Wilde Bruchsteinmauer sanieren

01.06.2014 Chris-QLB



Hallo,

ich bin neu hier im Forum und möchte daher, ehe ich meine Frage formuliere, kurz etwas zu mir und meinem Haus sagen.

Ich wohne am nördlichen Harzrand in einer zum Wohnaus umgebauten 200 Jahre alten Scheune. Den Umbau hat vor 15 Jahren mein Vater fast vollständig in Eigenleistung durchgeführt. Leider ist er aber kein Baufachmann, sondern Finanzbeamter und so haben sich dutzende Fehler und Problemquellen in den Umbau eingeschlichen. Vermutlich habe ich noch nicht einmal alle bemerkt. Aber allein die Tatsache, dass unsere Heizkosten für ein Haus mit der vierfachen Wohnfläche normal wären spricht sicher Bände.

Für den Umbau wurde damals kein Kredit aufgenommen. Alles wurde so bezahlt, wie Geld da war. Das führte dazu dass fast das gesamte Haus aus den günstigsten Baumarkt-Materialien zusammengebastelt wurde. Es wurde keine Rücksicht auf bauliche Gegebenheiten genommen.

Nun sind meine Frau und ich darin übereingekommen, dass die Zustände sich ändern müssen. Unser Ziel ist, nach und nach vor allem die Engergieffizienz des Hauses zu verbessern. Im Winter haben wir das Haus mit einer Wärmebildkamera untersuchen lassen. Erstaunlicherweise waren es nicht die Fenster, sondern die Wände durch die die Wärme verschwindet.

Jetzt meine Frage: Was kann ich am besten tun um den Wärmeverlust durch die Wände zu verringern? Im Erdgeschoss sind die Wände 60 cm dicke Sandstein/Bruchsteinwände, die beim Umbau nicht verändert wurden, also bis auf die Fugen, noch im Originalzustand sind.

Mein Vater hat beim Umbau immer wenn Zementreste übrig geblieben sind, diese in die Mauerfugen geschmiert. Nachdem ich hier im Forum gelesen habe, dass die Fuge immer weicher sein soll, als der Stein, habe ich natürlich Sorge, dass damit langfristig Schäden an den Wänden entstehen.

Damit man sich die Mauern vorstellen kann habe ich ein Bild angehängt. Ich weiß nicht, wie ich es sonst anders beschreiben soll: Man hat das Gefühl in der Mauer ist alles verbaut, was damals so rum lag. Der abbröckelnde Sockel ist erst 12 Jahre alt.

Ich bin selbst auch absoluter Laie, was bauen angeht. Ich versuche mir jetzt gerade die ersten Kenntnisse anzueignen. Ich bin mir auch bewusst, dass ich vermutlich auf die Hilfe von Profis zurückgreifen muss, aber aus finanziellen gründen muss ich versuchen möglichst viel alleine umzusetzen.



Mal konkret bitte



Gemessen am aktuellen Neubaustandard wäre das „vierfache“ durchaus „normal“ bei den Heizkosten... im Altbau...



Heizkosten



Natürlich lässt sich da was machen, das geht aber nur nach einer gründlichen Analyse der Gesamtsituation und Abwägung der finanziellen Aufwendungen.
Einfach nur empfehlen wie z.B. Innendämmung einbauen wird der Komplexität der Situation nicht gerecht.



… genau …



sollte die Analyse der Gesamtsituation sein … 
… und auch die Vorstellungen was alles geschehen sollte damit … 

Ist das Problem "nur" die Wand … oder hängt da noch was anderes dran … 

Anamnese … Diagnose … Therapie … 

und so Bilder von einer "Wärmekamera" lassen vielerlei Mutmassungen und Interpretationen zu … 

… also … keine Panik und mit Ruhe und Kompetenz den Sorgen auf den Grund gehen … 

Falls Hilfe … mailen Sie ruhig … 

Florian Kurz



Wärmebild



Bei 60 cm starken Sandstein/Bruchsteinwänden wird der Wärmebildner den gespeicherten Solareintrag in der Mauer wie üblich als Wärmebrücke mutwillig missinterpretiert haben! Also ich wär froh ich hät so ein Speichermedium als Wand!!!



zu den Fragen



Hallo und guten Abend.

Natürlich habe ich die Angabe nicht mit Neubauten verglichen, das wäre ja auch ein Äpfel zu Birnen vergleich. Ich habe Fachwerkbauten aus Quedlinburg (unser Nachbarort) als Vergleich genommen.

Spezialisten sind sicher gut, aber man braucht selbst einen gewissen Schatz an Grundwissen, wie man die Aussgen der Exerten einsortieren sollte und den hoffe ich mit der Hilfe des Forums anzusammeln.

Ich will auch gar keinen Schnellschuss wagen, immerhin lebe ich seit einigen jahren bereits in dem Haus und wirklich DRINGEND ist der Handlungsbedarf ja nicht. Ich vermute mal die Mauern werden selbst wenn ich gar nichts mache auch noch weitere 100 Jahre stabil stehen.

Ich habe mal ein Bild der Wärmekamera angehängt.
Das Bild zeigt den Giebel, der bis oben 60 cm dick ist.
Ich hab die Farben so interpretiert, dass die Wand der kälteste Punkt im Raum ist und die gedämmten Ziegel viel weniger zur Abkühlung des Raums beitagen, als die Wand.
Zum Zeitpunkt der Aufnahe war die Aussentemeratur -17 Grad (2 Tage lang) und die Raumtemperatur 18 Grad. Dabei lief die Heizung 2 Tage unter Vollast, mehr wäre also nicht möglich gewesen. Der Eingangsbereich des Hauses schaffte es damit nicht über 11 Grad.

Profis gibt es hier in QLB genug. Aber da Quedlinburg Weltkulturerbe für seine Fachwerkhäuser ist, gibt es von der Stadt so lukrative Proejkte, dass ich mit meinen kleinen Fragen ganz hinten anstehe, oder preislich mit der öffentlichen Hand konkurrieren müsste.

Was ich wil? Zum einen sicher sein, das ich kein Geld verschenke, zum anderen möchte ich die Mauern von Außen gern in ihrer Optik erhalten, aber die Zementfugen weg haben ohne dabei etwas zu zerstören.

Viele, die uns besuchen sagen das Haus hätte einen provencialen Charme, aber ich sehe in den völlig unbehandelten Wänden weniger das Pittoreske, als eben die "alte Scheune".



Quedlinburg



ich habe schon im Harz (Hayn) ein Fachwerkhaus saniert und stehe auch mit Kollegen in Quedlinburg im Kontakt. Wenn Sie wollen könnte ich sie beraten bzw. die kontakte übermitteln.

Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt