Wunsch, Ausführung, Planung, Befall, Gutachter

22.07.2007



Hausbockbefall !!!

Hallo,
wir haben vor ein Fachwerkhaus zu kaufen, Bj. 1899. Wir waren auch schon mehrmals zur Besichtigung und hatten eigentlich bisher nur alten Hausbockbefall im Dachstuhl gefunden. Es liegt auch ein Gutachten über diesen Altbefall vor, mit Kostenschätzung usw. Der Baugutachter hatte auch notiert, daß mit einem neuerlichen Befall nicht zu rechnen wäre, aber vorsorglich sollten wir doch eine Behandlung machen lassen.
Heute waren wir nochmals dort und was sehen wir....
Neuer Befall mit schönen Häufchen Sägemehl über den gesamten Dachboden verteilt. Es sind einige Balken schon ziemlich angefressen, daß ich als Laie schon Angst bekomme. Kann es aber nicht beurteilen.
Meine Fragen:
1. Finger ganz weglassen ?
2. War das ein Fachmann als Gutachter ?
3. Explodieren dadurch die Kosten, da nicht wirklich kalkulierbar ?
4. Welche Behandlungsmethode käme in Frage ?
Ich habe einfach Angst, daß der Hausbock sich im ganzen Haus breit macht, und nicht "nur" im Dachstuhl. Im ersten Stock ist Sichtgebälk. Schmeckt es ihm da auch ?
Der hat ja auch schon die Treppe zum Dachboden angefressen...
Kann mir jemand weiterhelfen ?
Eigentlich wäre es unser Traumhaus, aber nicht mit Untermietern...Jeden den ich so frage, rät mir ab. Sind natürlich keine Experten...
Bin echt dankbar für Tipps und Ratschläge.
Grüße
Helga Weckerle



Prognosen



Hallo Helga

Zu den Punkten:
Zu 1. Hier eine Entscheidung zu empfehlen wäre verfrüht
Zu 2. Dazu wären mehr Informationen über den Gutachter notwendig. Da die Holzschutzmaterie doch sehr komplex ist, wäre u.U. ein ö.b.u.v. Sachverständiger für Holzschutz durchaus hilfreich.
Zu 3. Sobald der Befall und dessen Umfang bestimmt ist, sind auch die Kosten kalkulierbar.
Zu 4. Die Behandlungsmethoden sollten sich nach der DIN 68800 Teil4 richten und müssen den Erkenntnissen nach Punkt 3. angepasst werden.

Eine weitere Ausbreitung des Hausbocks im bewohnten Bereich ist meist nicht wahrscheinlich. Es erscheint also sinnvoll Gutachter und Gutachten genau zu prüfen. Ist das Gutachten nicht ausreichend erscheint zur weiteren Kaufentscheidung eine quaifizierte Nachbegutachtung notwendig.



Jetzt trau ich mich wieder mal ...



Wer sagt denn, daß das "Sägemehl" vom Hausbock stammt? Sind die zugehörigen Auswurflöchli langoval? Oder ist es "nur" Mehl vom "harmloseren" Holzwurm (stecknadelkopfkleine runde Fluglöchli), der sich in den aufgefeuchteten (Kondensat aus warmfeuchter Luft in kühleren Bauteilen) Bodendielen rumtreibt?

Wenn die Bude trocken gehalten wird, läßt das etwas nach, und ist wohl kaum geeignet, die Konstruktion über kurz oder lang zusammenkrachen zu lassen.



Architektenphilosophien und Bauherrenleid



Noch niemand hat hier festgestellt, das die Ursache dieses "Sägemehls" der Hausbock ist. Dies ist bisher lediglich die Angst von Helga und der letzte Beitrag antwortet lediglich auf diese angstvolle Frage, werter Herr Fischer.

Um die Ursache und Umfang des Befalls festzustellen, wird ja nun ein SV oder zumindest Sachkundiger empfohlen. Dieser sollte dann auch feststellen können, ob diese Spuren nur vom "harmloseren" Holzwurm mit den süßen kleinen " stecknadelkopfkleinen runden Fluglöchli " stammen.

Dann kann die Fragestellerin Helga immer noch darüber entscheiden, ob sie die Fraßtätigkeit in dem Fachwerkhaus auch so putzig harmlos finden soll wie Herr Fischer.



Wunsch, Planung Ausführung Teil 1



Ach ihr kennt ihn ja:

Dies rechts ist der Wunsch des Bauherren



Wunsch, Planung Ausführung Teil 2



Dies ist der Vorschlag des Architekten



Wunsch, Planung Ausführung Teil 3



und dies der Vorschlag des Statikers



Wunsch, Planung Ausführung Teil 4



dies wurde von der Baubehörde genehmigt



Wunsch, Planung Ausführung Teil 5



das war die Ausführung der Baufirma



Wunsch, Planung Ausführung Teil 6



und dies war die Lösung von uns Bausanierern





@Lutz Parisek:

Köstlich,
haben Sie das als pdf?

Viele Grüße,
Philipp Kawalek





Hausbockbefall !!!

Vielen Dank für die Ratschläge. Wir lassen jetzt ein neuerliches Gutachten erstellen. Um einfach auch die Kosten absehen zu können. Es geht ja dann auch darum, welche Möglichkeiten es gibt, diese Viecher abzutöten. Wer hat Erfahrungswerte ?
Und kann ich mich auf eine Kostenschätzung eines Gutachters verlassen?
Noch etwas: Die Ausflugslöcher sind ca. 4-5mm groß. Der Dachboden ist nicht befallen.
Vielen Dank im voraus
Helga Weckerle



Orakel



Liebe Helga

Deine Fragen lassen sich nur durch die gewissenhafte Untersuchung des Objektes,die Erfahrung und die Fachkompetenz des SV beantworten:

a) welche Möglichkeiten es gibt, diese Viecher abzutöten?
Die Möglichkeiten liegen in den allgemein anerkannten Regeln der Technik für die Bekämpfung mit chemischen Mittel, mit Gas und mit Heißluft. Unter Umständen könnten auch "Sonderverfahren" zum Einsatz kommen und "allgemeine Empfehlungen" gegeben werden.

b) Wer hat Erfahrungswerte (Kosten)?
Es wäre verwegen allgemeine Kostensätze einer Bekämpfung aufzustellen. Hier ist der Sachverständige gehalten, bei den Empfehlungen zu der Sanierung die Notwendigkeiten genau abzuwägen und bei den empfohlenen Strategien auch die ökologischen und ökonomischen Prinzipien zu beachten.

c) Und kann ich mich auf eine Kostenschätzung eines Gutachters verlassen?
Ein Gutachter wird sich meist sehr zurückhaltend zu den realen Kosten äußern.