Woodbliss und dann Leinöl? Geht das?

09.12.2004



Hallo in die Runde,

wir haben vor unser neues Eichenfachwerk mit Woodbliss zu streichen.
Wenn dies durchgetrocknet ist und vorher nicht vom Regen ausgewaschen sein sollte, würde ich gerne das Fachwerk noch zusätzlich mit Leinöl schützen.
Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht?
Viele Grüße aus dem Rheinland



Nein



Unabhängig davon, wie man zu Woodbliss steht, funktioniert dieser Aufbau nicht, denn durch die Behandlung mit Woodbliss, wird die Holzoberfläche verkieselt und damit nicht mehr aufnahmefähig für Leinöl. Außerdem verfärben sich gerbstoffhaltige Hölzer, wie Eiche, durch den Einsatz von Woodbliss. Ich denke, das ist für Ihr Haus nicht das geeignete Mittel. Verwenden Sie eine Holzlasur auf Leinölbasis für aussen oder Standölfarbe, dann werden Sie lange Freude an Ihren Eichenbalken haben.

Mit bunten Grüßen





Hallo Tanja, ich kenne Woodbliss noch nicht, aber wenn Gunnar Schneider schreibt, solcher Anstrich bewirkt eine Verkieselung, dann glaub ich ihm das. Seine Angaben können/sollten Sie gern beherzigen. Für Holz-Außenanstrich kann ich als Dipl.-Rest. auch nur Leinöl-Halböl event. als Voranstrich und darauf etwas fetter Leinöl (nicht umgekehrt) empfehlen.
Den Leinölanstrich würde ich immer mit gutem Terpentin (Balsamterpentin verdünnen und dieses warm auftragen. Das verbessert die Eindringtiefe.
In das Gemisch können Sie auch geringfügig anteilig Pigmente hinzugeben, wenn Sie eine besondere Wirkung erzielen wollen.
Aber welchen Farbton man streicht, hängt auch noch von vielen Faktoren ab: (Ist es ein Neubau, weil "neues" Fachwerk.?)
Von der Hauslandschaft in der Nachbarumgebung, von regionalen Besonderheiten, vom Alter des Hauses usw.
Doch damit will ich Sie jetzt nicht verunsichern.
Bleiben Sie nur beim Anstrich auf Leinölbasis.!

Freundliche Adventsgrüße von der Elbe
sendet D.Fr.



Ja neues Fachwerk



Erst einmal vielen Dank für die Antworten.

Ja, beim kleinen Haupthaus handelt es sich um ein neues Fachwerk von uns.
Es ist noch nicht ausgemauert und wartet nun beharrlich darauf, dass es weitergeht.

Herr Schneider stehen Sie Woodbliss skeptisch gegenüber? Ich als Leie fand die technischen Auswertungen, wenn ich sie richtig verstanden gar nicht so verkehrt. Wir haben Woodbliss für die Sichtschalung verwendet. Das Ergebnis fanden wir in Ordnung.
Den "Brandtest" haben wir auch mal gemacht und tatsächlich kohlt es erst bevor es anfängt zu brennen...naja es stinkt auch ein bißchen.

Da wir alles selber machen werden, wird natürlich viel über Materialverwendungsmöglichkeiten gesprochen, wenn Sie also weitergehende Infos haben, so würde ich mich freuen, diese in die abendlichen Gespräche einbinden zu können.

Viele Grüße





Ich stehe WoodBliss nicht skeptisch gegenüber, da wir es auch selbst verkaufen. Aber in Ihrem Fall sehe ich einfach keinen Sinn im Einsatz von WoodBliss. Ich befürchte, das Sie sich durch die falsche Behandlung des Eichenfachwerkes mehr Probleme schaffen, als lösen.
Die Seiten der Eichenbalken, die Sie mit Lehmsteinen aussetzen bedürfen im Prinzip gar keiner Behandlung. Wenn Sie jedoch Leinölfirnis verwenden, tun Sie Ihrem Holz etwas gutes und richten keinen Schaden an.
Wie der äußere sichtbare Bereich behandelt wird, hängt im wesentlichen davon ab, wie das ganze schlußendlich farblich aussehen soll. Ob also lasiert oder deckend behandelt werden soll. Verwenden sollten Sie jedenfalls diffusionsoffene Produkte eines Naturfarbenherstellers, bei denen die verwendeten Inhaltsstoffe voll deklariert sind.
Wir bieten z.B. Produkte von Kreidezeit, Biofa etc. an.
Die Verbesserung des Brandschutzes durch WoodBliss spielt m.E. an den Fachwerkbalken keine Rolle.