Westseite Fachwerkhaus - tragender Querbalken morsch

19.05.2018 Johannes



Hallo,
habe ein 13 Jahre altes Fachwerkneubauhaus (Fichte). Bei der Ameisenbekämpfung fiel auf: der unterste querliegende Tragbalken ist an mehreren Stellen morsch/hohl. Alles voll Ameisen.
Ich vermute ein Feuchtigkeitsproblem an der Westseite.
Das Haus (1 Etage, normales Schrägdach) steht mit der Giebelseite nach Westen, ca. 20-(30) cm Dachüberstand, Giebel mit Lärche vertäfelt.
Mein Vermutung: Regenwasser läuft zwischen den Balken/Gefachen nach unten und staut sich auf dem untersten Querbalken, der jetzt morsch ist und den Ameisen eine ideales zu Hause bietet. Werde den Balken austauschen müssen:
Frage: Was muss ich an der Fassade zum Regenschutz tun, um das erneute Vermorschen zu verhindern?

Ich bin auf eure Tips gespannt. Grüße - Johannes



Hallo Johannes



Was steht den nun nach Westen ? Der verkleidete Giebel oder die morsche Traufseite ?
Oder ist die verkleidete Giebelseite morsch ?
In welcher Ausrichtung ist der befallene Schwellbalken ?
Wie weit ist er vom Erdreich entfernt ?
Hast du ein Bild des Balkens das ggf. auch die Sockelausführung und die Ausführung der Gefachausmauerung zeigt ?

Ameisen und Fachwerk sind keine Freunde.. Amaeisen schaffen bzw. vergrößern sich auch ihren Lebensraum. Ameisenbefall sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und ihn sofort bekämpfen. Ameisen können auch Auslöser von Schwammbefall sein.

Beste Grüße - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land



jetzt 2 Fotos - Übersicht der Westseite



Der verkleidete Giebel ist in Ordnung. Haus steht auf 1 m hoher Mauer /Streifenfundament.
Es geht um den untersten waagerechten Balken.



Morscher Balken - Nahaufnahme



Von Weitem alles o.k. Aber im Bereich der Kreidestriche (ca. 3x 1 Meter über die ganze Länge): beim Beklopfen hohl. Mehrere Holznägel (auf Bild angegeklebt) komplett aufgefressen. Dahinter alles morsch/hohl. Ich könnte jetzt zur besseren Darstellung die Außenseite an manchen Stellen abreißen, warte aber damit bis die Baufirma kommt.



Westen



Hallo Johannes
Es fällt auf, dass die Befallsstelle des Schwellholzes genau im Bereich der vertikalen Ständerfüße bzw. Streben liegt.
Hier ist erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass Wasser in die Zapfenlöcher läuft und sich dort wie in einer Badewanne ansammelt. Das führt infolge dann meist zu einem Befall des Schwellholzes durch holzzerstörende Pilze, dass dann wiederum für Ameisen nutzbar ist.
Hier bei uns in Franken wird die Westseite des Fachwerks daher meist verkleidet.

Gruß
Lutz



Schäden



zudem scheinen mir Ständer und Strebe etwas hinter den Schwellbalken zurückzuspringen, was zusätzlichen Wassereintritt ermöglicht. Da kann man mal sehen- und das nach nur 13 Jahren Standzeit. Es sollte ernsthaft über eine Verkleidung nachgedacht werden.



So sieht es aus



Ich sehe es leider genau wie Parisek und Pope. Beide haben absolut recht.
Außer das ich mich wundere, das Fichte KVH auf der Westseite, so verbaut, überhaupt so lange gehalten hat.
Für einen direkt bewitterten Einsatz ist Fichte ungeeignet.
Die komplette Verkleidung der Giebelseite, ähnlich wie bei der Giebelspitze bereits ausgeführt, sehe ich als einzige Chance dauerhaft eine sinnvolle Lösung zu schaffen. Länger halten, bei besserer Verbauung und wird ggf. Eiche oder Lärchenkernholz. Dabei würde ich aber auch eine regelmäßige Überwachung empfehlen. Dauerhaft Schadfrei bleiben auch dann die Gebinde nicht.

Alles gute für die Zukunft ihre Hauses - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land