Wohndielen aus dem Baumarkt

12.11.2014



Hallo,

ich war gestern im Baumarkt und habe mir dort die Dielen (Kiefer) für den Innenbereich angeschaut.Die sind um einiges billiger als im Fachhandel (12 statt 30 Euro/qm).
Sind sie auch um einiges schlechter in der Qualität? Dicke entspricht denen aus dem Fachmarkt. Wir wollen damit unser Wohnzimmer verlegen.





Du meinst aber nicht Hornbach? Auf Nachfrage reden die nur noch von Rauspund und nicht von Dielen.
Ich habe keine Ahnung wie der aktuelle Preis ist, vor 2 Jahren haben wir im Holzhandel 22€/qm für 28er Kiefer bezahlt. Die hatte 1a Qualität und der Aufpreis ist es wert.





Egal, welcher Baumarkt (Hornbach, Globus, Obi). Es geht generell um die Frage, ob die Qualität mit der bei einem Holzfachhandel mithalten kann oder nicht. Kein Rauspund, sondern dort gab es Kieferndielen aus Massivholz.
Ist die Qualität beim Fachhandel wirklich besser oder egal, ob beim Baumarkt gekauft oder beim Fachhandel...



Holzfachhandel und Dielenqualität



Grundsätzlich bekommst Du bei einem Holzfachhandel wenigstens die gleiche Qualität zu einem ähnlichen Preis wie im Baumarkt.

Aber im Holzfachmarkt bekommst Du in der Regel auch noch eine Auswahl an besserer Qualität - u.U. sogar mit dem besseren Preis-/Leistungsverhältnis.

Kiefer hat da so seine eigene Bandbreite an Qualitäten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dielen im Baumarkt



Kann ja sein das es im Osten anders ist. Hier in Leipzig haben weder Obi noch Globus richtige Dielen.
Ich hatte die bei Hornbach gesehen und fand den Preis natürlich auch Klasse. Bei nähere Sichtung waren dann doch etliche Astlöcher vorhanden. Auf die Frage was ich denn eigendlich aus so einem Paket reklamieren dürfte, eierte der Verkäufer ziemlich rum und kam dann mit der Info rüber das die Qualität eher Rauspund ist und das nichts getauscht werden kann.
Frag mal bei verschiedenen Holzhändlern nach. Nicht jeder ist da gut sortiert. Unsere guten Dielen kamen von Klöpfer.



Dielendealer



Is Leipzisch nich im Osten?;-)

Letztens hatte der Obi hier auch 27mm Dielen im Angebot...das einzige was ich von denen brauche ,ist das Prospekt ,wo drin steht das die Briketts preiswerter ,wie bei Bauhaus sind und die dann mit ihrer Preisgarantie,mir noch mal 12% geben müssen und ich 25kg für 4,09 Euro kriege.

Dafür sind Baumärkte durchaus brauchbar!

Grüße von da ,wo die Sonne versinkt
Martin



Vielleicht ist Tanja



nisch ausm Osden.



Also



hier ist die Auswahl vor allem in manchen Ketten SEHR mau. Extrem schmal (10 cm), "mit Ästen durchsetzt wie ein nächtlicher Dezemberhimmel mit Sternen" (eines meiner Lieblingszitate aus Knaurs Handwerksbuch von 1958), Bläue satt usw. usw.

Andere Ketten haben breitere Dielen in etwas besserer Qualität, aber durchwegs nur 19 mm Stärke. Und was in den Paketen drin ist weiß man dort auch nicht. Dafür sind Baumarktdielen billig, ca. 10 Euro/m2, Holzhandel beginnt bei 15 wenn ich mich richtig erinnere.



Dielen sind ein Oberbegriff ...



... für sehr unterschiedliche Teile mit einem gemeinsamen Nenner: sie sind aus Holz. Oder jedenfalls so eine Art Holz.

Tatsächlich kann man mit Glück aus dem Baumarkt, direkt vom Sägewerk oder im Fachhandel für sehr wenig Geld passable Kieferndielen bekommen. Meistens gibt es aber Nachteile, von denen die meisten bereits von meinen Vorgängern erwähnt wurden, dazu kommt oftmals, dass wegen der mangelhaften oder zu schnellen Trocknung und wegen rücksichtloser Fällung der Bäume die daraus gewonnenen Dielenbretter ein ungünstiges Verhalten haben. Man kennt das: man macht so ein foliertes Paket auf und eine Dielen zieht sich nach rechts, die andere nach links und die dritte verdreht sich. Muss nicht sein, passiert aber häufig. Und dann hat man mit billisch nix gekonnt.

Gute Dielen baut man eigentlich nur einmal im Leben ein und dann haben auch noch die Urenkel was davon.

Wichtige Kriterien für gute Kiefern- und überhaupt Dielen sind unter anderem:

- Länge und Breite der Dielen
- Alter, Wuchs und Güte der Bäume
- Standort der Bäume (z.B. sind schlechte Bodenqualität oder Höhenlage günstig für langsames Wachstum, bessere Holzqualität und Härte)
- Fällzeitpunkt
- Trocknung
- Astigkeit (wurde das Holz in der Baumjugend wertgeästet?)
- Nachhaltigkeit (aus der Region oder aus Honduras?)
- Verarbeitungsqualität der Dielen
- Wurde darauf geachtet, dass die richtige Seite nach oben kommt?
- Spezialproblem Kieferndielen: Wurde das Holz so gelagert, dass es nicht "blau" wird. Denn Bläue bekommt man nicht mehr heraus.

Sie sehen, Tanja, bei (Kiefern)dielen kann man auch Geld rausschmeißen, wenn man sie recht billig abschießt!

Volles Verständnis für Hausbauer, bei denen es schnell und preiswert gehen muss! Aber auf der anderen Seite ist es mit einem Dielenfußboden wie mit Schuhen: Daran sollte man am wenigsten sparen, denn man muss drauf stehen. (Was jetzt nicht heißen soll, dass die Heizung billig oder das Dach ein Schnäppchen sein soll ;-)

Schönen Abend!



Jenseits der Herumeierei...



bei Käufern und Verkäufern gibt es klare Kiterien, zum Beispiel die Holzfeuchte.

KOnkret haben Sie beim Rauhspund im Wohnbereich mit 3-6mm breiten Fugen zu rechnen ebenso wie mit einem deutlich erhöhtem Reparatur- und Schleifaufwand. Allein schon letzteres killt die eingebildete Ersparnis.

Rauhspund zählt als Bauholz und darf bis 20% Holzfeuchte haben. Die Anforderungen an die Oberfläche entsprechen nicht denen, die für einen Wohnungsfußboden erforderlich sind. Das bedeutet nicht, daß nicht auch 'mal ein Rauhspundbrett glatt gehobelt und astloch - und Harzgallenfrei kann. Dennoch wird da nicht mehr als eine Unterkonstruktion oder ein Fußboden für den ungenutzen und ungeheizten Rümpelboden draus. DEr Preis von 12 EUR deutet auf Rauhspund. Gerade Baumärkte haben nichts zu verschenken und sind bei genauerer und umfassender Betrachtung oft teuerer als der Einzelhandel.

Eine Hobeldiele sollte 9% Holzfeuchte beim Einbau haben, sauber gehobelt und profiliert sein, und je nach Sortierung bestimmte Wuchskriterien erfüllen. Zumindest ein größerer Anbieter liefert auch ein "spezialgetrocknetes" Kiefernsortiment. "Spezialgetrocknet" bedeutet da 12%. Davon ist, aus eigener Anschauung heraus, abzuraten. Selbst die unvollständige Trocknung auf 12% erzeugt rechnerisch vorhersehbare Fugen, die über das allgemein im Wohnraum akzeptierte Maß hinausgehen.

DEr von Ihnen erwähnte Preis von (brutto?) 30€ wird der einer einfachen nordischen Hobeldiele 27 / 140 bzw. 190mm aus Kiefer sein und ist nicht wesentlich zu unterbieten.

Übertriebener Geiz ist auch gerade bei einem Fußboden nicht angebracht. Die Montage ist nicht unaufwendig, die Belastungen hoch und der Fußboden ist die Basis für vieles, spätere Reparaturen generieren hier regelmäßig hohe Kosten. Insofern betrachte ich die 30€ als das Mindestmaß und rate, speziell für Wohnzimmer, Küche, Flur und Bad, eher zu höherwertigen Dielenböden.

Grüße

Thomas



Hobeldiele oder Rauspund



@fabig
Das von Dir verlinkte Angebot lässt schon die billige Lösung ahnen.
Erik hat ein Kriterium genannt:
"- Alter, Wuchs und Güte der Bäume"

Die Abbildung zeigt ein Seitbrett. Der Kerndurchmesser der Stammware ist nicht größer als die Breite der der Diele - also ca. 15cm. Das Bäumchen war keine 30 Jahre alt. Schüsselung ist vorprogrammiert.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Naja du kannst dort nicht wirklich davon ausgehen das die Ware abgelichtet wurde, die zum Verkauf steht.



"Dielen"...



...dieser Machart stammen allesamt aus Durchforstungsholz und ich gehe wie Frank davon aus, daß da ausschließlich sehr junge Bäume zerschnitten wurden.

Interessant ist, daß keine Holzfeuchte genannt wird - "Finger weg" ist da meine erste Regung.

Liest man die Kundenbewertungen dazu, rügt einer klappernde Federn und das daraus resultierende Spiel. Eine qualitätvolle Verlegung ist somit gar nicht möglich.

Nööö, denke ich dazu sofort. Selbst für den Rumpelboden keine gute Wahl, wenn man Dielenknarren nicht als besonders althergebracht-heimelig begreift :-)

Fazit: Zu junges Holz schlecht verarbeitet.

Grüße

Thomas



noch so als Tipp für den Sparer



Auf den gesparten Preis kommen on Top:
Ausschuss zwischen 10-20% die du dann wirklich nicht verlegen möchtest.
Längere Verlegearbeit.
Miete Walzenschleifer + Schleifpapier um die Schüsselung zu beseitigen.
Die Arbeitszeit für Schleifer ran schaffen und schleifen.

Kann also schnell teurer werden als die teueren Dielen.



"Kann"...



ist vorsichtig formuliert.

Ein Beispiel aus meiner Praxis:

Ein Verein wollte sparen und hat, statt einer Dielung, 300m² Rauhspund von normaler Qualität (selbst) verlegt (suuupergünstg für 10 oder 12€ Brutto). Die entsprechende Dielung hätte ca. 10€ mehr gekostet. Für 5 Schleifgänge (schlechtes Hobelbild, Höhenversatz der Längsstöße) und umfangreiche Reparaturen an Rissen, herausgefallenen und toten Ästen sowie ausbrennen und verkitten von Harzgallen wurden ca. 25€/m² netto fällig.

Daß das Fugenbild im Rahmen blieb (nicht mehr als 3mm), ist nur der Tatsache geschuldet, daß die Jungs pleite sind und seit Verlegung keine Heizungskosten zahlen konnten :-(

Preise sollte man als Bauherr immer vergleichen - aber eben auch auf vergleichbare Qualitäten achten.

Grüße

Thomas



Tanja?



Sind Sie noch da? Haben wir Sie geholfen? Und hoffentlich nicht total verschreckt?
Da fällt mir noch ein, wo wir gerade so nett beim Kaffee sitzen, ich habe mal Rauspund verlegt. Ging ganz gut. Mit dem hydraulischen Wagenheber zwischen Wand und Diele. Die Wand war zum Glück sehr solide. ;-)