aus Schönebeck
.





Und was soll der Vergleich zwischen Ziegel und Ytong sagen?

Grüße, Tom



@Tom:



Soll heissen: Is egal, wenns nicht so doll nass wird....;-)

Mach doch mal ein paar Fotos von der Wetterseite und anderen Stellen wo viel Regen hinkommt und stell sie hier ein.
Evtl. bietet es sich an, da was zu verbessern.

In unserer Hütte (Bj 1946) wurde, wie das Bj. schon erahnen lässt so zeimlich alles in die Gefache eingebracht was geht:
Ziegel, Bimsbeton, Magerbeton, Schlackebeton etc. und von aussen mit einem hoch-zementhaltigen Putz verputzt.

Nennenswerte Schäden habe ich lediglich an der Wetterseite vorgefunden.

Also nich' panisch lesen, sondern genau hinschauen was Sache is'. Ein Baustoff an sich is noch nix böses.....

Gruss, Boris





Nee Boris,

soll heißen dass das Kondensat welches im Wandquerschnitt ausfällt, in der Regel an der Innenseite der Außenschale, so schnell wie möglich zur innenseitigen Oberfläche transportiert wird.
Das hat nix mit dem Fassadenschutz zu tun, der muss so oder so gegeben sein.

Grüße aus Schönebeck





Und wenn von der Innenseite Rigips an (oder vor) den Wänden ist?
Heißt das, diesen dann am besten durch Lehmbauplatten (innen) zu ersetzen?

Grüße, Tom


@ Boris
Danke Deiner Worte! Ich habe mittlerweile viel im Forum gesucht und gelesen und mir kommt es manchmal so vor, dass hier manchmal so eine Art Ideologie rüber kommt in den knappen, manchmal auf drei, vier Worten basierenden Aussagen (so in der Art: "kannste vergessen", "ist Bauschutt", usw.).
Jemanden, der sich doch eine Art Information erhofft und nicht so ganz vom Fach ist wie offenbar viele hier, mag das ein wenig vor den Kopf hauen.



@Tom:



Ich finde es auch Schade, dass dieser Eindruck entsteht. Beim länger rumlesen wirst du allerdings auch merken, dass es soo Schlimm nun auch nich' is.......

Und wenn man hier nicht zwischendurch auch mal "rumkoddern" dürfte, wär dat Ding hier tot, sach' ich.

Aber du siehst auch, dass es sich durchaus lohnt etwas tiefer in die Materie einzusteigen, um dir eine brauchbare eigene Meinung zu bilden.

Deine weiteren Fragen kann man nur konkret beantworten: Also Skizze und Fotos vom Istzustand in einem neuen Thread einstellen (hier kostenlos im Forum anmelden und hochladen), dazu noch ein paar Fakten (Bj./ Bauweise / verwendete Materialien etc.) und deine Fragen.

Gruss, Boris

P.S. @Oliver Struve: Danke für den Hinweis, ich musste es allerdings 3x durchlesen, um es zu verstehen....