Wetterseite Feuchteschäden: Sanieren und /oder verbrettern

30.09.2017 Tilkel



Hallo zusammen,

ich wohne in einem Fachwerkhaus, dass vor etwa 20 Jahren aufwändig wenn auch aus heutiger Sicht nicht wirklich fachgerecht saniert wurde.
Zum Wandaufbau:
Der Wandaufbau ist zweischalig, innen ist eine quasi unabhängige Bimssteinmauer. Dahinter ist die Fachwerkwand. Deren Gefache ist ebenfalls mit Bimssteinen ausgemauert, darüber ist wahrscheinlich ein Zementputz aufgetragen. Ganz komisch ist ein Kunststoffband, das zwischen Balken und Gefache verläuft und teilweise weggegammelt ist. Vielleicht kann man das auf dem Bild erkennen. Da sich nun Lücken zwischen Gefache und Balken gebildet hatten wurde vor kurzem nachgeschaut wie sich das auf die Balken ausgewirkt hat und tatsächlich wurden an den Schwellbalken abschnittsweise Schäden gefunden.
Nun ist die Frage wie man vorgehen kann. Von einem Fachwand aus der Region wurde zunächst vermutet das Feuchteproblem kommt von innen (u.a. auch weil die Lücken z.Z. provisorisch abgedichtet wurden). Da wir nun an mehreren Stellen rund ums Haus nachgesehen haben und (fast) nur an der Wetterseite Schäden gefunden wurden, scheint das Problem m.E. zumindest überwiegend von aussen zu kommen.
In einem ersten Schritt soll nun also die Wetterseite angegangen werden, d.h. die schadhaften Balken saniert werden. Es ist angedacht, hier danach eine Verbretterung oder Verschieferung vorzunehmen. Jetzt meine Fragen:
- Muss der Gefacheaufbau (Bims und Zementputz) vor der Verbretterung / Verschieferung ersetzt werden ? Wenn die Schäden tatsächlich nur von aussen kommen wäre das ja eigentlich nicht nötig.
- Würde es vor dem Hintergrund des Wandaufbaus (eigenständige Innenwand) überhaupt Sinn machen das Gefache durch Lehmsteine zu ersetzen um eine bessere Feuchteregulation zu erzielen ?
- Als Alternative wurde auch vorgeschlagen die Gefache rauszunehmen und kein Sichtfachwerk mehr aufzubringen sondern zusätzlich zu Isolieren (wird ja eh verbrettert / verschiefert). Macht das Sinn ?
- Wäre es eine Alternative nur dem Putz runterzunehmen und mit Kalkputz drüber zu gehen ?
- Lässt sich generell messtechnisch feststellen ob der Feuchtetransport von innen nach aussen funktioniert ?

Ich freue mich auf möglichst konstruktive Beträge

Vielen Dank und viele Grüße.



Wohin soll die Reise gehen ?



Zuerst solltet ihr Klarheit haben was ihr erreichen wollt. Ist die bestehende Substanz wertvoll, oder geht es euch einfach um ein bezahlbares Dach über dem Kopf ? Sind die Heizkosten vertretbar ?

Sichtfachwerk: für Schönheit muss man leiden - besonders auf der Wetterseite.

Eine hinterlüftete Verbretterung oder Verschieferung sollte die Feuchtebelastung von aussen abstellen, unter der Annahme dass die Anschlüsse bei Fenstern usw. korrekt gelöst werden.

Wenn man die Gefache "ausräumt" und mit Dämmstoff ausdämmt, bekommt man natürlich einen besseren Dämmwert und potentiell mehr Wohnraum. Ob sich das rechnet, ist eine andere Frage.

Feuchtigkeitsprobleme: Könnten aus meiner Sicht vor allem entstehen wenn feuchtwarme Raumluft durch Ritzen in der vorgemauerten Wand an die kalte Fachwerkwand trifft und dort kondensiert. Worauf steht die innere Bimssteinwand ? Holzbalkendecke ?

Die Feuchtigkeit könnte man mit einer Bohrmehlanalyse feststellen.



Danke yogumon,



für den Kommentar. Es geht um den Erhalt der Substanz, bzw. die Befürchtung dass diese auf Dauer Schaden nimmt.
Die Heizkosten sind in Ordnung. Von uns aus würden wir nicht auf die Idee mit einer zusätzlichen Isolierung kommen. Mehr Wohnraum bekommt man auch nicht da die innere Wand bestehen bleibt. Der Punkt ist aber, dass der Wandaufbau mit Bimsstein und Zementputz aus heutiger Sicht nicht ideal ist. Wenn man nun noch verbrettet oder verschiefert beseitigt man das Feuchteproblem von aussen, hat aber eventuell nach wie vor das Problem von innen (Kondensation der feuchten Raumluft an der äußeren Wand, genau wie Du schreibst) - und noch weniger Möglichkeiten zur Kontrolle. Daher kam der Vorschlag das bestehende Gefache rauszunehmen und mit Dämmmaterial zu füllen.
Worauf die innere Wand steht kann ich nicht sagen.



hinterlüftete Vorhangfassade



Sollte Feuchte von aussen abstellen, und sollte bei geeigneter Hinterlüftung gut abtrocknen.

Worauf die innere Schale steht, würde ich mir genauer ansehen. Eine Holzbalkendecke ist nur schwer dicht zu bekommen.

Zieht es im Innenraum ?