Winddichtigkeit des Fussbodens




Im Erdgeschoss unseres Hauses Baujahr 1900 findet sich ein massiver Eichenbretterboden auf Holzbalken mit Schlackenschüttung auf den Blindböden. Darunter befindet sich ein ca 1,2m hoher Kriechkeller mit Naturboden, welcher durch Maueröffnungen belüftet ist (es gibt zudem eine Öffnung in der Aussenwand zum runtersteigen). Leider ist diese Konstruktion nicht im Ansatz winddicht, durch die Heizwärme gibt es im Winter Spalten im Bretterboden, wo es trotz Feder/Nut-Konstruktion stark durchwindet.
Dass der Keller hinterlüftet bleibt, scheint mir notwendig. Welche Massnahme an der Decke des Kriechkellers wäre nun aber geeignet, um das Durchgeblase etwas zu minimieren ohne einen Kondeswassersee zu produzieren? Eine diffusionsoffene Unterspanbahn aus dem Dachbau? Verputzte Heraklith-Platten?
Vielen Dank
Dani



Es wäre ...



...zu prüfen, ob Sie mit sauber angearbeiteten OSB - Platten hinreichender Stärke, von unten an die Balken geschraubt, zum Ziele kommen könnten. In Verbindung mit Rieselschutz und einer Dämmung wie z.B. Blähton könnten Sie die Winde draußen lassen und eine moderate Dämmung hinbekommen. Ob das freilich ohne Demontage der Dielung gelingt? Vermutlich nicht.

Kriechkeller braucht heute keiner mehr, und die Mauern zerfallen nicht von etwas mehr Feuchtigkeit. Die Balken jedoch würden Ihnen den Verschluss der Lüftungsöffnungen wohl nicht verzeihen.

Das ist eine Aufgabenstellung, die sich schlecht aus der Ferne einschätzen lässt.

Also bitte diesen Beitrag eher als Denkhilfe denn als universell 1:1 umsetzbare Lösung betrachten.

Ich persönlich würde den Hohlraum vermutlich schließen und einen neuen Fußbodenaufbau machen, wenn alles angefasst werden sollte.

Grüße

Thomas



also



den über hundertjährigen eichenboden möchten wir keinesfalls anfassen sondern so belassen. ich möchte nur von unten arbeiten. auch ein verschluss ist sicher keine option, die unterlüftung braucht es.

osb ist zwar wind- aber auch recht dampfdicht. ich würde befürchten, dass die warme Feuchte luft aus der beheizten stube an der osb-platte kondensiert und dann schwimmen die Balken im Kondensat....



Das Trauma...



...vollständiger Dichtigkeit überallhin...

Die OSB - Platte an der beschriebenen Einbausituation hat die Funktion, Luftbewegungen zu verhindern und den Wasserdampfeintrag von unten zu verhindern. Und exakt deshalb sollte die Platte relativ dampfdicht sein.

Die darauf empfohlene Dämmung hingegen soll Kondensat auf der Oberseite der OSB verhindern. Gleichzeitig wird mit einer hohlraumfreien Konstruktion ein größerer Luftwechsel in den Balkenzwischenraum verhindert.

Somit sind die Balken geschützt. Besonders sauber muß an den Auflagern gearbeitet werden.

Es kommt nicht darauf an, jegliches Kondensat zu 100% zu verhindern. Der Fußbodenaufbau sollte aber in der Lage sein, evtl. gebildetes Kondensat wieder nach oben abzugeben. So Ihr Raumklima in Ordnung ist, funktioniert das.

Mit Hohlraum schließen meinte ich eine komplette Auffüllung, darüber Magerbeton, Dichtbahn, Aufbau darauf mit (z.B.) Holzweichfaserplatte und zwischenliegenden Lagerhölzern. Und die Neuverlegung der alten Dielung.

Was nutzt Ihnen die älteste Dielung, wenn die Balken darunter weggammeln oder die Schneeflocken von unten durch die Ritzen wedeln? Ein Dielenboden kann, falls er das (dem Bauherren) wert ist, sorgsam aufgenommen und wiederverlegt werden.

Viel Erfolg

Thomas



Fußboden über Kriechkeller dämmen.



Als einfache Maßnahme gegen Zugluft könnten zuerst Latten an die Wand unter der Decke gedübelt werden.
Diese abdichten-kleine Fugen mit Acryl, größere mit Hanf-
alternativ Kompriband unterlegen und dann andübeln.

Anschließend je nach Feuchtigkeitsanfall von unten Dampfbremse oder Unterspannbahnen unter der Decke und unter den Mauerlatten antackern und mit einer zweiten Latte über den Mauerlatten verschrauben.
Zementgebundene, seitlich abgedichtete Platten sind auf Dauer zuverlässiger und beständiger- auch gegen Nager, sofern die Möglichkeit besteht solche Platten anzubringen.

Allerdings würde ich vorher noch Dämmung einbringen, zB Zellulose in einen vorher geschaffenen Hohlraum einblasen.

Dazu könnte unter der Deckenverkleidung eine Sparlattung oder Balkenlage angebracht werden-
die gesamte Konstruktion wäre dann diffusionsoffen, was aber nur bei niedriger Kellerfeuchtigkeit und oberseitig nicht abgedecktem Dielenboden sinnvoll wäre.

Sofern der Kriechkeller feucht ist auf den Kellerboden eine Folie auslegen, zB EPDM, was im Zweifel immer sinnvoll ist.

Nur wenn mittels Hyghrometer gemessen die Luftfeuchtigkeit im Kriechkeller nicht zu hoch ist können die Lüftungslöcher nach und nach zur Überprüfung verschlossen werden bis zum og Querschnitt.
Mittels Taupunktrechner und Infrarot-Oberflächentemperaturmessung überprüfen, ob Kondensat entstehen kann.

W
Nur wenn dadurch die Luftfeuchtigkeit nicht zu stark ansteigt alle Öffnungen verschließen- allerdings werden 10-20 cm2 je qm Raumfläche als Bruttolüftungsöffnung empfohlen (also 5-10cm2 je qm Raumfläche tasächlicher Öffnungsquerschnitt,gleichmäßig verteilt)
Allenfalls könnte gelegentlich so gelüftet werden, dass Kondensat ausgeschlossen ist.
Diagonallüftung in Windrichtung vornehmen.

Mit einem einfachen Holzfeuchtemeßgerät können die Balken überprüft werden-
ca 20 % sollten nicht dauerhaft überschritten werden.

Lüftungslöcher nagersicher mit feinem Edelstahlgewebe oder Lochblech abdecken.

Messungen bei solchen Kriechkellern haben über das gesamte Jahr Durchschnittstemperaturen von 13 Grad +/- 5 Grad ergeben.Diese Werte können zur U-Wert-Berechnung des Fußbodens herangezogen werden.

Im Zweifelsfall vor Ort beurteilen lassen

Andreas Teich



Herr T.,



glauben Sie den Quatsch, den Sie hier schreiben, denn wirklich selbst?

Das kann ich mir (trotz durchaus vorhandener Fantasie und der Kenntnis bisheriger Postings von Ihnen)

nicht vorstellen.

Gute Nacht

Th.