Wie haben denn die Menschen früher ohne Architekten und Baubiologen gebaut?

20.12.2014



Oft hatten diese Bauherrn auch keinen Statiker.
Wie kamen diese Bauherrn ohne Chemiker aus?
Obwohl wir heute für fast alles sehr gut ausgebildete Spezialisten haben geht doch sehr viel schief.
Ich weiß, dass auch früher einiges im Argen lag, aber es sind doch viele sehr schöne alte Häuser erhalten.
Ich habe mir ein etwas älteres verschimmeltes Haus aus 1954 gekauft und Anfang der 80iger Jahre umgebaut und auch energetisch verbessert.
Damals hatte ich eine Dämmung aus 11 cm Hochlochziegel mit 3 cm Abstand vorgemauert aber den Hohlraum mit Perlite aufgefüllt. Das Dach mit 12 cm Glaswolle und den Boden ca. 10 cm mit Perlite aufgefüllt.
Ich habe meine alten Fenster ausgebaut vom Schreiner etwas überarbeiten lassen und wieder eingebaut. Gott sei Dank sind diese nicht so dicht, dass ich noch einen Kachelofen betreiben kann.
Nun fühle ich mich sehr wohl in meinem Haus.
Wenn ich mir vorstelle was man mir alles eingeredet hätte...



Architekten



hatten die früher schon, die hießen bloß anders: Dombaumeister, Königlicher Hofbaumeister usw. Mir fällt da Herr Schinkel ein. Die konnten vielleicht nicht nur das Design entwerfen, sondern auch Statik berechnen. Und Chemie hatten die auch, der Abbindeprozess des Kalkes z.B. folgt auch den chemischen Regeln. Aber Sie haben recht, was man Ihnen hätte alles einreden können...(wenn Sie es zugelassen hätten..)

Ein schönes Fest wünscht
Pope



Haus ohne Architekt



Wir hatten einen sehr guten Architekten, erfahren im Lehmbau und der behutsamen Sanierung alter Häuser. Dieser gab uns den Anfang, zeigte uns, was wichtig und unwichtig ist. Ohne ihn wären wir mit unserem Haus überfordert gewesen. Aber es war wie verhext. Kein Handwerker wollte seine Projekte in Angriff nehmen. Aus fadenscheinigen Gründen sagten die beauftragten Firmen im letzten Moment ab, so daß wir einen Winter lang mit Not-Dach und offenliegenden Fundamenten verbrachten, immer mit Sorge jeden Wetterbericht hörten. Weil das Jahr fortschritt, der nächste Winter nahte, die Baugrube immer noch offen, somit kein Gerüst für die Dachdecker aufgestellt werden konnte, entschieden wir uns gegen die Pläne des Architekten und für das Haus. Als wäre ein Knoten geplatzt, ging es von diesem Moment an voran. Wir fanden Handwerker, die uns unsere Feuchte Kellerwand am Hang mit Kaolin abdichteten, die preiswerteste und für diesen Fall beste Lösung.
Jetzt haben wir einen Bauingenieur, der am Ort wohnt und schnell vor Ort ist, wenn ein Problem auftaucht.
Was ich sagen will: Schaut beim Bauen auch darauf, was euer Bauch sagt.