Hausbockbekämpfung- Vergleich von 2 Injektionsverfahren




Hallo zusammen,
um in meinem Schuppen den Hausbockbefall zu bekämpfen habe ich zwei preislich sehr verschiedene Angebote jeweils mit Injektionsverfahren bekommen. Kennt jemand die beiden Verfahren und kann mir empfehlen, welches davon das wirkungsvollere ist oder ob sie sich überhaupt unterscheiden?
1. Injektion von 'Delicia Deltox IT' mit Plastkröhrchen und ca. 10-20 bar Druck

2. WoodCare - direktes Einspritzsystem, Einspritzen von 'Diffusit Holzbau B'

Nach beiden Verfahren wird hinterher mit Bohrsalz von aussen behandelt.

Ist bei Injektion eigentlich ein vorheriges Abbeilen nötig.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus für sachkundige Antworten.

-Jan.



schnelle Lösung - langsames Salz



Hallo Jan,
Deltox IT ist ein lösemittelhaltiges Präparat mit schneller Wirksamkeit, Wirkstoff ist Permethrin.
Diffusit Holzbau B ist ein Salzpräparat mit langsamer Wirksamkeit, Wirkstoffe sind Borsäure und Borax.
Die Wirkung setzt bei Bor-Präparaten zeitverzögert ein, teilweise um mehrere Jahre, da lediglich die Ablage neuer Larven unterbunden werden soll.
Bei Permethrin handelt es sich dagegen um einen Häutungshemmer auf Basis von synthetischen Pyrethroiden, hier wird bei den Larven die regelmäßige Häutung im Wachstum behindert. Ist also im Lebenszyklus der Insekten schneller wirksam, gleichzeitig jedoch besteht auch eine höhe Gesundheitsgefährdung bei Aufnahme durch den Menschen. Der Wirkstoff wirkt bei Aufnahme über das Blut auch für den Menschen giftig und ist nicht völlig unumstritten.
Beide Mittel dürfen nicht großflächig eingesetzt werden. Mit Bor-Präparaten behandelte Flächen sind anschließend abzudecken, mit Permethrin behandelte Flächen sind staubdicht(!) abzudecken.
Abbeilen ist für mein Dafürhalten in jedem Fall notwendig, weil das Fraßmehl durch seine große Oberfläche stark saugend wirkt, das Mittel u. U. nur in die großen Gänge gepresst wird und der Wirkstoff anschließend nicht dort landet wo er hingehört.
Im Zuge einer fach- und sachkundigen Beratung müssten die anbietenden Betriebe Sie auch über diese Kleinigkeiten aufklären. Lassen Sie sich vor Ausführung den Sachkundenachweis für bekämpfenden Holzschutz vorlegen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Malangeri



Plastikinjektoren oder WoodCare



Hallo Martin,
Vielen Dank erst einmal für die Aufklärung zu den beiden zu injizierenden Holzschutzmitteln. So wie ich es verstanden habe, kommt man nach der Injektion nicht mehr in Kontakt mit dem Mittel, so dass es nicht so kritisch ist, was man injiziert. Allerdings wurde mir erklärt, dass auch injizierte Bohrsäure die Larven bekämpft, wenn die sich durch das behandelte Holz fressen, also nicht nur Vorbeugend gegen Neubefall wirkt. Die vorbeugende Wirkung soll dann durch das äussere Besprühen erreicht werden.
Noch einmal zu den beiden Injektionsverfahren. Das WoodCare Verfahren soll unabhängig vom Wirkstoff eine bessere Verteilung im Holz gewährleisten, als das Plastikröhrchenverfahren. Kann das jemand bestätigen?

Beste Grüsse
-Jan.



Kraft meiner Wassersuppe...



kann ich eigentlich nur folgendes behaupten:
1. Mit Borsäure und Borax wird eigentlich nur eine Durchfrasssperre gelegt und die Larve oder das Insekt dadurch am weiternagen gehindert, zu Umwegen gezwungen oder zum finalen Hungerstreik bewegt.
2. Wenn man den industriellen Versprechungen glauben schenken darf, ist das WoodCare-Verfahren tatsächlich wirkungsvoller als das Packer-Verfahren. Live und in Farbe hat mir das aber noch keiner bewiesen, obwohl ich zugeben muß für diesen Vergleich bisher wenig Möglichkeiten geahbt zu haben.
3. Beide Mittel fallen unter die Biozide. Ein Wort das abgeleitet aus dem lateinischen Bios für Leben und dem griechischen cadere für töten, entstanden ist. Was wir über diese Wirkstoffe wissen kann heute noch harmlos sein und morgen schon hochgradig gefährlich. Bis vor einigen Jahren war DDT, PCP und Lindan schwer in Mode und gegen Insekten phänomenal wirksam und heute darf der Bauchemiker es leider nicht mehr benutzen, weil es auf den Menschen auch kanzerogen wirken kann. Ja, man kann vom heutigen Wissensstand aus sagen, das beide Mittel nicht so kritisch sind. Und Morgen?
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Alter Beitrag:



Ich hab da noch was gefunden: http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/26451$.cfm
Einen alten Thread in dem Uli Arnold das Problem mit den Larven und dem Bor-Konsum besser erklärt hat als ich.