Womi Parkett mit unbekannter Vorbehandlung nachölen

10.12.2016



Guten Tag,
ich habe Holzparkett, das laut Verleger mit einem 2K-Öl geölt wurde. Welches, will er nicht verraten.
Als Pflege habe ich bisher nur gesaugt und leider haben Maler mehrfach sehr nass Gewicht.

Nun möchte ich nachholen, aber womit?

Für qualifizierte Empfehlungen, wie / womit wäre ich sehr dankbar!

Tatjna



Bodenpflege



Hallo Tatjana,
haben Sie den Verleger beauftragt?
Was steht auf dem Angebot und der Rechnung; normalerweise wird das eingesetzte Material dort genannt.
Hat er Ihnen Pflegehinweise übergeben?



Wenn er es nicht preisgeben will,



fragen Sie Ihn doch ob er Ihnen das Öl in einer neutralen Verpackung zur Verfügung stellen würde.
Diese Geheimniskrämerei ist mir zwar unverständlich, aber was soll man da noch sagen..... da kann ich nur den Kopf schütteln.



Vorbesitzer hat den Verleger beauftragt



Vielen Dank schon mal für die Kommentare!
Leider hat der Vorbesitzer den Verleger beauftragt. Und offensichtlich soll für mich die einzige Option bleiben, den Verleger wieder zu beauftragen ... oder Pech gehabt.

Muss es denn wirklich das Öl sein, das der Verleger am Anfang benutzt hat?



Holzöl



Wenn schon so ein Geheimnis darum gemacht wird:

ZB den Bodenverleger anrufen lassen und fragen ob er spezielle Öle verwendet- oft nehmen die nur ein Fabrikat.
Ggf fragen, ob du einen Kanister zum Testen (wegen Allergie etc...) erwerben kannst.
Oder vorbeifahren und dich umsehen, Angestellte fragen oä.

In aller Regel sind unterschiedliche Öle anwendbar- nur bei industriell aufgetragenen UV-härtenden Ölen gibt's eher Probleme.

Andreas Teich





von der Fa. Pallmann gibt's

1. 2K-Öle für Fußböden
2. eine hierfür geeignete Pflegeserie
3. eine umfangreiche Internetseite mit
4. einer Telefonnummer für kostenlose Beratung.

die Fa. erklärt, das ihre Pflegeprodukte für alle
"gängigen geölten Parkett- und Holzfußböden" geeignet sind.

wenn das Originalprodukt unbekannt bleibt, einfach mal dort anrufen. Es ist schwer vorstellbar, dass das unbekannte 2k-Öl irgendwelche magischen Effekte hat, so dass eine universell geeignet Pflegeserie für solche Böden nicht geeignet wäre.

Gruß

GE

Ich denke, dass die allermeisten Parkettbesitzer keine Ahnung haben, womit ihr Boden behandelt worden ist und ihn dennoch erfolgreich pflegen.



Danke



Herzlichen Dank. Das war sehr hilfreich.
Als ich den Verleger fragte, sagte er, ich könne mit der Info nichts anfangen. Darum sagt er nicht mehr als 2k - und ein Geschäft hat der Herr leider nicht ...





2K Öle zeichnen sich dadurch aus, dass das eigentliche Öl und der Härter getrennt sind.

Bei selbsthärtenden Ölen - das sind die, die unter Sauerstoffeinfluss nicht ranzig werden, sondern hart, kann die Aushärtung sehr lange dauern. Im Licht geht's meistens schneller. Ein Beispiel ist Leinöl.
Damit die Verarbeitung nicht unendlich dauert, haben die alten Meister, die ihre Ölfarben aus eben diesen Ölen und mineralischen Pigmenten selbst hergestellt haben, vor der Vararbeitung ein Sikkativ zugefügt. Auch heute kann man das noch im Künstlerbedarf unter der Bezeichnung "Malmittel" kaufen.

Für die Verwendung mit Fußbodenöl würde das eigentlich auch gehen (Leinölfirnis enthält solche Sikkative, z.B. Cobaltsalze), aber der Kunde möchte heute natürlich nicht erst nach einer Woche sein Zimmer betreten. Daher gibt es modernere Produkte, bei der die Sikkative so effektiv sind, dass man sie in das Öl nicht gleich einmischen kann, meistens Isocyanat. Andere Systeme arbeiten mit UV Licht.
Isocyanat hört sich gftig an, ist es auch, aber nur während der Verarbeitung, deswegen ist es für Laien auch nicht so einfach käuflich. Das Produkt ist am Ende aber Lebensmittelecht und ist auch nur ein geölter, ausgehärteter Fußboden.
Wie schnell der gehärtet ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle.

soll heissen: hierfür eignet sich ein ordentliches Pflegeprodukt, davon gibt es eine ganze Menge, auch bei Händlern wie Natural. Die Erhaltungs-Pflege erfolgt mit einer speziellen Seife im Wischwasser (beides sparsam), dass mss man aber regelmäßig machen, nur staubsaugen reicht auf Dauer nicht.


GE



In konfektionierter Form...



...hat sich bei mir der Spezialreiniger von Natural bewährt.

Es sind reinigende und pflegende Substanzen enthalten, die Anwendung ist denkbar einfach: 50ml in 5l Wischwasser.

Damit erzielt man sogar auf lackierten Flächen passable Ergebnisse, also finde ich keine Einwände für den Einsatz auf mit 2K-Öl behandelten Böden.

Zusätzlicher Vorteil: Naturprodukt, ohne Handschuhe verarbeitbar.

Grüße
Thomas



Perfekt. Danke für Eure Hilfe



Super der Hinweis auf Natural. An die werde ich mich wenden.



Reinigungsmittel- und Pflegemittel für geölte Böden



ZB ist auch 'Marseiller Seife' von Kreidezeit gut anwendbar, da sie gleichzeitig reinigt und pflegt.
Auch anwendbar zum Händewaschen mit guter rückfettender Wirkung.
Wobei die meisten Pflanzenseifen ähnlich wirken.

Ich habe geölte Böden meisten nur mit klarem Wasser gesäubert-
bei stärkeren Verschmutzungen allenfalls etwas Reinigungsmittel zugeben-
und dann je nach Abnutzung wieder Öl auftragen.
(Wenn es im Wasserbad erwärmt wird verflüssigt es sich und dringt tiefer ein.)
Nur nicht solange warten, bis der Boden verfärbt ist.

Andreas Teich



Marseiller Seife...



...ist definitiv kein Pflegemittel. Auch wenn Kreidezeit "rückfettend" auf die Tüte schreibt. Öl zumindest ist in der Marseiller Seife nicht zu erkennen. Worauf sich das "rückfettend" oder gar eine Pflegewirkung stützen sollen, kann ich nicht nachvollziehen. An und für sich ist Marseiller Seife ein gutes Produkt mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund ihrer hohen Alkalität greift sie aber nicht nur den Schmutz, sondern auch die geölte Fläche an, die Alkalien verseifen das Öl mit jeder Anwendung. Ergebnis ist dann auf kurz oder lang eine matte, magere Oberfläche. Das freut Fachbetrieb und Ölhersteller, nicht aber den Kunden.

Der empfohlene Spezialreiniger von Natural hingegen(oder vergleichbare Produkte) hat als wesentliche pflegende Bestandteile emulgierte Öle und Wachse, die tatsächlich die Fläche pflegen, indem sie bei jedem Auftrag eine hauchdünne (Verschleiß)Schicht hinterlassen. Ich hatte im Herbst Gelegenheit, eine Dielung zu inspizieren, die wir vor 6 Jahren gelegt und geölt hatten. Die Wischpflege erfolgte regelmäßig und gründlich aller 4 Wochen, und der Boden war definitiv in hervorragendem Zustand. Nachgeölt haben wir letztlich trotzdem, aber nur, weil umfangreichere Putz/Malerarbeiten durchgeführt wurden. Ohne diese Aktionen hätte (nach 6 Jahren!) keinerlei Nachölbedarf bestanden.

Gut, aber die Fragestellerin hat gar keinen oxydativ geölten Boden. 2K-Öle nähern sich in ihren Eigenschaften eher einem besonders dünnen Lack. Hier wie auch auf Lacken halte ich den Einsatz von Marseiller Seife für groben Unfug. Pallmann z.B. wird wohl kaum in der Pflegeanweisung für das 2K Öl Marseiller Seifenlösung erwähnen, aus gutem Grund.

Soweit lackierte oder 2K- geölte Böden regelmäßig mit Marseiller Seife in Konzentrationen gepflegt werden, die Kreidezeit zu Reinigungszwecken allgemein (nicht explizit für derartige Böden!) empfielt, halte ich Verfärbungen um Kratzer und andere Verletzungen der Schutzschicht für möglich. Die alkalische Lösung kann im rohen Holz Vergrauungen hervorrufen. Die gehen dann auch durch Nachölen nicht weg.

Große Putzerfolge mit dem richtigen Mittel wünscht

Thomas