Wieviel Begutachtung kann/muss sein (Keller, Schornstein etc.)




Liebe Fachwerkler,
ich habe ein kleines Häuschen entdeckt, dass ich gern kaufen würde. Bis vor 2 Jahren hat dort eine alte Dame gelebt. Baujahr ca 1900. Außen verputzt (keine Ahnung mit was). Die Dame hatte scheinbar gute Kontakte zu einem Maler (?), da auch innen alles sehr ordentlich und fachmännisch gestrichen ist. Leider ist auch das ganze Fachwerkholz übertapeziert und überstrichen.
Nichtsdestotrotz macht alles einen gepflegten Eindruck und es riecht auch nicht nach Schimmel oder ähnlichem. Das Häuschen wird von in der Nähe lebenden Verwandten "am Laufen gehalten", sprich beheizt (Flüssiggasheizung) und gelüftet.
Ein Bekannter von mir ist Dachdecker und hat selbst ein Fachwerkhaus, was er selbst renoviert hat etc. Er meinte, Dachstuhl wäre OK. Der Rest, soweit man das beurteilen kann bei zutapezierten Wänden, wäre auch ohne Beanstandung. Nach meinem Augenschein ist zumindest auch keinerlei Schimmel o.ä. zu entdecken, da die Tapeten mindestens von vor 30 Jahren sind.
Im Keller hat mein Bekannter einen aktiven Holzwurm an einem Balken entdeckt (Holzmehlhäufen auf dem Boden). Da es sich um einen alten Kriechkeller handelt, der nicht vermauert (Feldsteine etc als Sockel) und auch der Boden offen (Erde/Lehm) ist, sieht alles natürlich etwas "schmuddelig" aus. Es gibt auch Aussalzungen etc. Als Laie bin ich mir natürlich nicht sicher, was da sonst noch alles an Schädlichem wächst und gedeiht (sofern es das tut).
Ich würde jetzt gern eine Begutachtung machen lassen und habe schon 3 Angebote angefragt.
Eine Firma hat mir geantwortet, dass ca 150 Euro für Begutachtung Keller anfallen würden.
Mein Bekannter meinte, dass ich unbedingt das ganze Haus begutachten lassen sollte.
Meine Frage wäre jetzt, ob jemand ungefähr sagen kann, wieviel mehr das kosten wird und was dafür gemacht werden muss. Ich denke, der Makler wird nicht gegeistert sein, wenn ein Gutachter anfängt Tapeten abzureißen o.ä.?

Ein weiteres Problem wäre der Schornstein. Zwar gibt es in dem Häuschen eine 20 Jahre alte Flüssiggasheizung, die auch offenbar ganz gut funktioniert. Aber ich würde sehr gern einen kleinen Ofen einbauen. Nun ist der Schornstein versottet. Der Makler meinte, der Schornsteinfeger hätte gesagt, dass das bei jedem "alten" Schornstein so ist. Mir wäre aber schon wichtig, dass ich es etwas genauer erfahre. Ich habe das Gefühl, dass der Makler da nicht so richtig ran will und vielleicht auch aus Kostengründen keinen Schornsteinfeger kommen lassen möchte.
Kann mir jemand sagen, wieviel das so ungefähr dann kostet? Meines Wissens nach, kann man doch eh Schornsteinfeger jetzt frei wählen?
Mein Freund meinte, dass man ggf. einen Metalleinsatz in den Schornstein machen könnte. Ich gehe davon aus, dass wenn ich einen Schornsteinfeger bestelle, der mir auch dazu was sagen kann?

Über ein paar hilfreiche Tipps würde ich mich sehr freuen, da ich jetzt schon ein paar Wochen an dem Häuschen dran bin und nicht weiß, wie lange der Makler mich noch gewähren lässt. Er meinte er hätte noch einen anderen Interessenten (naja, bin ja nicht ganz doof und muss das jetzt nicht so wirklich glauben, aber könnte ja durchaus auch sein).

Ich bin übrigens zwar handwerklich einigermaßen geschickt, aber alles andere als gut betucht. Meine Ersparnisse würden sicher für das Nötigste reichen, aber bei so einem alten Fachwerkhäuschen gibts ja viele Überraschungen...

Viele Grüße

Susa



Wer suchet der findet...



Sie schreiben seit dreißig Jahren (fast) alles gut. Gepflegter Eindruck! Was erwarten Sie denn?
Sicher ist: Sie holen drei Gutachter und erhalten vier Meinungen.
Zum Thema Keller empfehle ich Ihnen, schauen Sie auf meine Homepage und profitieren von dem was ich dazu geschrieben habe.
Noch eine schöne Weihnachtszeit und auf hoffentlich können Sie das alte gute Stück erwerben.