Wie richtig innen dämmen bei abgehängter und verputzter Fachwerkfassade.?

27.09.2020 HoBa

Wie richtig innen dämmen bei abgehängter und verputzter Fachwerkfassade.?

Hallo liebe Fachleute,
Ich baue gerade einen Teil meines Elternhauses um. Unsere Giebelwand ist gegen Norden ausgerichtet. Sie besteht aus Fachwerk das außen mit ca. 4 cm dickem Kalk-Sand- Putz versehen. Im Jahr 2006 haben wir eine Holzfassade, also Kanthölzer, Querlattung, sägerauhe Dielen überlappend, davor gehängt, um die Fassade zu schützen.
Natürlich hätte man damals schon dämmen können, doch an diesem Punkt waren wir damals vor dem Hintergrund unserer Lebensvorstellungen noch nicht und es ging uns zunächst mal nur um den Schutz der Fassade und das Verhindern von Personenschäden durch bröckelnden Putz.
Nun aber wollen wir diese Giebelwand innen dämmen, weil wir darin nun bald wohnen wollen und wir Förderungen in Anspruch nehmen wollen. Der Energieberater rät zu Holzfaserdämmplatten in 100mm. Wie aber genau die Dinger auf das alte Fachwerk innen montiert wird, könnte ich noch nirgends finden. Nivellieren wir die etwas unebene Wand? Mit Kalkputz? Brauchen wir eine Holzkonstruktion? Kleben wir die Platten in die zweite Schicht Putz oder Kalkmörtel und Verputzen dann auf die Platten wieder mit Kalkputz? Oder besser alles in Lehm? Wir haben zunächst 30qm zu bearbeiten.

Ich freue mich auf sachkundige Ratschläge!



Dinger an die Wand montieren



Eine Innendämmung braucht ein gute Planung, insbesondere die Anschlüsse an einbindende Wände und die Übergänge zur Decke und zum Fußboden, damit dort keine Wärmebrücken und Kondensationsbereiche entstehen können. Hat Euer Energieberater mal eine Feuchtesimulation mit einem geeignetem Programm ( nicht ubakus.) vorgenommen? Dämmstärken über 60mm werden in der Literatur ohne die Installation einer Wandheizung oft als kritisch beschrieben. Die kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen. Zur Montage: zuerst sollte die Wand egalisiert werden bei tiefen Unebenheiten. Dann werden die Platten mit Lehmkleber Plan an die Wand geklebt und im Balkenwerk verschraubt. Anschließend sinnvoller Weise mit Lehmputz incl. Armierungsgewebe verputzt. Genaue Details sind beim Hersteller der Dämmplatten herauszufinden.



Fassade recht gut geschützt



Hallo und herzlichen Dank für die Antwort. Ich glaube Feuchtigkeit von Außen ist kein Problem. Die Wand ist wie gesagt abgehängt mit Dielen. Oder ist mit Feuchtigkeit jene gemeint die durch Kondensationen entsteht? Das kann ja eigentlich nicht passieren bei so viel Dämmung, oder?



Feuchteverhalten



genau wegen so viel Dämmung kann es zu Kondensat am sogenannte Taupunkt kommen. Der würde ( daher soll der Energieberater mal eine Feuchtesituation simulieren) wegen der starken Dämmung ins Fachwerk, wahrscheinlich zwischen Dämmung und Fachwerk gezogen, und dort zu Kondensatausfall und auffeuchtung führen. Sicher wird das sommers wieder abtrocknen, aber es bleibt eine kritische Stelle. Also , wenn Du schon so einen Fachmann bezahlst, laß Dich ordnungsgemäß beraten und über die Risiken aufklären. Falls die Heizungsausführung noch offen ist - Wandheizung wäre bei dieser Dämmstärke eine sehr gute Wahl.



100mm Holzfaserplatte



Unser Energieberater will dass wir im Rahmen der Innendämmung unsere Giebelwand 100 mm Holzfaserdämmplatten auf das mit Kalksandstein ausgemauerte und verputzte Fachwerk, aufbringen und dann darauf noch 60 mm Wärmedämmputz weil nur so auf den entsprechenden U-Wert von 0,24 W/m2K

Geht das ohne Wandheizung gut was die Feuchtigkeit betrifft? Die Wand ist, wie schon gesagt, außen mit Holz abgehangen.

Was denkt ihr?



160 mm Dämmung ?



also wie bereits gesagt, ich würde das ohne Wandheizung nicht riskieren. Warum rechnet er Euch das mal nicht vor, wo der Taupunkt liegt und wie sich diese von ihm vorgeschlagene Wandkonstruktion hinsichtlich Feuchteeintrag von INNEN verhält, da spielt die Verschalung der Außenseite keine Rolle. Er trägt ja dann auch die Verantwortung für evtl. Bauschäden.
Wieviel qm betrifft das denn, ein Foto von außen wäre hilfreich. Langsam scheint mir das auch in einen Kostenbereich zu kommen, wo vielleicht Rückbau der Außenfassade und Außendämmung ( so der Dachüberstand mitspielt) wirtschaftlich günstiger erscheint. Wie ist die Planung bezüglich der anderen Wände, wie sind die aufgebaut ?
Und meines Wissens nach wird bei der EnEv der gesamte Aufbau des Hauses energetisch betrachtet, sodaß einzelne Bauteile auch von Vorgaben abweichen können, wenn es auf andere Weise kompensiert werden kann, z.B. eben durch die Art der Primärenergiebereitstellung.




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