Dachstuhl richten

27.07.2004



Ich sitze gerade an meiner Diplomarbeit und bin nun auf folgendes Problem gestossen, was ich mit Literaturhinweisen leider nicht beheben kann.

allgemeine Situation:
Es handelt sich um ein historisches Fachwerkhaus in einer Reihenbebauung. Vor einigen Jahren (zwischen 1965 u. 1989) wurde eine der Nachbarbebauungen abgerissen und nun steht die eine Giebelseite frei und wurde auch nur bedingt wieder aufgebaut und ausgefacht.
Bei der Begehung des Gebäudes habe ich feststellen müssen, dass der komplette Dachstuhl (Sparrendach mit Kehlbalken) nun zu dieser (Giebel-)Seite kippt. Daraufhin wurde nun schon die originale Dacheindeckung abgenommen und durch Bitumen-Kunststoff-Bahnen ersetzt, um das Gewicht der Dacheindeckung zu verringern. Auch provisorische Sicherungsmaßnahmen wurden von seitens der Stadt schon durchgeführt. Alle Holzelemente sind noch in einem akzeptablen Zustand (kaum Schädlings- und Pilzbefall)

Nun die Frage:
Wie kann ich dieses Problem kostengüstig und einfach beseitigen lassen. Kann der Dachstuhl komplett gerichtet werden oder muss jede Sparrenlage einzeln neu ausgelotet werden.

Wäre schön, wenn ihr mir da etwas mit euren Know-How helfen könnt, denn solche praktischen Dinge kommen ja erst im Laufe der Berufsjahre ans Licht und waren leider nicht Bestandteil meines Studiums.



Fehlen Windrispen?



Liest sich so, als wenn das Dach keine Diagonalverstrebungen (mehr) hätte. Beim Reihenhaus geht das ja auch, wenn man sich an die Nachbarn anlehnt ;-) .

Durch die neuen Platten ist die Schieflage wahrscheinlich fixiert. Wenn nicht, würde ich aus der Entfernung vorschlagen, entlang des Firstes innen oder außen ein dünnes Kantholz anbringen (auf gleiche Sparrenabstände achten), daran alles wieder geradeziehen ( mit Kettenzug oder Streben), dann Windrispen -auf Zug belastet- montieren.



Re: Fehlen Windrispen?



Über die genaue Ursache der Schiefstellung liess sich bei der Stadt leider nichts genaues herausfinden. Meiner Meinung nach waren die ehemals vorhandenen Diaginalstreben deffekt und wurden nicht sofort repariert (durch den Leerstand des Hauses). Dadurch hat sich das Dach dann etwas schief gestellt.

Die Methode mit Kettenzug oder Streben ging mir auch schon durch den Kopf und wurde auch einmal kurz beim Begradigen von normalen Fachwerk in einem Fachbuch genannt, aber scheint mir der Aufwand dafür etwas zu hoch, da ja gewiss ein Kran benötigt wird, um diese Aktion durchführen zu können. Durch das Neueindecken des Daches besteht ja nun auch die Möglichkeit die Sparrenlagen einzeln zu begradigen und dann mit Rispen und/oder Lattung zu fixieren. Dies würde sich meiner Meinung nach doch wirtschaftlicher realisieren lassen, oder liege ich da auf dem Holzweg?
Würde halt gerne eine Beschreibung der Arbeiten inclusive Arbeitsaufwand und Kosten meiner Diplomarbeit anhängen, da sie eine grobe Kostenschätzung beinhalten muss.


Gruss Sebastian



Aufwand?



Der Kettenzug + Ketten wiegt 20 kg, die Arbeiten kann der Selberbauer allein, natürlich ohne Kran, durchführen. Für die Diplomarbeit sollten Kostenangaben belegbar sein, z.B. durch den Kostenvoranschlag des örtlichen Zimmermanns.





Selberbauer sollten sich mal die folgende Seite anschauen:
http://www.tauchring.de/Binzen/Bilder/College_Eimeldingen/Hausbau/Hausbau.htm