Wie kann sehr niedrige Deckenhöhe in FWH bei vertretbarem Aufwand vergrößert werden?

14.06.2014 Thomas



Hallo liebe Forengemeinde,

seit einigen Monaten habe ich auf Fachwerk.de und in den tiefen des www nach Antworten auf meine Frage gesucht. Weil ich keine wirklich zufriedenstellende Antworten gefunden habe, frage ich jetzt euch.

Was für Möglichkeiten gibt es, die Deckenhöhe in einem Fachwerkhaus zu vergrößern (mit verhältnismäßig geringem Aufwand?)? Ich lebe zur Miete in einem etwa 100 Jahre alten, kleinen Fachwerkhaus. Es hat drei Wohnetagen und darüber den nicht ausgebauten Dachstuhl. Die Deckenhöhe im ersten Stock (unsere Wohnräume) ist sehr unterschiedlich und schwankt zwischen etwa 2 m im Kinderzimmer und 1,76 (!!!) im Wohnzimmer. Mir ist bisher noch kein Haus begegnet, in dem die Decke noch niedriger ist :)))
Auch im zweiten Stock beträgt die Deckenhöhe nur etwa 1,90 m. Darüber ist der Dachstuhl/Speicher. Ich könnte mir vorstellen, die Decke zum Dachstuhl herauszunehmen, um einen hohen Raum bis zum Giebel zu gewinnen.

Nur in der ersten Etage weiß ich nicht weiter. Da ich überlege, dieses Haus zu kaufen, ich mich aber nicht mein Leben lang bücken möchte, um darin zu leben, suche ich nach Informationen, wie man die Deckenhöhe im Wohnzimmer (und auch in den anderen Zimmern) vergrößern kann.

Im Anhang ein Foto vom Wohnzimmer, kurz nachdem wir renoviert und das Haus bezogen haben. Der Durchgang ist knapp 1,70 m hoch, das Wohnzimmer an der niedrigsten Stelle 1,76 m.

Was meint ihr dazu?

Freue mich auf euer Feedback,
schöne Grüße
Thomas



Deckenhöhe



Als Mieter bleibt Ihnen nur eine Alternative:
Ausziehen.
Baurechtlich gesehen ist das, bei den Raumhöhen, gar keine Wohnung. Ich hoffe das die Miete dieser Raumhöhe entspricht.
Ihr Vermieter ist dafür verantwortlich die Vorgaben einzuhalten die für Wohnungen gelten. Sonst kann er sie nicht als Wohnraum vermieten. Wie er das baulich löst ist seine Sache, nicht Ihre.
Unter bewohnten Bedingungen geht da ohnehin nichts.



Deckenhöhe



Hi Thomas,
wie Georg schon schrieb: als Mieter, damit leben oder ausziehen.
Oder, als Eigentümer – evtl. auch vorher in Absprache mit dem jetzigen Eigentümer – prüfen, ob die Decke im Wohnzimmer abgehängt ist.
Auf dem Foto sind keine Deckenbalken zu sehen. U.U. lässt sich die abgehängte Decke entfernen.
Mal die Deckenmaße im Treppenhaus überprüfen.
SG



Deckenhöhe



1910 ist die Deckenhöhe eher höher als niedriger gewesen im Vergleich zu heute, zumindest in Wohngebäuden.

In unseren Breiten waren die Deckenhöhen im Wirtschaftsteil der FW Bauten etwa 4 m, bzw. die Hälfte davon (minus Balkenhöhe), in den Wohntrakten mind. 190 cm.

176 cm ist ein Maß dass verdächtig nach Umnutzung eines Wirtschaftsgebäudes 'riecht' oder eben nach abgehängter Decke.

Man kann bei unverputztem FW von außen eigentlich die Geschosshöhen ablesen.

Von diesen Maßen ist abhängig, ob -und wenn ja- was man tun kann.

Gibt's ein Foto von außen?

Gruß

GE



Deckenhöhe - Bild vom Haus



Erst einmal danke an euch für die schnellen Antworten.

Zum Baurecht: Was sieht das Baurecht in Bezug auf Wohnräume und Deckenhöhe vor? Und macht es einen Unterschied zwischen "alten" und "neuen" Gebäuden? Die Miete ist verhältnismäßig niedrig; man könnte fast sagen, so niedrig, wie die Decken im Haus :) Und ausziehen wollen wir nicht. Uns gefällt das Haus sehr gut. So gut, dass ich mir vorstellen könnte, es zu kaufen. Doch das ist unter anderem davon Abhängig, ob bzw. welche Möglichkeiten bestehen, die Deckenhöhe zu verändern.

Die Zwischendecke muss ich noch ausmessen. Alleine zwischen Wohnzimmer und Flur/Treppenhaus gibt es in der Decke einen Versatz von etwa 5 cm (Decke im Wohnzimmer 5 cm niedriger).

@ Gehlerding: Anbei ein Foto des Hauses. Was sagt der Fachmann?

Schöne Grüße
Thomas



Deckenhöhe ..



..unter den Deckenbalken ließe sich vermutlich geringfügig erhöhen wenn Balkensichtigkeit hergestellt wird .
Zwischen den Balken gibt es dann aber um eben deren Höhe mehr Kopffreiheit und auch optischen Zugewinn .

Im DG wäre Teilöffnung der Kehlbalkenebene ein Ansatz ..

Wenn euch das Haus gefällt und der Preis passt , müßt ihr halt den Kopf einziehen ..

Gruß
Jürgen Kube
(eher dem Zwergenvolk zugehörig .. )





Die Balkenköpfe kann man auf dem Bild nur genz re erkennen, im linken Gebäudeteil verschwinden sie unter dem Dach, liegen also wohl etwas höher.

Entscheidend für die Frage ist, was das für eine Decke ist.

Dazu müsset man wissen, ob nicht auf oder unter der Decke Dämmung, Abhang usw. ist, was eigentlich verzichtbar wäre wenn OG und DG beheizt und genutzt würden.

Dann hat man den Eindruck, dass das Gebäude zwei verschiedene Niveaus hatte (Brüstungshöhe der Fenster, wo sind eigentlich die Brüstungsriegel?), oder aber dass der gesamte re Gebäudeabschnitt gegenüber links abgesackt ist.
Um die Fußböden wieder gerade zu bekommen musste man Stufen einbauen

Vielleicht hat man auch beim Umbau des Daches der Einfachheit halber auf einen Dachversprung verzichtet, dafür musste dann die Decke nach unten.

Einfach mal nachsehen, wie dick die Decke in den verschiedenen Abschnitten ist und was oberhalb der GK Decke bzw unterhalb des Fußbodens im DG ist. (kleines Bohrloch).

Gruß

GE



Fußboden erhöht?



Hallo,

wenn ich mir das Bild vom Wohnzimmer so anschaue würde ich vermuten dass da vermutlich etwas Höhe durch Entfernen der abgehängten Decke geschaffen werden könnte, aber ich würde auch darauf wetten dass das Fußbodenniveau angehoben wurde. Die Brüstungshöhe der Fenster erscheint mir sehr gering.

Als Mieter könnt ihr da nix machen. Bzw. nur mit ausdrücklicher und schriftlicher Genehmigung des Vermieters, und selbst dann würde ich das nicht unbedingt raten.

Für mich wären solche Deckenhöhen gar nichts, obwohl ich da noch mit Highheels durchlaufen könnte ohne mich zu bücken. Mit vertretbarem Aufwand werdet ihr da aber vermutlich nur aus extrem niedrigen Decken niedrige Decken machen können, und eben Stufen innerhalb einer Etage leben müssen. Im OG kannst du zwar die Decke rausnehmen, die Balken bleiben aber weiterhin da, an denen du dir deinen Schädel rammen kannst. ;)

Wenn du also das Haus kaufst musst du mit niedrigen Decken leben können und dir auch bewusst sein dass das im Fall der Fälle einen Verkauf deutlich erschweren wird. Auch wenn das Haus von außen echt hübsch ist.



Außerdem



wird das Haus alle großgewachsenen Gäste und potenziellen Käufer in den Irrsinn treiben. Ich zum Beispiel könnte bei den derzeitigen 1,76 nicht einmal annähernd aufrecht stehen, für mich sind schon Türen mit unter 1,90 Durchgangshöhe unangenehm genug.

Ernsthaft, bei den Deckenhöhen könnte man verglichen mit Jahrhundertwende-Stadthäusern aus zwei Stockwerken eines machen und die Raumhöhe wär noch nicht auffallend groß...