Sanierung einer nicht im Eigentum befindlichen Wohnung

07.05.2007



Ich versuche das ganze mal allgemein zu schildern, damit keine Rechtsberatung daraus wird.

Fall:

ein unverheiratetes Pärchen M+W möchte gern in das Haus von W's Großmutter ziehen.
Dazu muss aber die leerstehende Wohnung saniert werden.
Die Sanierung müssten aber M+W übernehmen und ebenfalls die finanziellen Mittel aufbringen.
Dafür könnten M+W die Wohnung umsonst oder zu einem Spottpreis mieten.
Die Nebenkosten würden von M+W getragen.

Allerdings bestehen für M 2 große Risiken:

Problem 1: Mann will es nicht hoffen, aber angenommen W wirft M raus, dann ist M sein Geld los.
Problem 2: Das Grundstück wird irgendwann verkauft und müsste geräumt werden, dann ist M ebenfalls sein Geld los.

Wie kann man so etwas am sinnvollsten gestalten?

M hatte sich vorgestellt einen Darlehensvertrag mit W's Großmutter zu machen, das Geld zu leihen und die Tilgung +Zinsen mit einer Miete zu verrechnen. Selbst wenn M die Wohnung nicht mehr nutzen könnte, hätte M noch die Rechte aus dem Darlehensvertrag.
Was aber ist mit den Arbeitsstunden und dem Schweiß und den Nerven von M+W? Könnte man dann eine Art Entschädigung vereinbaren, die man über die Laufzeit "abschreibt"?
Gibt es für so etwas Musterverträge oder gerichtliche Urteile?

Würdet Ihr anders an die Sache rangehen?

MfG



M sollte hoffen,



dass die Liebe bestehen bleibt und den Schweiß als Investition sehen. Investitionen sind ja immer mit Risiken verbunden.

Veträge mit der Verwandtschaft finde ich grundsätzlich heikel. Da würde ich eher auf die Wohnung verzichten.



Klar kann man einen Vertrag machen.



Ave M und W,
Verträge gibts die gibts gar nicht.
Übern Notar geregelt sind die Verträge sogar rechtskräftig.
Aber haben Sie nicht schon mal übers Heiraten nachgedacht, ohne Gütertrennung in einer Zugewinngemeinschaft ist ihr Geld zwar auch weg aber Sie haben ein Dach über den Kopf.

Andererseits würde ich Persönlich keine Unsummen in einer Mietwohnung Investieren.

Gruß,
Heiko Haupt



Danke für die Antworten



Danke für die Antworten,

Dass die Liebe hält, davon geht M erstmal aus, sonst wär es keine echte Liebe.

Die Bedenken vom M gehen eher in Richtung Punkt 2.
Das Grundstück ist zwar insgesamt recht viel wert, aber auch teuer in der Unterhaltung, da noch eine nichtvermietetes Gewerbeobjekt mit auf dem Grundstück steht.
Und die zukünftigen Erben (Eltern von W) habens nicht so "Dicke", so dass M den Verkauf im Gegensatz zu den Eltern von W als möglich sieht.
In dieser Konstellation hilft auch das Heiraten nicht viel.

Als Anfangsinvestitionssumme kämen auf M ca. 30000-40000 € (inkl. Einbauküche), später vielleicht nochmal 10-15000 für eine 140m² Wohnung zu.



Notariell einbenennen lassen.



Ave nochmal,
@ Stephan,: ich glaube auch daß Verträge in der Verwantschaft immer Böses Blut bringen.

@ M und W,: Man kann sich durch einen Notar ins Grundbuch miteintragen lassen, somit bilden Sie alle eine Eigentümergemeinschaft.

Im Notariellen Vertrag könnte z.b. stehen Daß:
-kein stück Land verkauft werden darf, -M und W zu 2/5 Miteigentümer werden, -...

Sie sollten sich vorher mit allen über alles einig sein und,
(``da Geld und Besitz, viel Freundschaft zerbricht``)
die Herzliche Seite nicht vergessen.

Gruß,
Haupt



Mieterdarlehen oder Baukostenzuschuss



Nach langem Googlen habe ich herausgefunden, dass das ganze Mieterdarlehen oder Baukostenzuschuss genannt wird.



Sie denken allem anschein anders als ich !!!



Ave zum letzten mal,
habe den Eindruck Sie versuchen der Familie von W unbedingt einen vertrag unterzujubeln.
Gewinnbringend legt ``Mann`` Geld nicht da an wo Liebe hingehört.
Abwertende Grüße,
Haupt



Sie würden auch kein Geld aus dem Fenster werfen.



Ganz ehrlich....mit meiner Familie würde ich mir keine Sorgen machen. Wobei Verträge ganz besonders in der Verwandtschaft eigentlich wichtig sind. Das fängt schon bei der Einkommensteuer an.

Aber die Familie der W ist sehr Wankelmütig und leben etwas an der Realität vorbei. Das Grundstück wird mit M+W kaum zu halten sein, geschweige denn ohne M+W.
Leider hängt an dem Grundstück noch eine große leerstehende Fabrik und viele unsanierte leerstehende Wohnungräume im Wohnhaus mit dran. Desweiteren hat die Schwester der W sich eine große Wohnung ausgebaut, sind aber nicht in der Lage die Nebenkosten für die Riesenwohnung zu zahlen.



M+W sind sich mittlerweile im Klaren, dass sie wahrscheinlich zu einer anderen Wohnung greifen werden. Aber sie werden immer vorgehalten bekommen, dass wenn das Haus verkauft werden muss und davon geht M+W dann definitiv aus, dass Sie dran schuld sind.



So ein Dilemma.



Ave Ronny Neubert,
ich bitte um verzeihung für meine letzte etwas impulsive Antwort.
Sie stecken scheinbar wirklich in einem Zwiespalt der Gefühle, lassen Sie sich keine Vorwürfe machen von leuten die unkooperativ sind.
Legen Sie der Familie vom W nahe die Kosten zu reduzieren, und eventuell ein Teil zu Verkaufen.
Später können Sie immer sagen: ``Das hab ich euch doch immer gesagt``.
Übrigens richtig, ich würde auch kein Geld aus dem Fenster werfen.
Gruß,
Heiko Haupt



Danke für die aufmunternden Worte



Sie haben das richtig erkannt.
Wir stecken in einem enorm großen Zwiespalt.

Auf der einen Seite, wollen wir die Familie nicht mit dem Grundstück untergehen lassen. Auf der anderen Seite habe ich auch keine Lust mein ganzes Vermögen+einen Kredit hineinzustecken und mit unter zu gehen. Leider ist die Familie so uneinsichtig und ungesprächsbereit, wenn es ums Thema Geld geht.
Ich habe auch schon überlegt einen Teil herauszukaufen.
Zum einen könnte die Familie nicht in jede Planung reinreden, zum anderen wären für sie Mittel zur Sanierung der anderen ungenutzen Wohnräume da, aber schon wenn ich solche Vorschläge anbringe, dann werde ich böse angesehen:
"Das ist ein Grundstück und das bleibt so und das Grundstück wird auch nicht verkauft werden."
Und wenn man fragt, wie das Grundstück finanziell gehalten werden soll, dann heißt's immer nur "das werden wir dann sehen, wenn's soweit ist"

Aber auf solche allgemeinen Aussagen lasse ich mich nicht ein.



Andere Idee



Leistung beziffern und als Grundschuld (möglichst erstrangig) dinglich sichern. Damit wäre ohne übertriebenen Aufwand doch alles geklärt.

Mein Beileid zur o.g. Konstellation. Meine Ex-Schwiegermutter, störrisch und irrational wie eine andalusische Bergziege, stand mehrere Jahre mit in (jetzt) meinem Grundbuch. Ich würde mir eher in's Knie schießen, als das noch 'mal zu haben. Schafft klare Verhältnisse oder sucht Euch eine andere Wohnung. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich zum letzterem tendieren.

Übrigends verbessert sich das Verhältnis zur Verwandschaft im Quadrat zur Entfernung:-)

Grüße

Thomas



Danke



Den Satz finde ich gut:

Übrigends verbessert sich das Verhältnis zur Verwandschaft im Quadrat zur Entfernung:-)


Wir haben uns gestern nach langem hin und her doch für eine Zwischenvariante entschieden.

Wir werden den einigermassen erhaltenen Teil der Wohnung erst einmal unsaniert nutzen und mit einem Minimalaufwand herrichten.
Damit gewinnen wir erst einmal Zeit ein paar Rücklagen zu gewinnen und können in 2-3 Jahren dann entweder vor Ort (mit entsprechenden Verträgen) ausbauen oder uns längerfristig was anderes suchen.