Innenputz im Winter?

27.11.2007



Bin jetzt total verunsichert... habe für Anfang/Mitte Dezember die Putzarbeiten im Innenbereich geplant(Umbau sollte ca. im Frühling beendet sein, danach Einzug), und bekomme jetzt von meinem Schwiegersohn zu hören, dass man das im Winter auf keinen Fall machen sollte, weil man sich damit die Feuchtigkeit regelrecht ins Haus holt und nicht mehr raus bekommt.
Der Architekt sagt wiederum, dass es kein Problem sein sollte, solange es nicht friert!?
Vom Hirn her denk ich mir, dass der Architekt ja weiß, wovon er redet, aber von der Logik her ist das mit der Feuchtigkeit ja auch nicht von der Hand zu weisen...
Da ich schon mehrmals hervorragende Tips hier bekommen habe, würde ich Euch nun wieder mal um Eure Meinung bitten!
Welche Erfahrungswerte habt Ihr mit Innenputz im Winter, gibt es irgendwas, worauf ich extra achten muss?
Danke schon im Voraus und liebe Grüße



Warum denn nicht,



man sollte lediglich darauf achten, dass der Bau entsprechend temperiert ist, und nicht durchfriert. Das macht dem Putzmörtel Probleme beim abbinden. Das Austrocknen funktioniert wie immer, könnte aufgrund niedriger Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit etwas länger dauern, aber sonst seh´ ich da keine Schwierigkeiten.
MfG
dasMaurer



Da haben wohl beide Recht!



Hallo

Der eine wie der andere haben irgend wie recht.
Ausserdem kommt es drauf an, was für ein Putz drauf kommt!

Wichtig ist: Kein Frost!

Und sonst: heizen und Lüften - heizen und lüften - heizen und lüften etc.

FK



Wenn die Hütte beheizt werden kann...



...eigentlich kein besserer Zeitpunkt.Wenn ich daran denke, wie lange meine drei Giebel zum Trocknen gebraucht haben, als ich sie im Sommer verputzt habe...Und das bei ständig geöffneten Fenstern (sofern es das Wetter erlaubt hat).
Zur Zeit die Bude auf 22° durchgeglüht und ständig zwischendurch quer durch jedes Geschoß lüften. Da kann beim Verschwinden der dunklen Flecken praktisch zusehen. Die kalte Luft kann halt mehr Wasser aufnehmen. Aber am Fenster wird es immer etwas Kondenswasser geben.

Gruß Patrick.



Nicht ganz richtig



kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme. Man hat aber im Winter häufig Situationen mit besonders trockener Luft.



Hallo Fred...



...falsch geschrieben, logisch. Ich glüh die Luft innen durch, sie nimmt viel Wasser auf und tausche diese geschwängerte Luft dann durch kalte, die nach dem Aufwärmen dann Reserve hat.
Sorry,

Gruß Patrick.



auch nicht richtig



warme Luft hat schon viel aufgenommen und kann deshalb weniger Feuchte aufnehmen.
eines der extremen Trocknungen macht man mit Kälte: Gefriertrocknung!

FK



Ich denke



das Gefriertrocknung mit feuchter oder trockener Luft erst mal nichts zu tun. Sie wird mit gefrorenem Gut und Unterdruck bewirkt.
Warme Luft bedeutet nicht gleichzeitig feuchte Luft, jdenfalls kann Luft bei 20° und 60% Luftfeuchte ca. 6g Wasser aufnehmen, bei 10° nur noch die Hälfte nähmlich 3g. Aber das nur am Rande, wichtig ist Heizen und Lüften!



Danke Fred!





doch, ist richtig



Das Problem mit der Gefriertrocknung duerfte das Vakuum sein ;)
siehe da: http://de.wikipedia.org/wiki/Gefriertrocknung

Nein, ich stimme Patrick voll zu.

Ideal ist, bei Kaelte und niedriger relativer Aussenluftfeuchtigkeit zu lueften, und diese Luft dann innen aufzuheizen, so dass sie absolut sehr viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, und dann wieder ins Freie zu entlassen.

Wichtig ist kurzes aber kraeftiges Lueften, so dass die Waende dabei nicht auskuehlen!

Also auf keinen Fall gekippte Fenster, sondern alle auf fuer vielleicht 2-3 Minuten, so dass guter Durchzug, und dann wieder zu, bis das Hygrometer wieder angestiegen ist.





Erfahrungsbericht: Ich habe Anfang November samstags innen verputzt. Am Sonntag, als ich noch in der Lage war, ständig zwischen Fenster und Heizung hin und her zu rennen, war noch alles einigermaßen im Rahmen. Wochentags konnte ich dann als berufstätiger Mensch nur morgens und abends lüften. Ergebnis: Der Raum ist immer noch nicht trocken (allerdings wohne ich auch in einer für ihr Waschküchenklima bekannten Gegend). Ich habe daher das Projekt Innenputz im Winter abgebrochen. Also würde ich sagen, wenn Du es so machen kannst, wie meine Vorredner beschrieben haben und das mehrere Tage lang, kannst Du es wagen, sonst würde ich es lassen.

Viele Grüße und viel Erfolg
Christiane



Innenputz im Winter



"Wenn Du in ein neues Haus ziehen willst,so lass erst einmal einen anderen Narren ein Jahr lang darin wohnen."
(Ludwig Heim, 1747- 1834, Berliner Arzt).

Bei Kalkputzen sollte man nicht vergessen, das beim Carbonatisieren Wasser gebildet wird, das über mehrere Wochen aus dem Mörtel ausdiffundiert. Wenn bei einem Neubau dann auch noch die Steine nassgeregnet wurden, kommt dazu noch weitere Feuchte. Die Austrocknung kann dann Monate dauern. Bei einer kurz nach Rohbaufertigstellung aufgebrachten Thermohaut verlängert sich diese Trocknungsphase noch.
Zum Trocknen im Winter:
Wenn ich kalte Außenluft erwärme und diese Luft regelmäßig austausche, werden gute Trocknungsraten erzielt. Bitte aber Propangasheizgeräte verwenden. Bei der Verbrennung, egal ob kathalytisch oder mit offener Flamme, entsteht eine Menge Wasserdampf!

Viele Grüße
Georg Böttcher



Trockenwohnen



Hallo
neben dem "Trockenwohnen", das auch gerne bei Schlössern etc. angewandt wurde könnte auch bei Kalkinnenputzen hilfreich sein, wenn man mit einem Kanonenofen heizt.
Stichwort Carbonatisierung
Sinnvoll ist es auch erst die Innenputze zu machen, trocknen lassen und nach einem Jahr erst die Aussenputze zu machen.
Meist werden die Aussenputze gemacht weil das Gerüst schon steht - die Feuchtigkeit bleibt dann in der Wand und kann aufgrund von relativ dichten zementären Aussenputzen und dichten Farben oder Dämmsystemen nicht mehr nach aussen Feuchte abgeben.
Das kommt dann alles nach innen!

FK



Kann es sein,



dass da ein kleiner Fehler passiert ist, ich würde von Propangasgeräten abraten, wegen dem zusätzlichen Wasserdampf. Oder hab ich da ´nen Denkfehler gemacht?
MfG
dasMaurer



Bitte aber Propangasheizgeräte verwenden. Bei der Verbrennung, egal ob kathalytisch oder mit offener Flamme, entsteht eine Menge Wasserdampf!



hallo bin am mauern innen und außen mit lehmsteinen hab extra mein poprangasheitzer gegen eine hallenheitzung (29 kw) mit heitzöl und ausenkamin getauscht. wei ich das wasser aus dem haus bekommen möchte . warum sollte mann mit propan heitzen wenn wie sie es richtig erähnt haben wasser in die luft abgibt.

mfg arno



Bin jetzt auch etwas verwirrt...



...je kürzer die Molekülketten von Kohlenwasserstoffen, desto höher ist der prozentuale Anteil an Wasserdampf im Verbrennungsabgas. Und Propan gehört nicht gerade zu den "langen".
Am besten wäre es natürlich, wenn die Zentralheizung oder eine andere Heizung, die an einen Kamin angeschlossen ist. schon laufen würde, dann kommt gar kein zusätzlicher Feuchteeintrag durch Verbrennungsprodukte hinzu.

Gruß Patrick.
Gruß Patrick.



Innenputz im Winter



Entschuldigung,
ich meinte natürlich KEINE Propangasheizgeräte verwenden!

Georg Böttcher