Wie viel Leimfarbe muss runter?

13.02.2022 Harzhof

Wie viel Leimfarbe muss runter?

Hallo zusammen,
nachdem wir die Tapeten von den Wänden geholt haben, mussten wir feststellen, dass auf den Wänden noch Reste von Leimfarbe vorhanden sind.
Wir haben jetzt mit warmen Wasser, Spachtel, Bürsten und Malerschwamm einen ganzen Tag geschrubbt (1 x Raum) und es sieht gefühlt aus wie vorher. Wie sauber muss eine Wand werden? Gibt es noch einen Geheimtipp - mit viel Recherche haben wir nichts gefunden.
Es handelt sich um Kalkputz es soll ein Kalkputz mit Armierung drauf.



Bis zum tragfähigen Untergrund



Eine Wand muss so "sauber" sein, dass der Untergrund tragfähig wird. Wie viel Farbreste noch bleiben können hängt von deren Festigkeit/Tragfähigkeit.
Aber wenn ihr sowieso die Wand komplett neu mit Kalkputz, inkl. Gewebearmierung überziehen wollt, dann leiht euch beim Maschinenverleih eine Putzfräse, plus entsprechend leistungsfähigem Staubsauger aus und fräst die Oberfläche ein paar mm ab. Das geht schneller als die Farben abzuwaschen und ihr seid auf der sicheren Seite.

Gruß,
KH



..... wie immer keine einfache Lösung



Besten Dank für deine Antwort Karl Heinz. Der Untergrund macht an sich einen putzfähigen Eindruck und die Farbreste sind eher in den Poren. Wenn ich mit der Hand drüber gehe ist es rau und sandig.
Aber die Putzfräse wäre vermutlich die sicherste Lösung. Wäre hier ggf. auch ein großer Drahtbürstenaufsatz + Absaugung denkbar, statt der Diamantfräse? Damit würden wir evtl. noch so viel wegnehmen.



Schleifen ?



Es besteht auch die Möglichkeit die Wandflächen mit einer Schleifgiraffe oder einem Extenterschleifer mit
40 er Papier zu Schleifen ,natürlich mit einer guten Absaugung des Schleifstaubes.

Zur Prüfung der Tragfähigkeit des Untergrundes einfach deinen Putz auftragen das Gewebe einbetten und etwas überstehen lassen nochmals Putzen und nach Trocknung mal daran ziehen .

Dann wirst Du sehen mit ob noch ein Trennschicht vorhanden ist oder der alte Putz Dir gleich entgegen kommt.

Mit farbigen Grüßen aus Kiel
Bernd Ziemus



Re: Schleifen + Testen



Bernd Ziemus hat recht, mit der Giraffe gehts evtl. noch schneller. Musst halt testen wie hart der Putz ist und/oder ob die Farbe schmiert und das Schleifpapier zu schnell zu setzt.
Mit der Topfbürste (Drahtbürstenaufsatz) auf der Flex wirst du keine Freude haben. Die Bürste steht zu weit vor dem Staubschutzschild der Flex vor, da wird die auch ein Staubsauger nicht viel nützen, weil der Abrieb rundherum um die Bürste weg fliegt.
Wenn wirklich nur noch Farbreste in den "Poren" sitzen, kannst du ja vorher den Hafttest den Bernd beschrieb, machen. Das kostet zwar ein paar Tage Zeit bis der Kalkputz fest genug ist um ein aussagekräftiges Testergebnis zu bekommen, spart aber u. U. viel Dreck und Staubschlucken.

Gruß,
KH



Mit dem Schwingschleifer und 40er Körnung getestet



Ich habe es jetzt mal mit dem Schwingschleifer und einer 40er Körnung getestet. Klappt an sich super und die Wand wir richtig sauber, da an den allermeisten Stellen die dicke Farbe runter ist. Also wäre der Trockenbauschleifer ne Option.
Jetzt hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Wand nach dem Schleifen nicht mehr so grob wie vorher war. Also sie ist immernoch sandig/rau aber vor dem Schleifen war sie richtig grob/rau. Kann es durch das Schleifen der Wand zu Haftproblemen kommen?



Ausführung



Wie soll die fertige Wand eigentlich aussehen ?
Du schreibst immer von Putz aber Putzen beginnt bei ca. 5,00mm Auftragsstärke

Ist dies überhaupt nötig bei der Oberfläche ?

Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst ,würde ich folgenden Aufbau vorschlagen.

Haftgrund
1-2 ganzflächige Spachtelungen mit oder ohne Gewebeeinlage
Schleifen und Grundieren der Flächen
Zwei mal mit Kalkfarbe im Bürstenauftrag streichen

Ich würde die Produkte der Fa. Kreidezeit benutzen

Rufe da mal in Sehlem an dort erhältst Du mit Sicherheit ein fundierte Beratung.

Mit farbigen Grüßen aus Kiel



Zur Ausführung



Wir wollen erstmal die Farbe entfernen und dann alle Fehlstellen, Löcher und Risse wieder verputzen. Wenn eine putzbare Substanz besteht, dann auf die gesamte Fläche nochmal ein echter Kalkputz inkl. Armierung/Gewebe aufbringen. Über die Dicke habe wir uns tatsächlich noch keine Gedanken gemacht.
Hier trauen wir uns selbst auch nicht ran und versuchen gerade im Raum Quedlinburg jemanden zu finden, der mit Kalkputz arbeitet. Alle bisherigen Handwerker/Firmen haben auf der Türschwelle gedreht oder wollten zwingend Kalk-Zement-Putz.

Welche Grundierung würden Sie empfehlen?



Was ist richtiger Kalkputz?



Also läuft das ja wohl eher auf ein Spachtelung der Flächen hinaus (1,00 bis ca 4,00mm)

Wie bereits erwähnt ,informiere Dich bei Kreidezeit die haben alles was Du benötigst.

Eventuell ist auch keine Grundierung vor der Spachtelung nötig.

Probe wie beschrieben

Wir Verarbeiten sehr gerne den Wandspachtel

Das Material ist sehr Verarbeitungsfreundlich und lässt sich nach Trocknung hervorragend schleifen.

Alle Produkte haben ein Volldeklaration -also kannst Du selber entscheiden ob diese für Dich in Ordnung sind.

Vielleicht mal bei den Malern anfragen und nicht bei den Putzbetrieben.



"richtiger" Kalkputz



Wir haben sehr viele Beiträge hier im Forum gelesen und die Naturkalk-Putze der Fa. Hessler sind aktuell in der engsten Auswahl. Natürlich haben wir nichts dagegen, wenn nur eine dünne Schicht aufgetragen wird. Wir dachen, dass es etwas mehr sein muss, um die ausgebesserten Stellen zu überdecken und Platz für die Armierung zu haben. Die Probe werden wir am WE machen und wenn es klappt alles einfach abschleifen.
Habe gesehen, dass es auch 25 oder 16er Körnung gibt. Dann wird die Wand ggf. nicht so glatt und der Putz hält besser.
Bzgl. der Grundierung werden wir uns mal an HAGA bzgl. des Kalksinterwassers wenden. Ein paar Stellen sind doch etwas bröselig.



Kalksinterwasser



Die Verwendung von Kalksinterwasser zur Putzverfestigung halte ich für gewagt. Das Verfahren ist zwar altbekannt, aber auch umstritten, ob es überhaupt funktioniert. Eigentlich ist das KSwasser zur Fixierung/Verfestigung von Kalkfarben gedacht. Dazu kommt, dass wenn man zu viel aufträgt, sich an der Oberfläche eine Sinterschicht bilden kann, auf der dann der neue Kalkputz nicht hält. (weshalb ein frischer Kalkputz rabottiert wird)
Kratzt besser die bröseligen Stellen bis auf festen Untergrund weg und füllt die Fehlstellen mit frischem Putz auf. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.
Oder fragt bei Hesslers explizit nach.

Gruß,
KH



Der Trockenbauschleifer funktioniert



und wir sind sehr froh darüber. Das Gerät ist am Freitag angekommen und wir haben es direkt probiert. Erstmal nur mit dem mitgelieferten 40er Blatt. Selbst damit haben wir schon 1/2 Wand geschafft. Wir haben uns jetzt eine Hartmetall-Klett-Schleifscheibe Menzer Ø225mm, grob bestellt und sind sehr zuversichtlich. Ggf. würde auch auch mit 16er Scheiben funktionieren. Wir werden berichten und unsere Erfahrungen hier teilen.

Hessler haben wir auch geschrieben. Bisher ist die Meinung nur Wasser "als Grundierung" zu verwenden. Die Wand ist schon recht sandig nach dem Schleifen aber vermutlich bindet das der neue Putz mit ab.