Was habt Ihr so alles falsch gemacht? ;o)

10.08.2008



Hallo, ich wollte mal einfach so einen Thread starten (wenns genehm ist ;o), wo man sich mal ein bisschen austauschen kann (oder Neulinge lernen), wass man alles doppelt machen musste, weil man es das erste mal nicht besser wusste und nicht so gut hingekriegt hat... Vielleicht habt Ihr ja Lust, was beizusteuern?


Ich fang mal an:
- Freiliegende Deckenbalken -
Bei uns rieselt ständig der Dreck aus der Decke... ich hab irgendwo im viel später gelesen, man solle vor dem Beiputzen Spritzkork in die Ritzen spritzen... (müssen wir irgendwann auch noch mal machen)

Grüße Annette





will sich hier keiner outen? Sagt bloß, bei Euch läuft alles ohne Probleme?

ich hab noch einen:
Wer Planen zum Abdecken kauft (für draußen) sollte keine vom Discounter nehmen, die lösen sich in der Sonne auf... Und alles, was abgedeckt war, ist voller kleiner Kunststofffitzelchen... (Sand, Füllmaterial...)

Grüße Annette



Die echten Probleme...



...sind selten technischer Natur.

Meine (nicht ohne Blessuren erworbenen Erkenntnisse):

Mann/Frau sollte nur mit einem Partner bauen, der das auch wirklich will (und sich nicht nur überreden lässt). Gemeinsame Bauaktivitäten sind beliebte Trennungsanlässe - die Belastungen durch Job+Baustelle+Kinder können sehr hoch sein.

Eltern und Schwiegereltern dürfen gern die Bankverbindung zum Baukonto kennen, im Grundbuch haben sie nichts zu suchen, auch wenn die Steuerersparnis noch so sehr lockt.

Die "paar" baulichen Probleme vermeidet der kundige Bauherr durch Kontrollen, exakte Absprachen, saubere Vertragsgestaltungen, Prüfen der potentiellen Baufirmen durch Referenzobjekte etc. Mit großen Firmen habe ich eher schlechte Erfahrungen gemacht, der meistergeführte Baubetrieb mit einer überschaubaren Anzahl von Mitarbeitern schneidet deutlich besser ab.

Der unkundige Bauherr wähle nur einmal, und das gründlich: Den richtigen Architekten. Der Einwand: "Kein Geld" zieht hier überhaupt nicht, weil ein guter Architekt mehr spart, als er kostet.

Vorsicht beim bauen mit Freunden und anderen Leuten, denen mam sich verbunden glaubt. Das wird oft teuer und mindergut. Reklamationen gestalten sich schwierig. Die Firmen für's Haus sollte man sich nach objektiven Kriterien aussuchen.

Nan dann: Frohes Bauen

Grüße

Thomas



Ich glaube auch,...



...man kann viele, bautechnische, Fehler machen.

Ebenso häufig (wenn nicht häufiger, sicher aber viel "unschöner") sind die von Thomas genannten "Fehler anderer Natur"!

Gruß
Martin



Konzept! Konzept! Konzept!



Beim Autokauf weiß ein jeder wonach er sucht, was das Gefährt können muss und dass die S-Version eine Klimaanlage hat und trotzdem nur 2 Liter braucht.

Beim Hauskauf und beim Umbau/Sanierung werden die Augen manchmal bewusst verschlossen um den Problemen aus dem Weg zu gehen. ("Das wird schon ...")

Der Installateur bastelt vor sich hin, der Elektriker pusselt, zum Schluss ist nichts an dem Ort wo man es haben möchte, Vorwandinstallationen werden errichtet um die nicht bedachten Fallrohre zu kaschieren, immer neue Ecken, Kanten und Zwangspunkte entstehen um die man sich herum lavieren muss und es wird einiges hingenommen um die ohnehin angespannten Nerven nicht zum zerreißen zu bringen.

Beim Immobilienkauf sind zwar die dort alles dominierenden 3 L bekannt, doch beim Umbau die wichtigen 3 K meist vergessen. Einmal bauen ist immer billiger als zweimal bauen.

Augen auf und durch!

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Koordination



Technische Fehler habe ich bislang, nicht zuletzt dank dieses wundervollen Forums, kaum gemacht - glaube ich. Was aber immer wieder suboptimal oder auch einfach schlecht gelaufen ist, war die Koordination der Gewerke. Wir mussten die Handwerker immer erst suchen, das Geld auftreiben, daran denken, sie anzurufen, etc.. Das ist natürlich genau der Punkt, an dem z.B. Thomas einhaken und einen Architekten empfehlen würde. Aber ich würde auch rückblickend keinen engagieren:
- Ein Architekt nimmt die Handwerker, die er kennt. Ich habe die preiswertesten der Region gefunden.
- Auch ein Architekt ist Glückssache. Meine Eltern sind an eine inkompetente Halunkin geraten.
- Und darum müsste ich einem Architekten erst haarklein erklären, was ich will, damit der es dann den Handwerkern erklärt. Stille Post - da geht immer was verloren.

Seit wir uns jetzt dem Einzug nähern, denke ich, dass ich jetzt gerne zum zweiten Mal bauen würde. Jetzt kenne ich die Leute und die Abläufe und würde viel weniger falsch machen.

Liebe Grüße,
Konrad



Einen bauherrenfreundlichen Ansatz ...



bieten wir als regionale "fachwerk.de" - Gruppe. Entstanden aus der gemeinsamen Messepräsenz zu den "HAUS" - Messen in Dresden, haben wir alle wesentlichen Gewerke an Bord, incl. Architekt, Sachverständige etc.. Wir koordinieren vieles selber, was sonst Bauherren quälen kann (Heizungsbauer redet nicht mit Fußbodenleger, beide nicht mit dem Mauerer...)

Da kommt nicht immer der geringste Preis heraus; vielen Bauherren ist aber zu recht eine bis in die Details vollwertige Bauleistung wichtiger.

Folgendes stand schon 'mal im Forum zum Thema "Preise", und es stimmt immer noch:

„Es gibt kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist auch unklug, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.“
John Ruskin
(englischer Sozialkritiker, 1819 - 1900)

Grüße

Thomas



Prioritäten und Möglichkeiten



Lieber Thomas,

ich wollte hier keinen Streit um Profis vs. Selbermacher vom Zaun brechen. Verschiedene Bauherren haben unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten. Was mich betrifft, so habe ich einerseits viel zu wenig Geld, um mir Euch zu leisten - es geht einfach nicht. Andererseits aber bin ich handwerklich ziemlich geschickt. Bei den meisten Bauherren - z.B. meinen Eltern - dürfte der Fall umgekehrt liegen. Die schlafen dann sicherlich ruhiger (wenngleich weniger tief und erschöpft), wenn sie Profis engagieren. So'n paar Querköpfe wie ich werden das Handwerk nicht ruinieren, oder?

Weiter frohes Schaffen,
Konrad





Hi,

ja, ich dachte hier auch eher an die vielen "Kleinigkeiten", die dann hinterher viel Arbeit machen, um es wieder auszubessern...

Wir hatten eine Architektin... *hah*... oh jeh... Es gibt ja echt nicht viele Menschen, denen ich mal nachts im Dunklen begegnen würde, um genau zu sein, es sind 2. Einer davon ist die Architektin *mordlüsterndaufdenbildschirmguckentu*... Na ja, egal ;o) außer Spesen (und zwar ganz ordentlich) nix gewesen (na ja, doch, viel Mehrarbeit und dann hinterher "hätten wir nur nicht dasunddas gemacht". Auch ein Architekt ist ein Glücksgriff, genauso wie ein Zahnarzt ;o)

Grüße Annette (immer noch glücklich verheiratet ;o)



Im Nachhinein...



...hätte ich doch mehr Gehirnschmalz in eine Lüftungsanlage (zumindest deren Vorbereitung mit entsprechenden Kanälen) stecken möchten. Anatomisch wäre es sehr schwierig gewesen. Die Balken der Decken laufen von Giebel zu Giebel im Wohnhaus. Wenn eine Lüftungsanlage nun im Wirtschaftbereich angesiedelt wäre (was sich anbieten würde), habe ich von vornherein gesagt "geht nicht, ich müßte die Balken queren".
Aus heutiger Sicht wäre vielleicht doch irgendwie etwas gegangen. Die Böden hatte ich ja alle offen. Egal, jetzt ist es halt so.
Am Samstag habe ich noch eine Leitung mit Hängen und Würgen eingezogen, die ich vergessen hatt. Man stelle sich vor, vom ganzen Haus laufen sternförmig Netzwerkkabel in Leerrohren in meinen Stall (später Werkstatt und Schaltzentrale). Was ich aber vergessen hatte, war die kleine kümmerliche 4-adrige Leitung vom Hausanschluß der Telekom zu eben dieser Schaltzentrale, harhar...
Meinen in der Scheune befindlichen Heizraum würde ich etwas größer machen, der ist schon arg eng.
Vom Kaufpreis hätte ich noch zwanzig Riesen wegdrücken sollen, bekommen hätte ich es sicher so oder so. Aber ich hatte Angst, daß es sonst weg wäre. Heute wären die 20 k€ eine feine Sache. Da könnte ich ordentlich in Möbel investieren und hätte dann sicher die Landhaustüren mit fünf Füllungen (original) gekauft und nicht die mit nur drei.
Aber im Großen und Ganzen ist die Bude schon so, wie ich es wollte. Hatte auch nicht wirklich Zeitdruck und konnte mich an der einen oder anderen Ecke verkünsteln (Im Wohnzimmer hat das Heimkino seine eigene Sicherung, alle Kabel laufen in der Decke und Wand zum Beispiel). Das Gästeklo hat eine Absaugung, die den Dampf auch aus der Schüssel absaugt. So Spielereien habe ich mir nicht nehmen lassen.

Gruß Patrick.





Hallo Patrick, ich hätte da immer noch 7 originale alte abgelaugte Kassettentüren mit Zargen (und 5 Kassetten) übrig... ;o)





Wir hatten mitten im Flur einen intakten Kamin (der einzige intakte von den dreien). Die Architektin hat uns gedrängelt den sofort rauszureißen.
Wie blöd so im Nachhinein (da ärgere ich mich am meisten drüber)... erstens wäre das jetzt ideal, einen fetten Specksteinofen da hinzustellen, der das ganze Haus beheizt (Naturboden), zweitens hätten wir auf der Baustelle damals garnicht sooo arg frieren brauchen... na ja... mittlerweile hängt da der Elektro-SChaltschrank (der ja angeblich unbedingt in das Erdgeschoss musste)... jetzt kann man da nirgends mehr einen Kamin hinbauen *grummelgrummel*. Drittens hat das Abreißen Zeit und Geld gekostet... (Schutt und so)

Grüße Annette



Hallo Konrad...



...in die Richtung Profis vs. Selbermacher habe ich nicht gezielt. Wir unterstützen alle gern den Selberbauer, und ich bin ja nun einer, der sein Wissen gern auch gratis 'rüberreicht, nicht nur hier im Forum. Da ich mit meinen Holzböden dann ankomme, wenn die Baukasse oft schon deutlich leckt, ist mir schon klar, daß nicht jeder Bauherr aus dem Vollen schöpfen kann.

Der kundige Bauherr ist mir ohnehin lieber, ob er nun Teilleistungen selber vollbringt, oder nur unterschreibt.

Ich habe damit einfach nur auf eine vergleichsweise stressfreie Möglichkeit zu bauen hingewiesen (für's nächste Haus Deiner Eltern z.B :-)

Der Ruskin stimmt für Selberbauer wie für die Auftragsvergabe gleichermaßen. Beim Selberbauer ist es das Material. Er muß (oder sollte) sehr sorgfältig erwägen, wo er Kompromisse macht. Billige Hilsmaterialien wie z.B. Laminat leben eben nicht so lange, man zahlt über die Jahre doppelt und dreifach, ggf. auch noch für Bauschäden.

Und letztlich ist natürlich nicht immer das teurere das bessere. Eine einfache Kalkfarbe, ab und an erneuert, ist billiger und besser als streichbare Flüssigtapeten oder ähnlicher Klamauk aus der Edelkitschecke.

Grüße & Frohes Schaffen

Thomas



Muß leider passen...



...die 14 neuen Türen von Bawo stehen bereits beim Baustoffhändler meines Vertrauens. Werde sie am Samstag abholen. Außerdem habe ich im Rahmen des Umbaus die Türausschnitte nach DIN gemacht. Alte werden da wohl nicht passen :-)...

Gruß Patrick.





ich hab noch einen:

Wenn man ne superflache Duschtasse kauft, sollte man drauf achten, dass man eine seeehr hohe Duschkabine dazu kauft... :o( (wir waren beim FACHHÄNDLER... und erst, als wir alles einbauen wollten, haben wir gemerkt, dass die Duschkabine doch etwas mickrig aussieht, so 180 hoch...

Grüße Annette





@Thomas
wir haben gestern Gefache verputzt (Sumpfkalk). Hach herrlich... ich liebe Verputzen, da kann ich so richtig entspannen ;o) (nicht zu vergleichen mit Putzen...)...

Und: Stimmt, die Farbe vom Vorbesitzer ist abgeblättert mit den Jahren... ich glaube, das Wissen der Vor-Vor-Vorfahren ist mit der Einführung neuer Baustoffe etwas verloren gegangen. Leider. Auch die Gefache, die drin waren, wurden ausgemauert, aber nicht gesichert (Dreikantleisten o. Ä.). Wir haben jetzt Keile reingehauen, damit sie drinbleiben... Der Teil vom Haus ist von 1900.

Grüße Annette



muß dem beitrag von



thomas böhme in vollem umfang zustimmen. ein weiterer, aus meiner Erfahrung heraus wichtiger punkt ist, sich über die grenzen der eigenen leistungsfähigkeit bewußt zu sein im hinblick auf die meist einkalkulierte Eigenleistung und keine blauäugigen fehleinschätzungen der belastbarkeit -der psychischen wie auch der physischen (gesundheit!)- zu machen. nicht ganz vernachlässigen sollte man auch, einen "plan B" zu entwerfen für den fall, daß eine(r) schlicht ausfällt, aus welchen gründen auch immer.
und, wie herr kornmayer schreibt, ein konzept zu erarbeiten ist unumgäglich, es taucht im lauf der Sanierung noch so viel unvorhergesehenes auf, daß ein gesetzter "rahmen" unbedingt hilft, damit nicht alles aus dem ruder läuft. ohne architekt bauen bedeutet einen ungeheuren persönlichen aufwand, um sich wenigstens die notwendigen kenntnisse in kurzer zeit zu verschaffen und einschätzen zu können, wann man einen fachmann hinzuziehen muß. im nachhinein kann ich nur sagen, daß mich einige erfahrene handwerker, die ich vor größeren aktionen (auf meine kosten) auf der baustelle zur besprechung zusammengetrommelt habe, damit der ablauf mit rücksicht auf alle beteiligten gewerke besprochen werden konnte, gerettet haben. abgesehen davon würde ich bis heute keinen hier in der gegend ansässigen architekten nehmen, ich hab zuviele profilneurotiker in dieser branche kennengelernt (nix für ungut: ausnahmen bestätigen die regel selbstverständlich!). die billigsten handwerker oder "helfer" (na, ihr wißt schon...) haben mich hinterher tatsächlich mehr gekostet (geld, zeit und nerven) als erfahrene eingesessene meisterbetriebe, die einen ruf zu verlieren haben...(zum thema zweimal bauen).
die vielen kleinigkeiten, die man hinterher anders machen würde, sind zwar ärgerlich, aber liegen wohl in der natur der sache. daß der teufel im detail steckt, ist ja bekannt. das mal anzusprechen ist garnicht verkehrt!
grüße, und: beim nächsten haus läuft´s schon viel besser! carmen



Mein Heizungsplaner...



...war immer der meinung, daß man in ein 20 qm Bad zwei Waschbecken einbauen sollte. Ich habe lieber ein schönes mit viel Galaxy Black platzverschwenderisch über 45° in einer Ecke inszeniert. Vielleicht stellt sich das noch als Fehler raus....

Gruß Patrick.





@Patrick
... das glaube ich nicht...

Zähneputzen kann man auch nacheinander...

aber wenn 2 Menschen gleichzeitig dringend auf die Toilette müssen (oder noch mehr, je nachdem, wie viel im Haus leben ;o), ist das ein wirklicher Notfall und doof, wenn man eine Toilette im Haus hat, aber 5 Waschbecken ;o)

... außerdem muss man ein mal weniger Waschbecken putzen ;o) *grins*





@annette,

das unterschreibe ich blind! :-))

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





zum Thema Architekt noch was: Wenn man einen hat, der richtig gut ist und sich oft auf der Baustelle blicken lässt und sich anschaut, was die Handwerker machen, DANN ist das gut. Unsere Nachbarn hatten so einen bei ihrem Neubau. Eins A, der Mann, den kann man empfehlen...

Es ist halt grade im Fachwerkbereich nicht einfach, jemanden zu finden, Hand aufs Herz. Wir haben uns einen angeschaut, der wollte unsere Gefache mit Ytong ausmauern und als wir ihm gesagt haben, wie es "richtig geht", hat er uns angeschaut "ja, was wisst ihr schon, ICH bin der Architet und hab schon 40 Jahre Berufserfahrung..."... Aber ich will jetzt auch garnicht über Architekten streiten ;o). WEnn man einen guten hat, dann super. Ansonsten: ein schlechter (fachwerktechnisch zumindest) - da ist es besser, man macht seinen Krempel alleine ;o)



jaja, die "alten



hasen"....
du hast recht: dann muß man halt allein durch, und sich auch manchmal GEGEN die herrschende meinung durchsetzen, hauptsache, es DINt mir.
gruß carmen (ich suche grade nach fehlern...)



Fehler und unbehagen



Moin zusammen
Bein unserem Haus und der Garage habe ich mit 4 Fachleuten zusammen arbeiten müssen.
1 Elektriker
Ich wollte einen Drehstromanschluß haben. Dafür brauche ich ihn. Er hat mir einen Wasserfesten Stahlschrank für 2500 DM verkauft. Laut einem bekannten Bauleiter hätte ich für den Preis die ganze Hauselektrik bekommen können. Mittlerweile sehe ich das auch so.
2. Klempner
Bein Osterfeuer von ihm ein Angebot für Gasterme und Speicher bekommen. Preis incl. Montage. Ich hänge die Anlage auf, stelle den Speicher auf und montiere die Abgasführung. Er schließt die Anlege an und schickt mir die Rechnung.
Bein Blick in die Rechnung erfahre ich das anschließen und Montage und etwas anderes sind.
Anschließen kostet 400DM. Das ich ihm die Montage abgenommen habe fand er nett.
3 Kaminbauer
Ich suche mir bei ihm im Laden einem Kamineinsatz aus. Er will 1000 DM dafür haben. OK. Er liefert den Kamin mit falscher Tür in falscher Farbe. und will 1000DM plus Märchensteuer von mir haben. Bei ihm wäre es üblich über Netto Preis zu sprechen. Nach lautstarker Auseinandersetzung bekomme ich dann meinen Bruttopreis und eine neue Tür. Die Farbe ist immer noch falsch.
4 Architekten
Für den Bauantrag meines Wagenhauses (Umsetzen eines Heuerlingshauses 7,3m X14,1m)brauche ich einen Architekten. Ich telefoniere mit ihm, wir machen einen Termin in seinem Büro. Ich bring Zeichnungen von dem Gebäude mit. In dem Gespräch muß ich ihn über Baulasten aufklären. Auf meine frage zur Statik des Gebäudes nach dem umsetzten und Umbau, antwortet er. "Da stellst du doch dein Auto rein, das wirst du schon vernünftig machen". Am Ende des Gespräches kommen wir noch auf seine Honorarforderung zu sprechen. Er überlegt kurz und sagt 1500 € müsste er dafür haben. In drei Wochen wäre der Antrag fertig und ich könne ihn in seinem Büro abholen. Ich erinnere hier daran das es nur um das Formular für den Bauantrag geht und sonst nichts.
Nach drei Wochen hole ich den Antrag bei seiner Sekretärin ab. Die Zeichnungen im Antrag sind meine.
Über das Wochenende entdecke ich drei Fehler im Antrag. Das Haus hat einem Krüppelwalm, auch in der Zeichnung, im Text steht Waldmach. Die Außenwände sind im Text Vollklinker, in der Zeichnung aber Fachwerk ausgeklinkert. Die Rohbau Erstellungskosten sollen 96.000€ betragen. Total überzogen. Ärgerlich, da sich da davon die Gebührenhöhe des Bauantrages ableiten.
Nach diesem Antrag befaße ich mich am selben Wochenende auch noch mit der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure HOAI.(im Web zu finden)
Am Montag bei ihm ihm Büro beheben wir die Fehler im Antrag, die Rohbaukosten sind jetzt auch mir noch 19500€. Und dann unterhalten wir uns über sein Honorar. Wir einigen uns auf 300€. Ich verlasse sein Büro mit der Beckerkaust gen Himmel und bin im nachhinein über soviel Inkompetentz und Dreistigkeit echt entrüstet.
Ansonsten hatte ich mit keinem Fachman/frau zu tun. Ich bereue es nicht wirklich.
Gruß Jürgen



Thema Elektriker



Hallo,
sorry, aber als Elektromeister kann ich das nicht ganz so stehen lassen hier.
Da ich nicht im Handwerk tätig, sondern in der Industrie angestellt bin, sollte eine gewisse Objektivität meinerseits gewährleistet sein!

Bei den 2500 DM war doch wohl bestimmt nicht nur der "Blechschrank" dabei, sondern auch der Antrag zur Energiebezugsanmeldung, oder?

Und mit dieser Unterschrift garantiert der Elektromeister am Ende dafür, dass die Anlage den Normen entsprechend errichtet wurde. Die meisten Handwerksmeister machen so etwas erst gar nicht. Und die anderen lassen sich das Risiko, dass sie für die Zukunft eingehen eben gut bezahlen.
Ich für meinen Teil z.B. würde mich auf so einen Deal auf keinen Fall einlassen. Dafür habe ich in meiner Berufspraxis schon zu viel gesehen.

Außerdem mit 1250 EUR kommt man heutzutage rein für Elektromaterial für ein EFH nicht mehr hin. Es sei denn man baut nach Standard 1936 oder so. Meine Materialkosten belaufen sich bis jetzt schon auf 1500 EUR und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Und das ohne instabus oder ander unnötige Sachen. Und da ist nicht mal der Blechschrank mit bei, der war nämlich schon da!

Sorry, aber das wollte ich mal loswerden.

Schönen Abend noch
Kalle.



@Jürgen



also wenn ich mir deinen Beitrag so zu Gemüte führe, komme ich zu dem Schluss, dass ich in meinem Berufsleben etwas falsch gemacht habe.
Bin einfach nicht "dreist" genug, um mein "Schärflein" zu erhaschen!

Auch meine Eltern haben bei der Erziehung meiner Selbst wohl deutliche Fehler gemacht.
Solche Vorgehensweisen, wie sie deine "Handwerker" an den Tag legten, wurden mir einfach nicht beigebracht.

Ich lehne es aber ab (weiß auch nicht warum), mich darüber zu ärgern ;-)))

Grüße in den Abend
Martin



@ Jürgen



Zu Pos. 1,3 und 4: ohne Diskussionn, gggrottenschlecht

Pos.2: Naja. Offenbar hast Du ja eine Komplettleistung in Auftrag gegeben, eine Abstimmung über Eigenleistungen ist nicht erfolgt. Bei mir hätte es das trotzdem so nicht gegeben. Ich betreue auch gern (tatsächlich:gern) Selberbauer, und der exakte Anteil der Eigenleistungen ist ja erst hinterher klar. Ehrensache, daß nur das berechnet wird, was wir tatsächlich gemacht haben.

Offenbar bist Du in der Wahl Deiner Vertragspartner nicht besonders glücklich gewesen. Auch wenn es noch mehr "Experten" wie von Dir beschrieben gibt, es gibt auch und immer noch handwerklich korrekte und sauber berechnete Leistungen von guten Fachbetrieben. Ein paar findest Du auch (für's nächste Haus :-) hier im Forum.

Grüße

Thomas



Muß dem Kalle...



...bezüglich Gesamtkosten der Elektrik schon recht geben. Selbst wenn durch Inflation deine 2500 DM heute 2500 € entsprächen, für eine ganze Hauselektrik wird selbst das knapp.
Aber ansonsten echt Pech gehabt...

Noch eine Anekdote von meiner Baustelle. Der Maler- und Stukkateurmeister meines Vertrauens wollte mein Gerüst komplett mit Plane habe (es wurde Ende 06 langsam kalt). Nach einem recht heftigen Stürmchen lag halt das Gerüst hinterm Haus im Garten. So ein Segel macht sich nicht so gut an einem Riesen Gerüst...
Und mein Fensterbauer hat halt erst die Fenster eingebaut und dann erst die Rolläden bestellt. Aussage: Das machen wir immer so. Nur, wenn die Fenster schon drin sind, was soll sich da an den Vorbaurolläden noch ändern? Die Breite? Die Länge? Häh? Da sie eingeputzt wurden mußten, hatte das WDVS halt eine schöne Pause in den Winter rein. Gottseidank war der Winter 06/07 recht mild und es konnte hinreichend weiter gehen.

Gruß Patrick.



Ärger bein Bau



Moin
@ Kalle und Patrick
In meinem Haus gabs zwei Stromzähler für 220 Volt. Einen davon wollte ich auf 380 Volt umgerüstet haben. Das war der Auftrag.
Er meinte, bei mir im Stall neben dem Dielentor würde das nur in einem Stallschrank gehen. Bis dato hingen die Zähler an der Fachwerk Wand und die Schraubsicherungen daneben.
In dem Kasten sind 2 FI, drei 25 Ampere Schraubsicherungen und vier 16 Ampere Sicherungs Automaten und ein Drehstrom und ein Lichtstom Zähler. Das ist alles.
Für den Energieversorger EWE musste er eine Fertigmeldung schreiben. EWE kam dann vorbei und hat den alten Licht gegen den neuen Drehstrom Zähler getauscht. Gratis.
Das ganze war im Jahr 2000. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Bremen nachweislich, für Bauträger eine komplette Reihenhauselektrik für 2500 DM.
Vor einem halben Jahr habe ich auch den zweiten Stromzähler auf Drehstrom umgerüstet. Unser neuer Mieter wollte nicht mit Gas kochen. Der Auftrag war einen Stromzähler auf Drehstrom umrüsten. Es kam ein Elektriker er hat drei neue SicherungsAutomaten in den Schrank eingebaut, die Verkabelung für den neuen Zähler im Schrank gelegt und eine Fertigmeldung an die EWE geschrieben.
In diesem Fall haben die Arbeiten und das Material 130 € gekostet.
Der Auftrag war der gleiche nur halt ohne Schrank.
@ Thomas
Die Gespräche mit dem Klempner liefen auf Dorffesten und morgens im Hofladen beim Brötchen holen. Die Abmachung war, das ich für 6200 DM eine Brennwerttherme und Speicher von Brötge incl. Anschlußmaterial und Montage bekomme.
Die neue Gasleitung durchs Haus wollte er legen und extra nach aufwand berechnen. War auch OK für mich. Von Eigenleistungen war nicht die rede.
Das ich die Therme, Abgasführung und den Speicher aufgestellt habe, hat sich so ergeben. Das wollte ich auch nicht vergütet haben.
Aber das die Schlussrechnung aus
6200 DM Anlage
200 DM Verlegen Gasleitung
400 DM anschließen Anlage
bestand, veranlasste mich zu nachfragen.
Mir wurde daraufhin mirgeteilt das die Montage der Anlage sehr wohl im Preis von 6200 DM enthalten war, wie abgemacht. Aber das Anschließen der Anlage an die vier Wasserleitungen, und Therme an Speicher extra berechnet werden. War ja nicht abgemacht. Der Unterschied wäre halt Montage und Anschließen! Na Danke.
Einen habe ich noch.
Ich brauchte eine neue Treppe. 3,5 Meter Geschossehöhe 1,4 Meter breit. Einzügig also einfach gerade. Massiv Buche, nicht verleimte Bohlen sondern Vollholz. Mit Handlauf auch um den Treppenschacht. Im Baumarkt gabs garnichts. Handwerksbetriebe kamen auf 11.000-15.000 DM. Einen meinte geht garnicht bei der Geschosshöhe. Vollholz in 5,5 Meter Länge für die Wangen würde man nicht bekommen. Ein anderer sagte man braucht einen Absatz. Für den Fall des Sturzes auf der Treppe wäre eine Einzügige verboten. Davon wussten die anderen jedoch nichts.
Ich habe dann im Laubholzsägewerk einen in 65mm Bohlen geschnittenen, 5,8 Meter langen Kesselgetrockneten Buchenstamm für 900 DM gekauft. Geht also doch.
Für 1400 DM gönnte ich mir eine Oberfräse von Festo. Mein Kumpel leite mir seine Kreissäge, meine hat nur 55mm schnitttiefe. Der Stamm wurde von mir besäumt. Eine Tischlerei im Nachbarort hat mir dann die zugeschnittenen Bohlen plan und winkelig gehobelt, für 200 DM. Dann wurde die neue Fräse zum Zapfenlöcher und Zapfen Fräsen eingesetzt und die Kanten auf 5mm Radius gebracht. Im Schraubenfachhandel gabs Quergewindebolzen und Senkkopf Inbus Schrauben in VA um das ganze zusammen zu halten. Mit dem Kettenzug aus meine Autowerkstatt wurde das ganze dann eingehangen und fertig, für 1100 DM. 1/10 der anderen Preise. Habe also locker mal eben 10.000 DM erarbeitet.
Natürlich habe ich auch arbeiten aus Unkenntnis der Materie doppel ausgeführt. Der Kamin. Hatte natürlich mit dem Kaminbauer darüber gesprochen wie ich den Kamin bauen will. Er meinte da nimste Ytong und klebst die zusammen. Habe ich auch gemacht.
Nach dem ersten anheizen zerlegte sich das ganze an den Nähten. Nach einem Gespräch mit dem Kaminbauer meinte der mit einem süffisanten Grinsen, das mußte ja auch keinen Ytong kleben nehmen sondern Fliesen Fex Kleber. Ar...loch war mein Gedanke.
Diese ganzen Erfahrungen führen bei mir dazu das ich mich nun vorher klug mache und dann alles was irgend geht selbst erledige. Ich muß mich nicht mehr aufregen.
Habe gegenüber meinen eigenen arbeiten auch eine größere toleranz als bei vergebenen Aufgaben. Für das gesparte Geld kanns schon mal ein bisschen Schief sein. Ging halt nicht besser zu machen. Habs ja selbst gemerkt. Beim Handwerker hätte ich mich über jeden Mangel mein Lebenlang aufgeregt, so nicht. Und Arbends schläft sichs besser mit dem Gefühl was selbst gemacht, und Geld gespart
zu haben.
Gruß Jürgen



Fehler? Ich? Oh Gott!



Da ich bereits 1995 begonnen habe, also in der Präfachwerkdeära, ist vieles dabei, was heute undenkbar für mich wäre.

MiWo wo keine hingehört, Kalkzementputz wo Lehm hingehört, uvm..


Wenn ich mal beim Groben bleibe, dann lässt sich das wie folgt zusammenfassen:

1. Zu optimistisch kalkuliert
2. Zu kurz geplant
3. Zu wenig Handwerker beauftragt
4. Zu viel Handwerker beauftragt
5. Die falschen Handwerker beauftragt
6. Die richtigen Handwerker nicht gleich in der Scheune festgekettet, damit ich sie wiederfinde
7. Die Kreativität von Handwerkern und Bauhelfern unterschätzt
8. Die Kreativität von Handwerkern und Bauhelfern überschätzt
9. An den falschen Stellen gespart

Alles in Allem macht es aber immer noch Spaß und ich freue mich schon auf die nächsten Fehler.

Zu der Diskussion über Handwerker, Planer und Eigenleistung:

Mein liebstes Gewerk sind die Klempner. Letztes Jahr habe ich zwei Zimmer (ein Bad und die Waschküche) neu gemacht.
Es waren vier Anläufe notwendig, bis der Klempner die Wanne gesetzt bekam (die Geschichte im Detail würde den Rahmen sprengen).
Dann beim Befüllen stellte sich heraus, dass der vorherige Klempner die Rohre für Warm- und Kaltwasser vertauscht hat.
Die sauteure Amatur mit verdrehten Anschlüssen liefert bis heute kein richtig kaltes Wasser.
In der Waschküche habe ich eine schöne Nische bauen lassen, wo Waschmaschine und Trockner übereinanderstehen. Den Wasserhahn
hat der gute Mann so angebracht, dass ich die Waschmaschine nur dann in die Nische bekomme, wenn ich den Wasserhahn erstmal
abbaue. Sowas merkt man natürlich erst am Schluss, wenn alles gestrichen ist und dann die Geräte eingebaut werden.

Im Wintergarten habe ich die Rohre für Heizkörper bereits legen lassen und mit Blindstopfen und schicken Flügelventilen (oder wie die Verschlüsse heißen)verschließen lassen. Letzte Woche gab es kein warmes Wasser. Ich gehe zur Heizung und der Druck war bei 0.1. Natürlich schaltet die Heizung dann ab. Ich fülle auf. Der Druck nach 5 Minuten wieder 0.1. Sche... . Dann sehe ich per Zufall (Gott sei's gedankt) das ein Ventil durch ein Stuhlbein geöffnet war. Der Blindstopfen (alle anderen Stopfen auch, wie sich dann rausstellte) war aber nur angedreht und mein schönes Heizungswasser ergoss sich langsam aber stetig in die Freiheit.

Abschließend möchte ich jedoch behaupten, dass es meistens die Kombination aus Zeit und eigender Kraft ist, die man falsch einschätzt. Das Leben fordert mehr, als immer nur bauen. Daher lassen wir häufig die Baustellenbereiche als Kreativzone liegen und gestatten uns auch andere Vergnügen. Entschleunigung ist eh "in".

Gruß
Hartmut



Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.



sagte einmal der alte Brecht. Wenn man die Beiträge alle so durchliest fallen einem längst vergessene/verdrängte Dinge wieder ein ....

Kundenauftrag: Der Schreiner hat trotz vorheriger Absprache das falsche Parkett (über 200 qm) verlegt. Zuvor wurde der neue Estrich in den Büroräumen und Bädern auf das bestellte Maß angepasst. Alles schriftlich festgehalten den bei uns ist es ja wie mit den Politessen: Wer schreibt, der bleibt.
Im ersten Raum wurde also sogleich das falsche Parkett durch unser Büro festgestellt. Weisung: Verlegestopp. Hat den Gesellen nicht interessiert, der verlegte munter weiter.....
Meister angerufen. Der fiel fast vom Stuhl. Ortstermin mit Bauherren. Gegen Preisnachlass wurde dann vereinbart, dass das minderwertigere 8mm-Parkett eingebaut werden darf, wenn der Boden zuvor auf die spätere Endhöhe beigespachtelt/erhöht wird. Parkett also wieder raus.
Bei mehr als 200 qm ist ein aufspachteln/anpassen natürlich eine Menge, denn jener Wiesbadener Sargschreiner hatte auch noch das Richten und anpassen der Türen an das neue Parkett im Auftrag. Die Türen (18 Stck.) hat er natürlich mit in seine Werkstatt genommen und auf die bestellte Parketthöhe angepasst .......

Super. 200 qm Fußboden jetzt bitt um 4 cm erhöhen. Da musste der gute Mann - dessen Namen ich gerne telefonisch mitteile - lange überlegen wie er da wieder rauskommt: Also bekam unser Büro und der Bauherr ein Schreiben in dem er ankündigte seine Arbeiten einzustellen, solange noch andere Handwerker auf der Baustelle waren die sein Gewerk ständig verschmutzen und beschädigen würden. Also hat der Maler fertig gestrichen und wir die Baustelle geräumt. In den ersten Tagen habe ich immer mal wieder reingeschaut, die Arbeiten des Aufspachtelns verliefen schleppend, aber immerhin hat das auf die Baustelle prügeln funktioniert.
So Weihnachten rückte näher, das war die Lösung für den Schreine! In der Weihnachtspause hatte der gute Mann sich mächtig beeilt, gespachtelt, Parkett verlegt und sogar lackiert. Super dachte ich, das ging ja flott.
Nachdem der Boden getrocknet war ergab sich folgendes desaströses Bild: Als der gute Mann gemerkt hatte dass die Türen nicht mehr passten hat er von Raummitte jeweils (18 x also) zur Tür hin angespachtelt bis zu 4 cm !!!! und die Türen hatten immer noch 2,5 cm luft zum Boden (3 x abgeschnitten und immer noch zu kurz). Der Wahn. Ein Bild des Grauens. Der Lack hatte einlackierte Haare, Luftblasen und abertausende Schmutzeinschlüsse, Partiell war allerdings der bestellte Glanz des Bodens zu erahnen.

Nach drei Versuchen den Schaden durch Schleifen und lackieren zu mindern mussten alle beteiligten einsehen, dass das hier nichts wird. Da der Sargschreiner es nicht hinbekam das Parkett in Glanz zu versetzen wurde sich auf Seidenmatt geeinigt, da fielen dann auch anderen Stellen nicht ganz so auf. Alle haben es eingesehen, bis auf einen. Der fand seine Arbeit prima und wollte nun sein Geld sehen. Nachlass wegen falschem Parkett? Nie im Leben. 23 TSD EUR waren bereits bezahlt und 18 TSD fehlten noch. Manche erkennen einen Irrtum halt erst, wenn alle Welt ihn teilt.

Nach Gutachterverfahren, eines durch den Schreiner abgelehnten gerichtlichen Gütetermin und einer dann folgenden mündlichen Verhandlung hat er zwar seine Schuld noch immer nicht eingeseehn, doch zumindest verblieb das Geld beim Bauherren. Das zog sich so über 8 Monate ..
Der Bauherr allerdings hätte lieber das Geld bezahlt und ein vernünftiges Produkt bekommen ....


Habe noch mehr Geschichten vom ganz normalen täglichen Wahnsinn.

Handwerkerangebot Sanitär EFH: 24.000, Schlussrechnung 54.000 (bei gleicher Leistung)
Handwerkerangebot Sanitär: 1.800, Schlussrechnung 5.800 (bei gleicher Leistung)
.......

Gruß aus dem sonnigen Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Von der Raummitte zur Tür...



...4 cm angespachtelt? Cool. Ich glaube, so eine Höhendifferenz hatte ich in keinem Raum und die Bude ist wegen der abgefaulten Schwelle an einer Ecke etwas in die Knie....
Aber mal 'ne Frage, was für eine Parkettdicke war denn zuvor vereinbart? Wenn ich jetzt rechne, dann 8mm plus 4 cm mach 48 mm, Gibt es so was oder habe ich etwas falsch verstanden?

Gruß Patrick.





... nicht falsch verstanden aber von mir nicht richtig ausgedrückt.

Vereinbart waren wenn ich mich recht entsinne 22 mm, geliefert wurden 8 mm. Da dieser Wahnsinnige aber die Türen zu kurz abgeschnitten hatte, versuchte er dies durch anspachteln zu vertuschen. Da gehen einem die Schimpfworte aus.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



@ Christoph



Klingt ja wie ein sensationelles Geschäftsfeld, zumindest für einen Betrieb, der sich positiv von diesem dunkelschwarzen Hintergrund abhebt. Jetzt werde ich intensiv über eine Niederlassung in Wiesbaden nachdenken.

Expandierende Grüße

Thomas





... da fällt mir auch noch einer ein... ;o)

Gusseiserne freistehende Badewanne, um die 200 Kilo... Da musste man erst mal den Syphon anschließen (abauseits), alles vorinstallieren und dann die Badewanne mit Hilfe der Nachbarin und des Nachbarn punktgenau auf den Abfluss (Syphon) stellen. Ok, gesagt, getan... alles abgedichtet... fäddich...

denkste... der NAGELNEUE originalverpackte sch*** Siphon hatte ein Leck...

Also alles wieder abschrauben, Nachbarn holen... 200 kg Badewanne mal kurz wegstellen und so weiter...

:o) *hihi*

und die Moral von der Geschicht: Traue Originalverpackten Syphons nicht :o). ABER es hatte was Gutes. Stell mir vor, wir hätten DIESEN Syphon in die Dusche eingebaut... dafür war er eigentlich gekauft... wir hätten es nie gemerkt, dass es da unten raussifft... Wer schaut denn unter seine Duschwanne, ob da alles dicht ist?



Die Badewanne!



Fast hätte ich es vergessen! Mein Bad soll ja das Schmuckstück werden. Neben einer bodengleichen Dusche, einem gemauerten Waschtisch sollte noch eine große (wirklich groß) Wanne her. Also habe ich im Internet schon lange nach Badewannen gesucht (ich wollte unbedingt Stahl, weil ich die Gummiwannen nicht mag). Meine Wahl viel auf entweder Kaldewei oder Bette. Bette ist bei gleicher Größe (200 cm x 100 cm) wegen der Standard Ab- und Überlaufgarnitur deutlich günstiger. Weiter wollte ich den Perleffekt und eine Antirutschbeschichtung.
Ein Anbieter hat mir beides kombiniert angeboten und ich habe bestellt (im April). Nachdem ich lange nix gehört habe, habe ich mal nachgehakt. Jetzt ist Bette anscheinend das Tiefziehwerkzeug kaputt gegangen. Naja, nachdem das dann wieder behoben war haben sie dann mal eine gefertigt. Die konnte dann leider nicht ausgeliefert werden, weil deren Qualitätsicherung sie nicht frei gab (irgendein Beschichtungsfehler oder so, ich habe den Faxverkehr als PDF bekommen, es hat gestimmt). Also wurde die nächste gefertigt. Die kam dann irgendwann zu Händler und er hat mir gesagt, daß er sie per Spedition losschickt. Am Liefertermin nahm ich mir dann frei. Kommt dann ein 7,5-Tonner in meine Straße gewackelt. Ladebordwand geht auf und das Monster (stehend an ein geschweißtes Gestell gebunden) war von seiner Palette runter und lag schräg auf dem anderen, gelagerten Zeugs. Toll. Das Ding aufgerichtet, in die Scheune, ich schneide die Folie auf und es kommt ein Fünfmarkstück-großer Emailabplatzer zum Vorschein (sicher schon vorher passiert, da das andere Zeugs auf dem Laster eher aus weichen Kartons bestand und sooo leicht das Email auch nicht zum Abplatzen zu bewegen ist).
Ich hätte den Fahrer erwürgen können...Naja, Badewanne geht zurück samt Überlaufgarnitur und Füße.
Ich ruf den Händler an und sage, ich brauche jetzt schnellstens eine Wanne in der Größe mit den Beschichtungen, gewinnen tut der, der schneller fertigt (Bette oder Kaldewei). Beide sind gleich schnell, also wieder die Bette (mittlerweile praktisch alles bis auf den Wannenplatz gefliest).
Bette macht dann die dritte Wanne für mich. Nach zwei, drei Wochen Anruf vom Händler: "Wie steht denn die Wanne bei Ihnen?", Ich "Sie steht schräg in den Raum rein", Er "Scheiße, dann geht es nicht, wir haben einen Emailfehler an der Einlaufseite". Ich "Mach ein Bild". Nachdem der Schaden marginal war, habe wir uns auf etwas Nachlaß und einen Stift von Bette für kleine Emailschäden geeinigt, weil ich die Wanne brauche.
Wanne kommt zu mir, ich wieder Urlaub. Sagt mir der Fahrer, das es scheiße wäre, weil die Wann hochkant oben am Laster streift. (Ich befürchtete das Schlimmste). Es war dann nur ein kleiner Alustrich von dem Deckel und mir war es dann egal. Mittlerweile steht sie abgemauert im Bad und heute werde ich anfangen, Edelstahlschienen zu schneiden, damit der Rest gefliest werden kann.
Ich vermute, Bette wird nie wieder so viele Wannen in einem Jahr von eben der Größe und Materialauswahl fertigen. Alleine drei Stück für mich.

Gruß Patrick.



In meiner Sammlung der Fehlplanungen...



...schwimmt momentan obenauf der Spühlkasten. Grundsätzlich ist es ja ganz nett, wenn man die Teile im Trockenbau versenkt. Wenn sie aber kaputt gehen, kommt kein Mensch ohne Abriss des Trockenbaues 'ran. Da es bei mir um 6 solche Teile geht, die nacheinander (nach ca. 8 Jahren)aussteigen (und wieder durch Trockenbaukästen ersetzt werden müssen), war das eine suboptimale Entscheidung.

Ich würde zukünftig hier ohne Trockenbau arbeiten.

Grüße

Thomas



Ich bin jetzt bei...



...Unterputzspülkästen nicht der Trockenbaufan (eigentlich mag ich das garnicht) und Mauer die Dinger ein. Aber ob Trockenbau oder eingemauert, man bekommt doch alle Innereien durch die Öffnung der Betätigungsplatten heraus (zumindest bei Geberit). Was issn da bei dir kaputt, was nicht austauschbar ist?

Gruß Patrick.



Manche Kästen tröpfeln ständig,



andere laufen nur nach Fußtritt an den Trockenbau voll.

Problem ist ja auch, daß eine Monteurstunde für den Wechsel einer 10cent-Dichtung mehr kostet als ein billiger neuer Kasten - den ich ohne Probleme selber wechsle.

Nicht, daß ich nicht jedem Handwerk seine Einnahmen gönne, aber hier ist die Kosten/Nutzen-Relation mies.

Wenn dann der Hersteller auch noch von der Bühne verschwunden ist, geht nichts mehr.

Grüße

Thomas



von marginaler bedeutung....



war mein badplan, der ein stand-wc vorsah (untermauert durch das nagelneue und zur anschauung bereits im bad befindliche teil). auch daß ein meterriß an den wänden rot eingezeichnet war, die angelegenheit intensiv besprochen war (ich bin dabei von normal entwickelten hörvermögen und IQ ausgegangen) und eine technische zeichnung genau über dem ort des geschehens an die wand genagelt war (ich hab´s geahnt, dachte aber, daß das lesen kein problem sein dürfte), hielt den installateur nicht davon ab, mir den u-putz-kasten auf höhe eines wandhängenden wc zu setzen. als ich wiederkam, wurde mir lapidar gesagt, daß man(n) das heut so macht, in einem ton, als wär mein konzept obsolet und man(n) müsse an meinem verstand zweifeln und hätte daher meinen plan großzügigerweise korrigiert. das argument mit der bodenwischerei drunter fand ich wunderlich, zumal -wie ich unterstelle- aus völlig unkundigem mund... der gestalterische grund meiner wahl wurde wurde mit verständnislosem kopfschütteln qittiert. die technische zeichnung war auf mysteriöse weise verschwunden, der installateur auch. der chef der truppe wollte mir daraufhin weismachen, der meterriß sei falsch. danach waren aber alle außentüren bereits auf richtiger höhe gesetzt, was ihn in einen kleinen erklärungsnotstand brachte...der umtausch war dann mein problem, ich hatte nicht über die firma gekauft (freut mich heut noch!). jedenfalls hab ich jetzt -man will ja auch mal fertig werden- ein super wand-wc, gut drunter zu wischen, wenn man sich hinkniet, denn jedes handelsübliche reinigungsgerät bleibt am siphon unten hängen.
generell hab ich, auch nach erfahrungen in diversen wohnungen, langsam den eindruck, daß im sanitärbereich in kürzester zeit geradezu unglaublich viel schieflaufen kann. die überforderung fängt schon an beim Einbau einer den herrschaften nicht geläufigen armatur...(kommentar: nicht ausgereiftes italienisches/dänisches/deutsches design der gehobeneren preisklasse). man kann sich ein konzept für´s bad eigentlich sparen, da alles so gemacht wird, wie man(n) es immer und überall macht.
wie ich durchgesetzt hab, daß ich wenigstens eine bodenebene dusche habe, weiß ich nicht mehr. wahrscheinlich war der adrenalinspiegel derart hoch, daß ich mich nicht genau erinnere....
fazit: ich weiche nicht mehr von der seite, auch wenn bloß ein eckventil montiert wird!
bedenklich find ich, daß man manchmal selbst zweifelt, ob das wirklich soo wichtig ist, und sich erstmal besinnen muß auf die bedeutung der eigenen vorstellung und auf die tatsache, daß man für deren umsetzung ordentlich bezahlt.
grüße an alle leidensgenossen! carmen





*hihihi* wir hatten einen witzigen Elektriker... na ja, also der hat uns immer irgendwelche Menschen geschickt, die alles können, nur nicht das, was mit Elektrik zu tun hat ;o)

In der Küche haben wir einen Unterzug (Balken). Genau am Ende war eine Unterputzdose (damit wir am Balken Seilzug-Leuchten anschließen konnten). Was macht der Mensch? - Baut mir da oben ne Steckdose ein *brüll*. Der nächste hat mir die Steckdosen falsch rum eingesetzt (Schweinchennase mal horizontal, mal vertikal, wie er grade Lust hatte...)...

*seufz*

Grüße Annette
PS: ich finde Eure Anekdoten witzig *hihihi*. Da kann man doch schon wieder drüber lachen ;o)



handwerkercharaktere...



ich hab meinen lehmbauer unbemerkt dabei beobachtet, wie er seine von ihm zusammengestellte lehmmischung aus dem Mischer gustiert hat (!), um anschließend zu seufzen: "very delicious!"
da fällt einem auch nix mehr ein.
carmen



"very delicious"



@carmen,

ich kenne forstliche Standortskartierer die, um die Bodenart festzustellen, tatsächlich auch eine Probe aus dem gerade geschaufelten Erdloch "gustieren".

Kein Scherz jetzt.
Habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber angeblich soll man dadurch, mit einiger Übung, den Ton- und z.B. Schluffanteil abschätzen können.

Möglicherweise ist dein Lehmbauer ein echter "Spezie" und er kann dadurch die richtige Lehmzusammensetzung "ermitteln", auch wenn´s vieleicht komisch anmutet.

Grüße in den Tag
Martin



Lehm gustieren



Das ist nichts ungewöhnliches, ich mache das (wie viele Tief- und Brunnenbauer) auch, um Baugrund zu klassifizieren.
Die Unterscheidung von Schluff und Ton sowie deren Mengenverteilung ist bei bindigen Böden sehr wichtig, um ihre bautechnischen Eigenschaften bestimmen zu können.

Das, was Euch so belustigt ist ein Teil der Feldversuche zur Benennung und Beschreibung von Böden nach DIN 4022.
Es geht um die Unterscheidung von Schluffkorn und Ton. Zusätzlich zu den in der DIN dafür genannten Schüttel-, Reibe- und Schneideversuch kann man ein Stück Bodenprobe zwischen die Zähne nehmen und darauf mit den Zähnen reiben. Das steht zwar so nicht in der DIN, ist aber gängige Paxis. Schluff, dessen Korngröße im 100-tel bis 1000- tel mm Bereich liegt, kann man so von Ton unterscheiden, es knirscht zwischen den Zähnen.
Es ist eine gute Ergänzung zu den anderen genannten Versuchen, um die Korngröße und den Anteil von Schluff und damit die Plastizität der Probe einschätzen zu können.
Mineralboden ist übrigens völlig geschmack- und geruchlos.
Falls er riecht (dafür gibt es den Riechversuch) ist er organisch kontaminiert und nicht als Baugrund oder Baustoff verwendbar.

Viele Grüße



kostprobe....



danke, herr böttcher, für die ausführliche aufklärung. im ersten moment mutet so eine beobachtung natürlich schon etwas verschroben an, aber natürlich hab ich gefragt, was er da schmeckt. später hab ich, zusammen mit dem maurer, auch mal alte, von mir aus einem abbruchhaus geborgene ziegelsteine, im falle des verdachts auf "salze" (sie wissen schon, was gemeint ist) abgeschleckt, damit sie nicht wieder verbaut werden.
wenn uns dabei allerdings jemand beobachtet hätte...!
grüße carmen




Schon gelesen?

Vorgehensweise ok?