Wie den Ortskern retten?

26.07.2019 Mittelrhein



Hallo.
Unserer Gemeinde (Kestert, mitten im Welterbe "Oberes Mittelrheintal") wurde eine ca. 750m² große Fläche im alten Ortskern zum Kauf angeboten. Die Fläche ist mit diversen Gebäuden bebaut (siehe beigefügtes Bild). Die mit einem roten Punkt gekennzeichneten Gebäude sind Fachwerk, teilweise stark sanierungsbedürftig. Unser Bürgermeister würde gerne alle Gebäude komplett abreißen und aus der Fläche drei Bauplätze machen. Für mich eine Todsünde im alten Ortskern. Gibt es hier vielleicht jemanden, der Interesse an der Fläche hat bzw. wie man jemanden findet, der Interesse an so etwas hat? Aussage des Bürgermeisters ist: "Bring mir eine Alternative zum Abriss und wir reden drüber".
Grüße vom Mittelrhein



z.B. "Jung kauft alt"



Hallo,
zu erst einmal finde ich es positiv, dass Sie davon ausgehen, dass es eine Alternative zum Abriss geben müsse und sich auch bemühen, eine solche zu finden! Danke dafür und bitte dran bleiben.

Da ein weiteres großes Problem ist ja oft das Veröden ganzer Ortskerne und Wegzug junger Leute in die nächstgrößere Stadt, hat man in mehreren Regionen gute Erfahrungen mit dem Förderprogramm "Jung kauft alt" gemacht.
Ursprünglich im Emsland "erfunden"/aktiviert, gibt es nun Nachahmer in Ostdeutschland und anderen strukturschwachen Regionen, die teils sehr guten Erfolg damit hatten und nicht nur alte Bausubstanz gerettet haben, sondern auch junge Menschen in der Ortschaft halten konnten.

Zu der Idee:
das größte Problem für junge Familien zu Eigentum zu kommen sind die mittlerweile enorm gestiegenen Immo-preise. Gleichzeitig gibt es aber immens viel Leerstand alter Bausubstanz,- besonders auf dem Land.

Hier knüpft JkA an und ermöglicht es jungen Menschen, vergünstigt alte Bausubstanz zu erwerben. Das Programm gestaltet jede Stadt nach eigenen Vorstellungen,- als wichtig hat sich erwiesen, ein Gutachten mit in die Fördersumme einzubeziehen, dass den jungen Menschen vor dem Kauf ermöglich halbwegs die Kosten abzuschätzen, die mit der Sanierung auf sie zukämen - so kauft niemand die Katze im Sack!

Vergleiche hier oder bitte weitere Recherche im Netz:

https://stadt.papenburg.de/fileadmin/formulare/Bauen/Jung_kauft_Alt_-_Richtlinie.pdf

https://www.heek.de/portal/seiten/foerderprogramm-jung-kauft-alt-junge-menschen-kaufen-alte-haeuser-900000010-24120.html

https://www.hiddenhausen.de/Wohnen/Jung-kauft-Alt



Eventuell bei der IG Bauernhaus mal anfragen?



Eventuell bei der IG Bauernhaus mal anfragen?

Find dieses Engagement auch super! Bitte weiter machen!



Bürgermeister?



Also wenn alles kaputt ist, was dann tun? Abriss ist keine Lösung, so denke ich.
Aber ich denke der Bürgermeister will wieder gewählt werden.
Daher mit dem reden.
Es gibt viele Fördertöpfe die solche Projekte unterstützen und helfen können.
Was soll denn das kosten? Gibt es schon konkrete Pläne oder wird nur spekuliert?
Ich durfte auch ein paar Mark ausgeben um zu verhinden, dass hier ein Kahlschlag erfogt, aber es war und ist es wert.
Viel Erfolg.

klaus



Alter allein...



...ist kein Grund für die Erhaltung. Wäre es nicht mal für ein Museum.

Eine Fachwerksanierung kostet schnell 'mal doppelt soviel wie Abriss und Neubau. Und das gilt in dieser verschachtelten Situation ganz besonders. Also braucht es gute Gründe.

Es muss an den Gebäuden etwas Besonderes zu finden sein, etwas Schützens- und Erhaltenswertes, das über das reine Alter der Gebäude hinaus geht. Das gilt es herauszuarbeiten. Und es muss auch wirtschaftlich umsetzbar sein, die Substanz zu erhalten.

Wenn freilich "alles kaputt" ist, was sollte dann außer Abriss in Frage kommen? Ein Neubau im alten Gewand? Unwahrscheinlich. Der Versuch der Bewahrung alter wertvoller Bausubstanz ist meistens nachvollziehbar, der Wiederaufbau alter Kubaturen nur sehr selten. Aber ohne Details zum Zustand muß der Disput hier sehr vage bleiben.

Letztlich müsstet Ihr Fakten sammeln, und Unterstützer für Euer Anliegen gewinnen. Das wird einen Haufen Arbeit machen.

Viel Erfolg

Thomas



Bilder



Ich finde die ganze Sache überaus löblich, wir sind mit sowas ähnlichem beschäftigt (altes Fachwerkhaus gegenüber der Kirche retten)
Ich wäre als stiller Mitleser an Bildern der Häusschen interessiert. :)
Wünsche viel Erfolg!

Grüße Tobias