Reetdach: Frage zu den Beiträgen der Frage von Dirk Seewald vom 25.07.2005

02.08.2005


Hallo,
Unser Büro plant im Moment ein Haus mit Reetdachdeckung. Dabei sind uns im Bezug auf Reetdach=Wärmedämmung unterschiedliche Meinungen und Vorschriften aufgefallen.
So auch bei den Beiträgen zu der o. gen. Frage.

Laut Dachdeckerrichtlinien ist eine Wärmedämmung zusätzlich erforderlich.

Laut den Expertenmeinungen des ZUB-Kassel e.V. existiert folgendes Argument:
"... Befindet sich unter der Reetschicht im Neubau ein luftdichter Aufbau, so kann diese sehr wohl als Dämmebene angesehen werden. ... Allerdings würde der Experte aufgrund der Durchlüftung dieser Schicht in Analogie zur DIN EN 6946, 5.3.2 nur die halbe Dicke annehmen"

Was ist nun richtig? und wie würde der Dachaufbau dann aussehen?

Gruß
Melanie Gerloff



es ist Ansichtssache,



hallo,
Sie sollten herausfinden was Sie genau wollen,: Wohnen (oder arbeiten) unter eine Dachform, die es seit jahrhunderte (-tausende) gibt, oder wollen Sie eine DIN erfüllen. Bauen Sie für sich oder für jemand anders?
Die Strohstärke muß laut VOB mind. 30 cm dick sein, d.h. laut ZUB-Kassel werden 15 cm in Betrachtung genommen (obwohl ich diese Pauschalierung nich so annehmen kan). Schilf hat einen lambda-wert von 0,06 W/(m.K), daraus können Sie den U-Wert für 15 cm rechnen (Stroh hat o,13, dafür weniger Luftströmung). Es wird vermutlich nach EnEv nicht reichen. Sprechen Sie noch einmal mit dem Bauherr, was er will: natürlich Wohnen oder eine DIN erfüllen.
Dies als erster Gedanken. Ich habe nur Adressen von Reetdachbetriebe in den PLZ 22, 25, 27. Versuchen Sie einmal Kontakt aufzunehmen mit der Interessengemeinschaft Bauernhaus unter www.igbauernhaus.de. Dort gibt es auch ein Forum.
m.f.g.
J.E.Hamesse



mit Reetdächern habe ich



bisher noch keine Erfahrungen gesammelt.
Ich bin allerdings der Meinung, dass unsere Kunden ein Recht auf natürliches Wohnen und gleichzeitig auf die Erfüllung von DIN-Normen und Gesetzen haben.
Das es eine Dachform seid hunderten von Jahren gibt ist, wenn die Lebensbedingungen der Bewohner nicht übereinstimmen, noch nicht aussagekräftig. Außerdem haben wir als Planer auch eine Verantwortung für die kommenden Generationen und das betrifft dann natürlich auch in einem hohen Maß die Energieverbräuche.




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