Wie alt ist mein Fachwerkhaus? Wer kann mir Informationen zu Recherche des Alters geben?

15.09.2020 nochripe

Wie alt ist mein Fachwerkhaus? Wer kann mir Informationen zu Recherche des Alters geben?

Hallo, ich würde gerne erfahren wie alt mein Fachwerkhaus genau ist. Ich finde irgendwie nicht den richtigen Anfang, und würde mich sehr freuen hier Tipps zu bekommen.



nachfragen



im Grundbuchamt oder Bauamt der Gemeinde bzw. des Landkreises.



Danke



Vielen Dank für Ihre Informationen. Ich werde das versuchen.



Das Erscheinungsbild



...eines Gebäudes zum Zeitpunkt der Fertigstellung aus der vorhandenen Substanz herauslesen zu können lässt, im Kontext mit äusseren Umständen(Region, Standort, Materialien, Technik etc), in der Regel eine recht genaue zeitliche Eingrenzung der Errichtung zu. Fragen sie dazu Fachleute oder erfahrene Dilletanten.



Danke hierfür



Wie kann man denn an einen erfahrenen Dilletanten kommen?
Beim Bauamt habe ich heute keine Informationen bekommen, für die ist das Haus wohl schon zu alt. Die Gemeinde sagt, es könne sein, dass es sich um das älteste Haus des Dorfes handelt, aber Unterlagen haben sie auch keine. Da das Haus mal Teil eines Gutes war (Molkehaus) hoffe ich, dass mir vielleicht jemand helfen kann etwas Schriftliches zu finden.
Grundbuchamt werde ich Morgenrock versuchen.



Recht leicht



die finden sich in fachlich entsprechenden Vereinen, Interessengemeinschaften.
Sofern ein Gebäude keine herausragende Stellung besaß ist Schriftliches kaum zu erwarten und werden sich solche Fragen möglicherweise allein über aktives Interesse und/oder den Austausch mit Gleichgesinnten klären lassen.
Dann haben Sie ein neues Hobby...:)
Das Thema ist heute sehr umfangreich durchforscht und in einschlägiger Literatur ausgiebig dargelegt. Die Freilichtmuseen leisten ihrerseits einen wertvollen Beitrag.



Was sagt der Denkmalschutz? Holzprobe



Frag doch mal den Denkmalschutz. Die Leute dort sind mit dem Baustil der jeweiligen Region für die sie zuständig sind eigentlich bestens vertraut und können eine recht genaue Einschätzung abgeben.

Darüber hinaus besteht natürlich immer die Möglichkeit an mehreren Stellen Holzproben zu nehmen und sie (evtl auch wieder über den Denkmalschutz) dentrochronologisch untersuchen zu lassen. So hast Du dann eine sichere Aussage zum Alter!



Flurkarten



können weiter helfen oder Kirchengemeinden, wenn der Name der Vorbesitzer bekannt ist. Landes- oder Stadtarchive, eventuell auch das Denkmalamt. Da es teil eines Gutes gewesen sein soll, müsste es dazu Unterlagen in Archiven geben. Über den Familiennamen und den Ort im entsprechenden Landesarchiv in den Findbüchern suchen. Oft gibt es Unterlagen zu Steuern oder Abgaben und Flurkarten, welche den Besitz erfassen.
Dendrochronologische Untersuchungen sind nur sinnvoll, wenn man sicher weiß, dass die Balken zum Altbestand gehören und nicht Teil von Umbauten oder Wiederverwertungen sind.
Anhand der Außenansicht lässt sich nichts über das Alter aussagen.
Am ehesten kann ein alter Dachstuhl oder ein altes Treppenhaus - insofern vorhanden - von der Konstruktion her Hinweise geben.



Viel zu tun


Viel zu tun

Hallo, den Denkmalschutz, einen historischen Verein und das Kirchenamt habe ich angeschrieben. Im niedersächsischen Landesarchiv bin ich auch bereits gewesen, da fand ich einiges über das Gut, jedoch nicht über die Nebengebäude. Über eine dendrologische Untersuchung werde ich mich auch informieren. Diese käme für mich jedoch nur in Frage, wenn die Ergebnisse als verbindlich gelten. Ich suche auch noch ein Buch zum Lesen oder kaufen:
Isenbüttel: Bilder aus der Vergangenheit ISBN: 978-3924932282
Vielleicht hat es ja zufällig jemand und würde es mir leihen:)
Dann bin ich sehr begeistert von den bisher sehr freundlichen Antworten auf mein Anliegen. Es handelt sich um das Gebäude rechts oben auf dem Foto (Molkehaus).



Vorbesitzer



Die Vorbesitzer haben definitiv 95% an der Außenhaut neu gemacht.

Das Ganze mag vielleicht mal ein altes Haus mit altem Fundament gewesen sein - so, wie es ausgefacht und verklinkert wurde, schätze ich auf 1980.

In gewisser Weise gibt es solche Häuser in Deutschland leider zu Tausenden. Totsaniert - zumindest von außen - eventuell leider auch von innen.



Genau



Genau das hab ich auch gedacht, 80er Jahre Style.



Eckständer



In Preußen gab es eine Vorschrift, die ab 1880 wirksam wurde, dass der Eckständer an der oberen Ecke nicht zum Eckbalken hin sondern von diesem weg angebarcht werden sollte. Das deutet auf ein früheres Baujahr hin.



Danke für das rege Interesse


Danke für das rege Interesse

Der Anbau rechts auf dem Foto oben ist tatsächlich aus den 1960er Jahren, ebenso die eine Seite der Dacheindeckung. Zu dieser Zeit wurde auch erst ein Wohnhaus draus. In dem Zuge wurden auch die Fachwerkbalken innen sehr schön bearbeitet. Das Haus (ohne Anbau) soll jedoch, laut Aussage der alteingesessenen Einwohner hier, schon vor dem 2. Weltkrieg so in seiner Form da gewesen sein.



Bild


Bild

Wetterseite



@Heuckeroth



Das ist ja sehr interessant. Hast du da nähere Infos? Da haben wir hier im Forum schon drüber diskutiert.



Ich finde das auch sehr interessant



Die meisten Informationen, die ich habe, sind mündlich. Über das Gut selber steht auch einiges im Internet, über die Nebengebäude leider nicht. Wie meinten sie das : Da haben wir hier im Internet auch schon drüber diskutiert? Das habe ich leider nicht genau verstanden.



Da ging es um



den Eckständer. In meiner Heimat ist ab ca. Mitte 19. Jh. ein Wechsel in der Neigungsrichtung zu erkennen.



Danke für den Tip



ich werde versuchen hierüber etwas nachzulesen.



Christine H. Bauer


Christine H. Bauer

Hausbau und Bauordnungen in Hessen-Kassel 1532-1866:

Also keine direkte amtliche Verordnung, aber so etwas wie Stand der Technik.



Wow toll



Danke für die Aufklärung. Können Sie die vorige und nachfolgende Buchseite auch noch zeigen? Das wäre Klasse!



Sehr interessante Buchseiten



Vielen Dank hierfür. Könnte ich vielleicht die ISBN Nummer von Ihnen erhalten? Wenn möglich würde ich mir dieses Buch gerne kaufen.



ISBN 978-3-925333-31-6



das Buch ist vergriffen, aber eine pdf kann man kostenlos herunter laden http://www.vhghessen.de/
Publikationen Hess. Forschungen Band 31



Danke



für diesen Super-Service.



Dankeschön



Super! Ich hab mich gestern dummunddusselig gesucht...