Wie reinen Kalkputz nach dem Putzen am besten feucht halten, ohne dass er zu nass ist




Hallo an alle,

gerade eben habe ich unser Schlafzimmer wieder nach einem größeren Schaden fertiggestellt, also wir schlafen endlich wieder drin- Gott sei Dank - über das Jahr 2017 hatte ich die Außenwände innen mit Kalkputz als Feinputz versehen und einem gleichgeartetem Kalkanstrich vom gleichen Hersteller- Glück-Kalk. Als Grundputz nahm ich den von Fa. Hessler.

Nun ist es ja wichtig, dass der Putz nicht zu schnell abtrocknet- aber auch nicht ertränkt wird.
Ich sag es frei heraus- ich nahm einen 1,5 Liter-Sprüher aus dem Baumarkt, um nach dem Putzen das zu schnelle Trocknen zu verhindern.
Ich versuchte auch mal, am Fensterbogen den Putz mit einem feuchten Tuch abzuhängen, aber das gestaltete sich als umständlich und gelang mir nur schlecht.

ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich quält das immer und führt zu Verunsicherung, wenn ich etwas ausführe, ohne genau zu wissen, ob ich das wirklich richtig mache.

Wie macht ihr das denn mit dem Nasshalten?
Und vermutlich besteht immer die Möglchkeit, dass jeder leicht etwas anderes darunter versteht, was man unter Feuchthalten verstehen soll (wie feucht ist gut), ....
Gibt es da eine sichere Faustregel dafür, das richtig einzuschätzen?

Und wie geht das denn nun mit dem Abhängen mit feuchten Tüchern? Wie machen das die Profis? Schlagen die da Nägel in die verputzte Wand? Arme verputzte Wand... oder was macht man da, damit die Tücher auch befestigt werden können und dicht genug an der Wand bleiben?
Manchmal ist das eben nicht so einfach, auch, wenn sich das zunächst einfach anzuhören scheint :)

Vielen Dank schon mal.

Und viele Grüße

Andreas Bednarz





Der Kalkputz ist vor schneller Austrocknung zu schützen und ggf. nachzufeuchten.

Im Innenraum wird die kontrollierte Trocknung keine Probleme bereiten.

Hohe Temperaturen, Zugluft vermeiden, dann und wann stoßlüften. Eine Verschtattung dürfte ja nur im Ausnahmefall nötig sein. Da hilft aber beispielsweise eine einfache Abdeckfolie in die Fenster zu hängen um die Einstrahlung zu minimieren.

An der Fassade im Sommer stellen sich da durch Sonne und Wind in der Tat andere Herausforderungen. Da hänget man dann das ganze Gerüst ab oder behilft sich mit Dachlatten oder entsprechender Abspannung.

Wichtig ist das Kohlendioxid ungehindert in den Putz eintreten können muss, nass darf der Putz deswegen nicht gehalten werden.

Wie stark die Trocknung voranschreitet erkennt man an der Farbe, er darf halt nicht gleich weiß auftrocknen. Fürs nachfeuchten reicht es dann normalerweise aber wirklich ein bis zweimal am Tag mit dem Blumensprüher dran zu gehen.



Kalkputz



Luftkalk carbonatisiert etwa mit einer Geschwinnigkeit von 1 mm/Tag. Dazu braucht er ein Feuchtefenster von etwa 0,8 bis 8M%. Ich vermute das Ihre Blumenspritze überflüssig wenn nicht schädlich ist.





Hallo,

Danke für die Antworten. Dass Kalk nicht zu schnell abtrocknem sollte bzw. während dessen ein langsamer Carbonisierungsprozess beginnt, das war mir bekannt. Das geht ja auch schon aus der Fragestellung selbst hervor.

Es geht mir mehr um die praktischen Erfahrungswerte bei der Umsetzung und weniger um die Theorie :)

Nun haben wir ja gerade Winter. Da sind die Raumluft- und natürlich Außenluftverhältnisse, nebst Sonneneinstrahlung ganz anders, als z.B. im Frühjahr oder im Sommer.

Was also im Winter oder milden Frühjahr unproblematisch ist, sich selbst genügt, kann im Sommer schon zu schnell austrocknen.
Deswegen ja auch die Frage nach dem Abhängen mit feuchten Tüchern- wie man es früher machte. Nur, wie macht man das genau, ohne dafür seine neue Wand beschädigem zu müssen?

Die zerstäubende Befeuchtung mit dem Sprüher hat funktioniert- man kann ja den Strahl dosieren, bis hin zu einem feinsten Wassernebel - sag ich mal. Der Putz hält, hat keine Risse, die Kalkfarbe von Glück-Kalk ist auch drauf- auch hier muß eine zu schnelle Abtrocknung vermeiden-- sogar noch bedächtiger, als beim Putz, weil ja die Farbschicht um ein Vielfaches dünner ist- ich trug das in 3 Durchgängen auf- vorher immer vorgenäßt.

Das Abhängen von Fenstern reicht für den Innenraum- also im Sommer, bei hohen Temperaturen?



Kalkputz



Fragen wir mal anders rum:
Wann wurde der Unterputz aufgebracht?
Wann der Feinputz und der Anstrich?





Bei Temperaturen über 25 Grad lassen wir das mit den Kalkarbeiten lieber bleiben.

In Innenräumen musst du nichts abhängen, es sei den die Sonne brezelt dir direkt auf den Arbeitsplatz.

Innen können wir die Luftfeuchtigkeit durch gezieltes Lüften regulieren.

Durch Vorfeuchten und Anmachwasser steht da genügend Feuchtepuffer zur Verfügung.

Außen müssen wir uns nach der Sonne richten und ziehen lieber trübe Witterung vor.


Woher beziehst du den die Sachen von "Glück Kalk" ?



@Georg Böttcher



Hallo,

das war alles bereits 2017.

Darum geht es mir gar nicht. Der Raum ist arbeitsseitig abgeschlossen.

Mir geht es um die Zukunft, also falls ich wieder derartige Arbeiten ausführe. :)



@Mario



Diesen Feinputz und die dazugehörige Kalkfarbe habe ich schon seit einigen Jahren 2011 und 2012 da - das hält ja, solange es verschlossen bleibt.
Ich bezog das damals von einem Herrn Spielmann, Döbelner Naturbaustoffe GmbH, der hatte seinen Sitz damals in 01683 Graupzig, wo auch das Ziegelwerk ist.
Falls die noch aktuell ist, ist das seine E-Mai:
karlspielmann5@Gmail.com

Zwischenzeitlich muß es bei der Herstellerfirma Glück-Kalk Umstrukturierungen gegeben haben. Jedenfalls sind die aber wieder am Markt- inwieweit man hier die gesamte Produktpalette zu kaufen bekommt, weiß ich nicht.
Ich habe aber schon mehrere Anbieter online gesehen- hier in Deutschland, die Produkte von der Firma anboten, meistens die Kalkfarbe.

Naja, wie Du schon schreibst- es sei denn, die Sonne passelt diekt auf den Platz, dann Abhängen. Vielleicht verkompliziere ich das jetzt alles- aber lieber nachgefragt:

Danke für das Bild- mir geht es mehr um innen.
Wie hängt ihr das denn genau ab, falls ihr innen überhaupt anhängt? Warum machte man das dann früher?



Luftkalkputz



Dann sollten Sie langsam anfangen zu rechnen, die Zahlen kennen Sie bereits.
10 mm Kalkputz, die normale Stärke eines Innenputzes, ist nach etwa 2 Wochen durchcarbonatisiert. Wenn Sie ihn immer fleißig nasshalten kann es natürlich länger dauern.
Also, lassen Sie das mit der Wasserspritzerei.
Das Abdecken ist erforderlich um die OBERSTE Schicht vor zu schneller Austrocknung zu schützen bis sie spannungsarm durchcarbonatisiert ist. Anfeuchten nur wenn die Bedingungen es erfordern (Wind, Sonne, hohe Temperaturen). Im Innenbereich ist Anfeuchten überflüssig und kontraproduktiv. Es kann dazu führen das die Carbonatisierung gebremst oder gestoppt wird.
Glücklicherweise haben Sie als Grundputz einen hydraulischen Kalk als Bindemittel an der Wand, der härtet auch im dauerfeuchten Bereich aus. Ohne genügend CO²- Zufuhr erhöht sich der Anteil der silikatischen Erhärtungsreaktionen, es bilden sich verstärkt Zementmineralien.
Also nix mit reinem Luftkalk.





Danke für die Antwort.

Warum aber diese Übertreibungen, mit nasshalten und Wasserspritzerei? Davon habe ich nie auch nur ansatzweise etwas geschrieben, woraus man das hätte schlußfolgern können. ;-)

Ich sorgte lediglich am 1. Tag (weil es sehr warm war) durch feinstes Benetzen dafür, dass es nicht zu schnell austrocknete. Da lief kein Wasser in Kaskaden die Wand runter. Die war auch nicht "nass".

Der Putz hält, reguliert, wie ich beim Farbanstrich überrascht feststellte, die Feuchtigkeit sehr gut, was will ich mehr?
Also doch Luftkalk :-)

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sogar durch Rauchgase eines Feuers (offener Kamin innen oder Feuer draußen bei der Außenwand) für zusätzliches CO2 sorgen und somit den Carbonisierungsprozess unterstützen kann.
Aber gut, die Zeiten, wo man innen ein offenes Feuer machte und der Rauch auch durch die Räume zog, die Zeiten sind wohl vorbei