Womit alte Dielen ausbessern? (Wurmgänge, Risse, poröses Holz)




Hallo zusammen!

Wir haben ein über 150 Jahre altes Fachwerkhaus gemietet und sind gerade dabei den alten Dielenboden wieder aufzuarbeiten.
Manch einer hätte ihn bestimmt rausgerissen, wir wollten ihm aber eine Chance geben. Das Ochsenblut ist runter und zum Vorschein kamen zum Teil gute erhaltene, zum Teil recht wurmzerfressene Dielen. Die Fugen kratzen wir gerade aus, die bleiben dann auch offen.

Nun ist die Frage wie wir den Boden weiter behandeln. Nach allem was ich bisher hier gelesen habe, würde ich am liebsten ölen.
Unser großes Problem sind nur die freigelegten Wurmgänge, Löcher und Risse. Niemals kommt man splitterfrei über diesen Boden…. Da der Boden auch im zukünftigen Kinderzimmer liegt, mache ich mir da schon so meine Gedanken.
Ich habe auch schon viel gelesen über verschiedene Reparaturlösungen, von Epoxidharz bis Schleifstaub/Fugenkitt-Lösungen. Ich bin eigentlich auf der Suche nach etwas, womit ich diese Unebenheiten ausfüllen kann und den an manchen Stellen porösen Boden wieder sicherer mache. Das sollte am besten farblos sein, da der Boden an sich schon viele verschiedene Farbtöne hat (verschiedene Dielen). Würde ich eine farbige Spachtelmasse auf den Boden schmieren, wäre von den Dielen nicht mehr viel sichtbar. Ich will die Unebenheiten und Löcher nicht optisch verschwinden lassen, nur auffüllen. Und am besten sollte es hinterher noch „ölbar“ sein.

Freue mich auf Antworten und Ideen.

Viele Grüße,
Marion



Risse, Löcher und andere Sachen



ein Foto würde helfen.



Foto


Foto

Foto reiche ich morgen nach! Habe leider gerade keins vorliegen und bin erst morgen wieder am Haus.
Ich habe mal ein Bild angehangen, was mich stark an unseren Boden erinnert, vielleicht hilft das schon etwas weiter.





Hier kann man mit einem Spachtel aus Glutinleim und feinem Sägemehl arbeiten.

Dazu Knochenleim in Wasser quellen lassen und im Wasserbad erwärmen bis er flüssig ist, dann Sägemehl und Schleifstaub einrühren bis eine spachtelfähige Masse entsteht. "Löcher" mit Leim Grundieren und ggf. mehrlagig spachteln. Überstände mit warmen Wasser abwischen oder nach dem erhärten schleifen.

Dieser Spachtel nimmt nach dem Trocknen Öl gut auf. Mit Knochenleim lassen sich auch die "mürben" und durchwurmten Stellen gut verfestigen.

Die Fugen lieber nicht spachteln.



Spachtelmasse



Ja, die Fugen spachteln wir definitiv nicht. Aber gibt es nicht etwas farbloses? Wie oben beschrieben wäre es uns lieber nicht einheitlich in einer bestimmten Holzfarbe zu verspachteln, da damit ja auch die Holzoptik verloren geht....





Die Spachtelmasse hat je nach Füllstoff und ggf. Pigmentierung einen Holzton.

Ich würde halt nur die partiellen Stellen ausbessern, so das diese in der Fläche weitestgehend "unsichtbar" bleiben.

Der Knochenleim wird, mit etwas Geschick, eventuell wärmt man mit einem Fön die Stelle auch etwas an, in die Poren und Löcher eindringen und diese auffüllen und so festigen. Das ist quasi eine transparente Lösung.



Dielen ausbessern



Derart großflächige Bereiche würde ich nicht ausbessern-rein optisch wird's kaum zu einem guten Ergebnis kommen- das Holz verfärbt sich im Lauf von Monaten/Jahren- die Spachtelmassen sicherlich anders.

Du kannst versuchen die Bretter vorsichtig zu lösen und umzudrehen-also die Rückseite nach oben zu legen.
Vorher die Nägel mit Durchschläger durch die Bretter schlagen.
Wenn die Bretter kaputt gehen lohnt sich der Erhalt ohnehin nicht mehr.

Man merkt das schon beim schleifen- als Firma würde ich sofort darauf hinweisen, dass weitere kostenträchtige Sanierungen sinnlos und ggf Neuverlegung wirtschaftlicher und techn ratsam ist.

Bei erheblicher Schädigung werden die Dielen rein statisch schon fragwürdig sein.

AndreasTeich



Hmm...



... ihr MIETET das Haus, was ist eure Vereinbarung mit dem Vermieter ? Das wird ein erheblicher Aufwand.

Unsere Dielen sahen nicht so uneben aus (aber auch gut verwurmt), und wir haben bis auf einen Raum alles mit neuen Dielen ersetzt. Bei eurem Boden hätte ich Bedenken ob nach dem Schleifen noch genug Holz da ist.

Astlöcher usw. habe ich mit einem speziellen transparenten Heissleim gefüllt, ist aber ziemlich teuer.

Den Dreck der Jahrzehnte bekommt man gut mit einem Fugenkratzer aus der Gartenabteilung raus.

Wenn ihr mit den Wurmlöchern leben könnt, wäre vielleicht Bürsten statt Schleifen eine Option ?



Nun mal Fotos


Nun mal Fotos

Danke schonmal für eure Kommentare und Ideen.

Anbei nun Bilder, die das ganze mal verdeutlichen. Wäre es unser Haus, würde ich die Dielen vermutlich ersetzen. Aber da wir das Haus vorerst nur mieten und die Kosten gering halten wollen/müssen, würden wir uns gerne irgendwie mit diesen Dielen arrangieren.

Mit dem Vermieter ist es so vereinbart, dass wir komplett freie Hand haben, was wir innen mit dem Haus anstellen. Er hat es selbst gerade erst gekauft... eigentlich wollten wir ja auch nur Tapeten abmachen und ggf. Laminat legen^^... Hohe Kosten sind uns bisher noch nicht entstanden, nur viel Arbeitsaufwand.

Die Dielen auf den Fotos sind bereits grob und fein geschliffen, mehr können wir nicht abschleifen, da dann die Stabilität der Dielen vermutlich nicht mehr gegeben ist. Das Auskratzen der Fugen klappt mit schmalen Schlitz-Schraubendrehern und Cuttermessern bisher sehr gut.



Das...



...ist Brennholz.

Wenn Ihr trotzdem darauf weiterhin laufen wollt, solltet Ihr den Schlefstaub von einem 80er oder 100er Schliff mit Kittgrundmasse vermischen, und danach noch einmal 100 und 120 schleifen. Es bleiben also nur die Kittungen im Holzton, die Fläche wird nicht verschmiert.

Grüße Thomas