XPS als Zwischensparrendämmung?

12.11.2017 Alpensüdseite



Hallo liebe Leute,

Wie viele andere vor mir geht es bei uns an die Dämmung unseres Giebeldaches. Zwischensparrendämmung ist gesetzt, da ein abdecken inkl. Aufsparrendämmung unbezahlbar ist.

Ausgangslage:
-Steinhaus mit Natursteindach (Gneissplatten) mit Baujahr ca. 1800. Da windets ordentlich Flugschnee, Blätter, etc. durch, ist ansonsten aber dicht.
- Sparrenabstand 1m 25cm (=sehr viel), dafür auch ordentliche Sparrendurchmesser (25-40cm)
- Sparren und Dachlatten alles komplett krummes Rundholz.
- Wir haben Mäuse ohne Ende. Die essen alles: Bauschaum, Seife, Plastik, Gummi,etc.
- Haus wird zu gelegentlicher Feriennutzung umbebaut. Wird max. 2 Wochen pro Jahr wärend Heizperiode benützt.
- Ergo, werden auch die Bruchsteinwände (60cm) nicht isoliert (zu aufwändig).
- Deutsche Hausdämmvorschriften sind hier nicht relevant. In den wenigen benutzten Wintertagen muss halt einfach mehr Holz in den Ofen.

Unser italienischer Handwerker des Vertrauens hat folgende Lösung (von aussen nach innen) vorgeschlagen:

- Steindach ausbessern
- Unterspannbahn (diffusionsoffen) zwischen die Sparren tackern
- 100mm XPS schön hinterlüftete Styrodur Platten zwischen die Sparren
- Dampfbremse
- Täfer

Das wir damit keine Goldmedaillie des am besten gedämmten Haus in Italien gewinnen ist uns klar. Doch dem Zweck entsprechend scheint es mir soweit angemessen. Allerdings hab ich trotz intensiver Suche noch von keinem anderen auf diesem Planeten gehört, der XPS zur Zwischensparrendämmung einsetzt.

Was haltet ihr von der Lösung? Passt das? Wenn nein: Welches andere Dämmaterial würdet ihr vorschlagen? Bitte beachtet dabei unsere Atom-Mäuse - angenehm flauschige Dämmstoffe (Wolle, Hanf...) will ich da oben nicht haben.



Atommäuse



Wir hatten 20 Jahre XPS Platten zwischen den Sparren. Beim Abriß staunten wir nicht schlecht, obwohl das ganz normale, niedliche Mäuslein waren, hatten die mehrere WG´s gegründet und die Dämmung zerlegt und super Eigenheime draus gebaut. Wahrscheinlich hilft da nur neben der Unterspannbahn auch engmaschigen Hasendraht mit einzutackern.



Dachdämmung



Für Mäuse bin ich nicht zuständig.
Als Dämmung zwischen den Sparren empfehle ich Ihnen flexible Dämmmatten zu verwenden. Die können aus Holzfaser, Hanf oder Mineralfaser sein. Flexible Matten können mit etwas Übermaß eingeklemmt, alle Ritzen- und das ist wichtig!- ausgestopft werden. Dann eine winddichte untere Bekleidung verbauen. Winddicht heißt auch winddicht!
Bei Sturm entstehen an so einem Dach zum Innenraum hin erhebliche Druckunterschiede, die muß die Bekleidung aushalten.



Mäusesichere Dach- und Wanddämmung



XPS ist ungeeignet als Dachdämmung,
nicht nur da es von Mäusen zernagt wird.

Folien würde ich bei den Verhältnissen und Feldbreiten ebenfalls nicht verwenden.
Besser Unterdachplatten an den Sparren auf Abstandslattung befestigen.
Bei Nagern ist Zellulose wegen der enthaltenen Salze sehr unbeliebt (deren Nachwuchs vertrocknet dadurch).
Völlig nagerresistent sind Schaumglasplatten- allerdings kaum praktikabel für Dachdämmungen.

Unterschiedliche Sparrenhöhen können mit Distanzschrauben ausgeglichen werden.
Als Innenverkleidung sind Gipsfaserplatten oder verputzte Heraklithplatten sicherer als Holzplatten.

Alternativ zB Holzfaserplatten zur Dachdämmung verwenden und Mäuse-Öffnungen mit feinem Drahtgitter verschließen, was allerdings bei solchen Dächern aufwendig ist.

Wenn innen vor die Bruchsteinwände eine Vorsatzwand gestellt und der Hohlraum ebenfalls mit Zellulose ausgeblasen wird kann relativ günstig eine Innendämmung hergestellt werden.

Besonders bei nur kurzzeitig benutzten Gebäuden mit hoher Speichermasse wegen Bruchsteinwänden ist das vorteilhaft,
um schnell angenehmere Wandtemperaturen zu erreichen.

Wo genau befindet sich das Gebäude? Evt sind wir nicht so weit entfernt.
Eine Zellulose-Einblasmaschine habe ich hier, falls du dort keine bekommst.

Andreas Teich



Warum sind XPS Platten ungeeignet?



Danke für die Antworten. Das mit dem Zellulose-einblasen sehe ich nicht wirklich. Da es keine Zufahrtsstrasse gibt, will man da Sachen wie Einblasmaschinen nicht hoch -und wieder herunter tragen. Zudem sind wir in der anderen Ecke - im Piemont.

Es stellen sich aber neue Fragen:

1. Warum sind denn XPS Platten ungeeignet für die Zwischensparrendämmung neben der Mäuseunsicherheit?

2. Was macht Holzfaser besser?

3. Wie sieht es denn bez. Schimmelresistenz und der Mäuseresistenz der Holzfaserplatten aus?



Zwischensparrendämmung



"Sparren und Dachlatten alles komplett krummes Rundholz."

"Flexible Matten können mit etwas Übermaß eingeklemmt, alle Ritzen- und das ist wichtig!- ausgestopft werden."

Jetzt müssen Sie nur noch eins und eins zusammenzählen.

Oder versuchen relativ steife Platten hohlraumfrei!!! zwischen krummen Sparren zu platzieren.
Falls als nächste Frage was zur winddichten Bekleidung kommt:
Direktabhänger, Traglattung, Gipskartonplatten. Sieht zwar nicht schön aus, funktioniert aber, wenn Sie sich an die Verarbeitungsvorschriften halten.
Passender sind statt GK- Platten Nut/Federbretter, die bitte sorgfältig verarbeiten. Übergänge zu den Wänden mit Kompriband dichten.



System Seitliche Kanthölzer mit XPS



Ich hab nochmal mit meinem italienischen Handwerker gesprochen. Er doppelt die Sparren so quasi seitlich mit Kanthölzern auf, damit er eine gerade Ebene hinkriegt. Auf die Kanthölzer befestigt er dann die XPS Platten. So muss er die unfelxiblen Hartschaum nicht millimetergenau zuschneiden. Das System macht natürlich nur Sinn, wenn man wie bei uns hier unten Scheunentorbreite Sparrenabstände hat (110-150 cm ist hier Standard bei den alten Häusern). Zudem vermute ich auch, dass er die übrigen Fugen mit Bauschaum oder ähnlichem auffüllt.
Er macht das, weil er (verständlicherweise) Glas- und Steinwolle nicht mag bei der Verarbeitung. Holzfaser und Hanf kennt er nicht. Zudem halten die flexiblen Matten bei den stolzen Sparrenabständen ohne Hilfslattung auch ziemlich schlecht zwischen den Sparren.

In der Art sollte eigentlich auch eine holraumfreie Verlegung mit XPS Platten gut möglich sein.

Ob das jetzt aber schlauer ist als mit flexiblen Holzfaserplatten (Schimmel? Mäuse?) zu arbeiten stelle ich hier gerne als unbeantwortete Frage in den Raum. Ist ja nicht meine Idee - versuch hier nur nachzuvollziehen was die hier unten so handwerkeln.



Dachdämmung



Das kann nur Pfusch werden: XPS und Bauschaum.
Mäuse nagen das in kürzester Zeit durch,
Fugen zwischen den Platten und zum Holz hin sind nie dicht zu bekommen-vor allem nicht dauerhaft.
Schaum zieht Wasser wie ein Schwamm und ermöglicht keine Austrocknung, sodass auch die Sparren Schaden nehmen können.

Selbst wenn man weit dafür fahren muß ist Zellulose vermutlich am geeignetsten- die Maschine läuft mit 240 V und kann mit 2 Leuten bewegt werden, Zellulosesäcke wiegen 12-15 kg/St.
In Italien wird es ja auch irgendwo Zellulosedämmung geben.

Am besten Foto des Daches machen, um eine bessere Einschätzung zu ermöglichen.

Andreas Teich