Kellerloch und andere Feuchtigkeitsspender

18.06.2007



Liebe Freunde der Baukunst, ich habe ein kleines Reetdachhaus (30 Jahre alt) and der See. Es ist im wesentlichen ein Sommerhaus. Das Haus steht leicht erhöht. Das Mauerwerk (Ziegelstein) ist trocken. Die Dachkonstruktion habe ich gerade geöffnet. Sie besteht nur aus dem Reetdach selbst, einem großen Hohlraum und Gipskarton. Das Reet ist trocken, das Dach ist nach 30 Jahren in einem Top-Zustand.

TROTZDEM IST ES IM HAUS IMMER FEUCHT, so dass sich z.B. auf Lederschuhen, die ich über Winter dalasse, Schimmel absetzt. Auch riecht es (besonders nach dem Winter) schimmelig.

Ich habe im Winter (zumindest, wenn ich nicht da war) verschiedene Heizvarianten ausprobiert: Gar nicht heizen, auf ca. 15 Grad heizen (was kaum bezahlbar ist) und auf 5 Grad heizen. Alles vergebens.

Als Ursache habe ich bisher den winzigen Keller angesehen, den ich nicht zuschütten kann, weil die Wasserleitung dort ankommt. Der Keller hat 2 qm Grundfläche, und ist 1,80 m hoch, die Wände sind unverputzte Ziegel und oben und unten hat man eine Sperrschichte aus Bitumen (unten) und Baufolie (oben) eingezogen. Im Keller war es immer feucht und schimmelig. Ich habe dann im letzten Jahr eine einfache Entlüftung eingebaut: Zwei 5 cm dicke Plastik-Rohre. Eins geht links, eins rechts durch die Mauer, im inneren geht dann eins runter bis fast zum Fußboden - damit die Luft zirkuliert, dachte ich.
Tatsächlich ist der Schimmel verschwunden, die Kellerwände sind trocken! Aber es gibt noch immer Probleme.

1. Was die Feuchtigkeit im Keller betifft: In dem Rohr, das nach unten geht, kondensiert das Wasser und tropft auf den Fußboden! Und: An der Decke kondensiert im Winter das Wasser (im Winter ist die Decke natürlich kälter als die Luft im Keller). Trotzdem, wohlgemerkt, schimmelt nichts, die Wände sind trocken!

2. Was die Feuchtigkeit im Haus betrifft: Es roiecht immer noch feucht und schimmelig im Haus!

Meine Frage an Euch/an Sie besteht eigentlich aus zwei Fragen. Ich bin nämlich der Meinung, dass der winzige Keller, der ja trotz Fußboden-Feuchtigkeit nicht mehr schimmelt und trockende Wände aufweist, nicht die Ursache für die Feuchtigkeit im Haus sein kann. Trotzdem würde ich den Keller natürlich gern trocken kriegen. Deshalb also:
1. Wie kriege ich den Keller trocken? Insbesondere, wie isoliere ich Decke oder/und Lüftungsrohr?
2. Meine letzte Hoffnung hinsichtlich der Feuchtigkeit im Haus ist eigentlich, das Haus vernünftig zu belüften, besonders im Winter, wenn man nicht da ist.
- Als erstes spiele ich mit dem Gedanken, das Reet mit Lehm zu verputzen, damit die Feuchtigkeit noch besser entweichen kann als durch den Gipskarton.
- Ich stelle mir vor, das Haus unbeheizt zu lassen und einfache Lüftungslöcher - ohne Elektrik und Elektronik, sondern nur verschließbar - in die Wände einzubauen. Wo und wie baue ich sowas ein? Gibt es da vernünftige und einfache technische Lösungen?
- Schließlich will statt der alten Gasheizung einen Ofen einbauen. Zwar soll der Ofen in der Lage sein, das Haus auch im Winter zu beheizen, aber in Perioden der Abwesenheit soll das Haus nicht beheizt und zursätzlich durch den Ofen belüftet werden.
So, das wars. Haltet Ihr das für vernünftig? Habt Ihr besserre Vorschläge?
Danke im Voraus.
Eugen Ruge



Lüften



sollte man natürlich nur mit ausreichend warmer und trockener Luft. Da gibt es zum Beispiel die Produkte von www.solarventi.de. Nicht ganz billig, dafür völlig autark und genau für diesen Zweck gemacht.



Es wurde offensichtlich



schon viel ausprobiert und es riecht schimmelig. Ich denke, dass die Zeit gekommen ist sich einen Baubiologen ins Haus zu holen. Vielleicht kann er das Problem / den Schimmel finden.



Lüften



Ich denke, es ist ganz natürlich, dass es im Haus feucht ist und schimmlig, wenn es im Winter leer steht und nicht / kaum geheizt und gelüftet wird. Das Haus, das ich kürzlich gekauft habe,stand 6 Jahre leer, und trotzdem musste es im Winter beheizt werden - nicht nur, um Rohrbruch zu vermeiden, sondern eben wegen der Feuchtigkeit.

Probieren sie's nächsten Winter mal. Vielleicht möchte ja auch jemand gerne in den Winterferien Urlaub dort machen, das Haus steht doch an der See? Dann könnte er/sie sich an den "unbezahlbaren" Kosten beteiligen.

Viel Glück
stt





Erst mal vielen Dank. Der Solarventilator hat mich auf Anhieb überzeugt. Den werde ich wohl anbringen.

Ja, das Haus steht an der See. Die Heizkosten sind aber wirklich hoch, das Haus ist nicht gut isoliert und es wird nicht richtig warm. Frage: Kann man denn wirklich sagen, dass ein Gebäude, das nicht bewohnt wird, automatisch feucht wird? Auch wenn man es gut belüftet? Das leuchtet mir eigentlich nicht ein. Kondenswasser ensteht ja durch Temperaturunterschiede.



Schimmelbildung durch Bauschaden



definitiv ist ein Bauschaden die Ursache der Schimmelbildung in Verbund mit unzureichender Lüftung. Der Schaden lässt sich jedoch der Ursache nachgehend korrigieren.

Mit freundlichen Grüssen

Andrea Cyba



Feuchte bei trockenen Wänden



Hallo, ich würde es mit einem Raumtrockener versuchen. Der ist auf eine bestimmte Luftfeuchte einstellbar und schaltet sich bei erreichen ab. Der Gammelgeruch in meinem Keller ist dadurch verschwunden. Nun regelt der Entfeuchter das Klima auf 50-60° Luftfeuchte und Ledersachen schimmeln z.B. nicht mehr an wie früher. Mit einem schlach kann das Wasser bei Abwesenheit in einen Bodensifon abgeleitet werden...eine preisgünstige Variante! Ev. können Sie auch einen Luftfeuchtigkeit geregelten Ventilator in eins der Rohre einbauen (gibts von Maiko).
Gruß
katarzynachristi



Ausprobiert



... habe ich inzwischen den Solarventi, außerdem habe ich sehr aufwendig das Reetdach von innen belehmen lassen (anstatt normaler Dämmung) und ein paar Entlüftungslöcher in eine der Giebelwände, in Badtür und an einige andere Stellen gemacht. Hat insgesamt sehr geholfen, im Haus ist das Problem gelöst.

Nur der sehr kleine Keller (2mx1m) neigt immer noch zur Schimmelbildung an den Wänden. - ? Auch hier habe ich zwei kleine Lüftungsskanäle gebaut, aber offenbar zu kleiner Durchmesser (50 mm). Mir wird wohl nichts übrigbleiben als da auch ein 110 mm-Rohr durch die Wand zu führen.

Frage: Kann dadruch die Wasserleitung einfrieren?
Grüzi
M



nur bei Frost



Nur dann wenn die Temperatur unter 0 Grad C sinkt :-))

Grüsse
stt



Kelvin oder Farenheit?



Mal im Ernst, hat jemand Erfahrungen? Besteht so ein Risiko? 4 Kubikmeter Kellerraum, Lüftung durch ein 110-mm-Rohr - friert da was ein?
Ich würde den verdammten Keller ja zuschütten (ich brauch ihn nicht) - außer für die Wasserleitung, die da unten ankommt.

Naja, wahrscheinlich ist das schwer abzuschätzen, und es wird sich keiner auf eine Aussage einlassen. Aber was kann man denn sonst noch mit so einem verdammten Kellerloch machen, damit da nix schimmelt?

Danke Popanke.
Ako Palüze Nau