Wienerberger Poroton T10

24.09.2018 Holzwurm



Hallo liebe Fachwerker.

Ein Arbeitskollege von mir ist gerade daran sein Fachwerkhaus zu sanieren.
Nun bin ich mir höchst unschlüssig, was seine Methode anbelangt.
Er setzt inne eine Wand Wienerberger Poroton T10, lässt 5cm Luft und setzt die Gefache mit selbigen aus.
Abgesehen davon, dass ich ihm schon mehrfach gesagt habe, dass sein Kalkzementmörtel zu unelastisch ist für Gefache muss ich sagen, dass die Eigenschaften der Steine vom Grundsatz her wirklich gut sind und sich mit Lehm durchaus messen können.
Ich habe den Wandaufbau einmal in einen U-Wert Rechner eingegeben und es sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus, oder was denkt ihr?
Insgesamt stehe ich der Sache ja skeptisch gegenüber, aber mich würden einmal die Expertenmeinungen dazu interessieren.
Vielen Dank und schönen Abend!



Wofür soll das gut sein?



Dann soll der Porotonstein eine Wärmedämmung ersetzen ?
Dafür verliert man dann deutlich über 200 mm?
Ich sehe sowas häufig mit dem Ansatz des Haus in Haus bei dem das Fachwerk von seiner statischen Funktion entlastet werden soll. Ich sehe das sehr fraglich aber man findet immer wieder Architekten die auf diese Art (und mit viel Stahl) die gestalterische Beschränkungen durch das Fachwerk umgehen wollen.
Problemfelder sehe ich hautsächlich zwei.
Erstens sind die Durchbrüche für Balken im Bereich Decke oder Bundwände nicht in den Griff zu bekommen und damit sehr schadensanfällig.
Zweitens liegt das Fachwerk komplett im Kaltbereich. In Verbindung mit steifen Werkstoffen wird das Fachwerk nur eine sehr begrenzte Lebendauer haben.

Die Erfahrung zeigt aber ... wenn jemand von etwas überzeugt ist, kann man reden wie man will, er wird es durchziehen. Ursache ist ja das Mißtrauen dem Werkstoff Holz gegenüber. Dieses Mißtrauen wird sich bei ersten Schäden noch verstärken, weil ja das Holz kaputt geht und nicht der Stein.

Beste Grüße und gute Nerven - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



Moderner Baupfusch!



Sorry, wenn ich das mal so drastisch sage!
Diese Materialien haben in einem Facherkhaus bzw. in der entsprechenden Holzkonstruktion und davor oder dahinter nichts verloren.
Werte hin oder her, diese materialien sind ungeeignet.
Sie müssen Materialien einsetzen, die mit dem Holz eine gute Homogenität eingehen und somit dann diese konstruktive Einheit langlebig wird und die Holzkonstruktion noch schützt, da Lehm z.B. ein Holzfeuchtegleichgewicht bewirkt.
Lufträume hinter Fachwerkkonstruktionen ebenfalls bauphysikalisch kritisch, wenn nicht sogar Bauschaden verdächtig!

Stets homogen verbundene Wandaufbauten wählen und hygroskopisch offen bauen und auch seicht beweglich, da eine Fachwerkkonstruktion stetig in Bewegung ist.

Leider erfüllen moderne Baustoffe in Fachwerkkonstruktionen nicht immer das, was ihnen nachgesagt wird.



Ich...



bin sicher kein "U-Wert-Rechner-Experte", aber bedeuten diese blauen Tropfen in der Grafik nicht, dass der Taupunkt des Wandausbaus in der Fachwerkwand liegt? Wenn das so ist, ist das wohl nicht die beste Stelle dafür.
Mir wäre die Lösung aus verschiedenen Gründen nicht in die Bude gekommen:
- Raumverlust
- Verhältnis Aufwand <--> Nutzen
- Schadensrisiko

Was nutzt es in einigen Jahre zu sagen "Der U-Wert-Rechner und der Berater im Baumarkt hatten keine Bedenken?

Grüße



Hmmm....



Abgesehen vom Raumverlust - auch der Lichtverlust ist nicht zu unterschätzen. Bei derart dicken Wänden und den beim Fachwerk üblichen kleinen Fenstern kommt da ja eher Schießschartencharakter auf.

Der Aufwand, die Lasten der "Innenwand" abzutragen, ist nicht unerheblich - dafür braucht es Fundamente...die Wände sollen/dürfen nicht auf der Decke oder den Balken liegen...

Es gibt einfachere und vor allem funktionierende und zudem auch günstigere Lösungen