Kauf einer Wohnung im Fachwerkhaus (um Anfang 1600Jahrhundert)

21.12.2007



Hallo,
wir haben uns eine Wohnung angeschaut, in einem Fachwerkhaus, das etwa um Ende 15. bis Anfang 16. Jahrhundert sein müsste. Leider gibt es keine Unterlagen dazu wann es genau errichtet wurde.
Das Haus wurde 1992 komplett saniert. Sprich, neue Strom- und Wasserleitungen, Gaszentralheizung, Dach, Fenster. Im Prinzip alles soweit fast "neu".
Die Heizkosten der Familie sind abschreckend hoch. Rund 2600€ im Jahr für Heizung und Warmwasser. Jetzt hieß es, die Familie würde mehrmals am Tag duschen und die Fenster immer offen halten... Kann das sein? Was ist realistisch für einen Jahresverbrauch einer Wohnung in der Größe? Die Wohnung ist 104qm groß. Kann mir da jemand helfen? Ist es sinnvoll einen Energiepass zu verlangen? Wir getrauen uns nicht so recht uns FÜR die Wohnung zu entscheiden...

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Tanja





Einen Energiepaß würde ich verlangen.
Dann lernen die Hausbesitzer schnell was Ihr Schloß in Energieeffizienzklasse F-- heute noch wert ist.
Der Alptraum liegt bei 400 - 500 kWh/m² und Jahr für Heizung.
Gut saniert sollten es höchstens 100 kWh/m² und Jahr sein.
Für Warmwasser liegt ein realistischer Bedarf bei 50 Liter pro Person und Tag auf einem Temperaturnieveau von 55 grad.
Einen Schnellrechner gibt es übrigens bei www.zentralheizung.de > Tools

Frohe Weihnachten



Ich würde vom Kauf absehen,



wenn nicht alle Sanierungsmaßnahmen lückenlos nachvollziehbar sind. Ein Sachverständiger sollte sich porentief mit dem Bau beschäftigen können. Ihre Chancen sind trotzdem hoch, irgendwelche bei der Sanierung versteckten Probleme mitzukaufen. Das Heizungsproblem könnte sograr das kleinere sein. Der Energiepass hilft Ihnen zunächst gar nicht weiter - der Verbrauch wird deshalb auch nicht geringer. Die einfache Variante dieses Passes wertet auch nur den Verbrauch aus.

Besser: kauft unsaniert und saniert selber. Der Kauf einer Eigentümswohnung im derart historischen Bestand scheint mir besonders risikobehaftet. Besonders, wenn durch einen Investor saniert oder auch nur aufgehübscht wurde.

Grüße

Thomas



Nachfragen



Fragt doch einfach die Familie selber, ob sie ständig die Fenster offenhalten. Oder schaut, ob sie jetzt gekippt sind. Üblich sind bis zu 30 L/qm Öl je Jahr für alte Häuser schon, gäbe dann 3000 L, also etwa 2000 €. Plus 600 € für Warmwasser ist nicht völlig unrealistisch.

Grüsse
stt
(altes Haus mit 20 L Öl/qm und Jahr)