Wetterschutz Eckständer

19.07.2015 Der Gärtner



Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und habe mich in der Vergangenheit schon etwas umgeschaut, bin bei meinem konkreten Problem aber auf keinen Beitrag gestoßen, der mich weiterbringt, deshalb schildere ich das ganze einmal etwas ausführlicher:

Ich habe eine Frage bezüglich eines „Patienten“, der wohl eine Behandlung benötigt. Der Eckständer des Hauses war durch jahrelange Vernachlässigung zum Sorgenkind geworden. Bei meinem Fachwerkhaus wurde irgendwann im 19. Jahrhundert wurde die Giebelseite (Wetterseite) komplett mit Feldbrandsteinen erneuert und der Eckständer wurde in das Mauerwerk integriert. Eine Verbindung zwischen Balken und Backsteinmauer wurde dann (wohl erst später) durch einen optisch nicht sehr ansprechenden Maueranker erstellt. An der Giebelseite wird der Balken ordentlich bewittert, da kein Dachüberstand vorhanden ist.
Bei einer „Restaurierungsmaßnahme“ in den 1980ern wurde der Balken – wie auch das übrige sichtbare Fachwerk – mit einer fiesen Kunstharzfarbe gestrichen und die Fehlstellen im Balken und im übrigen Fachwerk, sowie die Lücken zwischen Schwellbalken und Eckständer mit Zementmörtel und Gips ausgeschmiert. Die Farbe hatte sich im Laufe der Zeit an der Wetterseite aufgelöst und ließ sich zum Teil durch bloßes Abkehren entfernen. Ich habe die Farbe dann an der Seite vollständig abgenommen und die Fugen von Zement und Gips befreit. Im Anschluss habe ich das freigelegte Holz erst einmal mit Leinöl vorbehandelt (ich denke damit kann man nicht viel falsch machen).

Jetzt meine Fragen dazu: Wie lässt sich ein effektiver Wetterschutz für den Eckständer und die darunterliegende Schwellen (stehen leicht über) erzielen? Sollte ein Blech angebracht werden, dass die Konstruktion vor Regenwasser schützt oder sollte man die horizontalen Fugen lieber schließen (mit Altholz, Leinölkitt, Spritzkork oder etwas ganz anderes?) Ist die Wetterseite des Balkens ansonsten durch regelmäßige Behandlung mit Leinölfirnis- und Farbe ausreichend vor den Wettereinflüssen geschützt (immerhin besteht die jetztige Situation ja schon ca. 150 Jahre und das Holz ist noch in einer relativ guten Verfassung)?

Ich hoffe in konnte die Situation einigermaßen verständlich wiedergeben.

(Das angehängte Bild zeigt die Situation vor der Maßnahme, weitere Bilder folgen=


Beste Grüße und einen schönen Sonntag.
Dominik





Nachtrag Bild - Balken von Farbe, Gips und Zement befreit. Detail am Übergang Ständer/Schwelle



Eckständer schützen



Da der Balken ohnehin etwas zurücksteht könntest du ihn auch mit einem passenden dünnen Eichebrett abdecken.
Wenn das von der Oberfläche her ähnlich ist und genau eingepaßt wird sollte es kaum auffallen und kann leicht am Boden gestrichen und dann mit Edelstahlschrauben befestigt werden.
Schnitzereien vorher anfertigen.
Oben ggf ein schmales Brett oder Abtropfkante aus Kupferblech herstellen,
damit kein Wasser von oben zwischen Brett und Balken laufen kann
Als Farbe gibt's von Keim eine Holzfarbe, ansonsten Ottoson oder zB von Kreidezeit pigmentierte Hozlasur außen verwenden

Andreas Teich



Traufseitig



den Mulm von der Schwelle Abbeilen und Passstück einsetzen,gleiche Holzart ,am besten mit Altholz.

Giebelseitig könntest du Ständer z.B verschiefern ,so ,das die Schieferplatten den Feldstein mit überdecken,Detaillösung schräger Ständerkopf beachten.

Oder mal Dauerhaft über eine Vorhangfassade nachdenken.



Vielen Dank



für eure Vorschläge. Da alle Varianten darauf zielen, den Balken zu verkleiden, muss ich dafür wahrscheinlich erstmal mit dem Denkmalschutz Rücksprache halten. Die sind nämlich der Meinung, dass der Eckständer wohl der älteste Bestandteil des Hauses ist (so um 1600) und ein wichtiges Charakteristika.
Wäre eventuell auch eine praktikable Lösung denkbar, die den Eckständer irgendwie sichtbar belässt?



Ist das Holz weich oder morsch?



Ich habe das gerade mit meinem Balkenkopf verglichen und denke wenn das nach über 400 Jahren noch so gut aussieht, dauert es noch mal so lange bis der Balken so weit abgewittert ist dass sie statische Probleme bekommen. So lange das Wasser ablaufen kann und alles trocken ist, wird sich da nichts tun. Mein Eichenbalken sieht da bedeutend schlechter aus, aber der ist auch schon seit rund 300 Jahren dem Wetter ausgesetzt. Übrigens ist der Putz schon seit mindestens 40 Jahren an der Stelle und sitzt immer noch fest aus dem Holz.

Gut, wenn sie natürlich alles eben haben wollen kann man das mit einem Holzbrettchen verkleiden, aber ich wundere mich einen solchen Vorschlag hier zu lesen.

Viele Grüße



Giebelwand



Das passt nicht zusammen.
Dieser Ständer gehört da nicht hin, glaube ich. Die Giebelwand scheint mir auch nachträglich davorgestellt zu sein.
Ehe Sie weitermachen sollten Sie sich Klarheit über den aktuellen Zustand des Gebäudes verschaffen und auf dieser Grundlage weitere Sanierungsmaßnahmen planen.



Eckständer sollte..



Der Eckständer sollte sorgfältig vom alten Anstrich befreit werden.
Angeputzte / Verputzte Bereiche entfernen.
Morsche Stellen (oberflächlich) entfernen, durchgefaulte
Stellen mit Passstücken (Eiche, mind. abgelagert, besser
historisches,gesundes Holz)FACHGERECHT ausbessern.
Reparaturstellen darf man(auch im Denkmalschutz) ruhig sehen!!
Nachfolgend einen gewissenhaften Anstrich mit Leinöl
aufbringen, evtl. 1x roh, später 1x pigmentiert.


Mit freundlichen Grüßen

GFM-mbH



Das Holz



des Eckständers ist in einem besseren Zustand, als es die Bilder vielleicht nahelegen. Das kurze Schwellenstück an der Giebelseite müsste eventuell erneuert oder ergänzt werden. Es wurde bei dem Neubau des Giebels im 19. Jahrhundert anscheinend einfach abgesägt und hängt jetzt mehr locker als fest unter dem Eckständer. Laienfrage von mir (bitte nicht steinigen :-) ): Kann man das Holz einfach an den Zapfen des Eckbalken nageln? Und sollte die Gehrung zwischen den Schwellen geschlossen werden oder kann das so bleiben, da Vertikalfuge?
Ansonsten klingt die Vorgehensweise, die Heinrich geschildert hat am besten umsetzbar.



Eckständer



Wenn der abgesägte Teil locker ist wäre eine dauerhahfte Lösung ,Schwellenstück raus, Traufschwelle zurück schneiden ,mit einer traditionellen Verbindung versehen ,z.B Gerberstoß ,Hakenblatt ,neues Schwellenstück einpassen und der Ständer sitzt wieder vollflächig auf.

Dafür wirst du aber wohl einen Zimmerer brauchen.

An nageln geht garnicht!