Fliegende Insekten an der Aussenwand im Fachwerk

02.07.2008



Hallo,
Zu diesem Thema habe ich bereits Beiträge gefunden, leider
habe ich bisher keine Benennung dieses Insektes gefunden oder wie diese bekämpft wurden.
Es handelt sich um schwarze Ameisen-ähnliche Insekten mit Flügeln. Bei uns sind zwei unterschiedliche Grössen am Werk, aber es handelt sich glaube ich um dieselbe Art.
Das grosse Insekt ist ca. 10-12mm lang und die kleine Version ist ca. 5mm. Unterhalb der befallenen Stellen liegen viele kleine Holzmehlhäufchen an der Aussenwand. Die befallenen Stellen sind vorgeschädigt durch einen früheren, aber beendeten Befall, vermutlich vom Holzbock, es sind alte grosse Gänge und Löcher vorhanden. Das Bild habe ich aus einem früheren Forums-Beitag kopiert, da mir selbst keine anständige Aufnahme gelungen ist.
Hat jemand Hilfe für uns?





Hallo,

deine abgebildeten Insekten sind kleine Wespen (Art ist nicht so leicht bestimmbar anhand eines Fotos). Die nutzen sicherlich nur die alten Schlupflöcher des Hausbocks um dort ihre Larven abzusetzen. Da besteht also keine Gefahr für das Holz.

ABER: Da das Bild ja nicht von dir ist können deine Insekten natürlich auch eine Ameisenart sein. Google doch mal nach Lasius brunneus und hier vor allem nach Männchen und Weibchen der Art und vergleiche sie mit deinen. Allerdings müssten dir dann schon die Arbeiter (ohne Flügel) über den Weg gelaufen sein...

Schöne Grüße
Thomas K.



eher keine ameise



Also ich habe mal bei Lasius brunneus nachgegooglt. Das scheint mir nicht das richtige Insekt zu sein. Auch sind mir noch keinerlei laufende Insekten in der Nähe dieser befallenen Balken aufgefallen. Wie kann es sein - wenn es dann eine Wespe ist - dass diese das Fachwerk nicht schädigt? Wir haben wirklich viele, viele Holzmehlhäufchen am Boden. Ich habe jetzt noch ein Bild von einem anderen früheren Forums-Beitrag geladen. Die beiden Bilder scheinen mir - als Laie :-) - sehr dem Insekt zu entsprechen, das bei uns aktiv ist. Natürlich bin ich sehr erleichtert wenn es nicht schädigendes ist.
Angela





Hallo,

ohne ein Bild von deinen wirklichen Insekten kommen wir da nicht wirklich weiter. Die jetzt abgebildete Art hat ebenfalls mit einer Holzzerstörung nichts zu tun. Kannst du nicht ein Bild machen vom Befall und von den Insekten??

Zum Befall selber: Was für Holz ist befallen? Wie groß sind die Ausbohrlöcher? (Foto?).

Schöne Grüße
Thomas K.



werde fotos machen



O.K. dann hole ich mir eine Kamera mit Macro und werde diese dann hier zeigen.
Bis bald



Servus,



ich hatte bereits einen Bildkommentar verfaßt, bevor mir der Eintrag im Forum auffiel.

Die Photos sind wie gesagt sehr schlecht, deshalb wären bessere und vor Allem eigene wünschenswert.

Bereits jetzt kann aber mit großer Sicherheit gesagt werden, daß es sich hier um Grabwespen handelt. Vermutlich zwei verschiedene Arten, deren Bestimmung bei der Bildqualität fast unmöglich ist.

Keine Gefahr! Siehe mein Beitrag im Bildkommentar.

Gruß
Achim Hecke



Hier meine Fotos



Also hier meine Ergebnisse. ich habe auch ein Insekt mit dünnen gelben Streifen gefunden, die habe ich vorher noch gar nicht entdeckt. Vielen Dank schon mal für die hilfreiche Resonanz! Ich hoffe wirklich dass es unschädliche Wespen sind, dann fiele mir ein riesiger Stein vom Herzen! Das Inskt mit den Gelben Streifen sieht man an del Balken. Die Löcher sehen auch gar nicht so neu aus - auch das wohl ein gutes Zeichen ;-) Das kleine Insekt ist leider tot, aber die anderen habe ich so erwischt. Es erscheint hier nur ein Bild, aber in der Bilddatenbank sind 3 Bilder von mir. So also dann nochmal Danke





Hallo nochmal,

also ich halte das alles für völlig harmlose Solitär-Wespen, die einfach nur Brutstätten bei dir nutzen. Um ganz sicher zu gehen kannst du aber gerne deine Bilder hier rein stellen:
http://www.forum.hymis.de/ - Dort kann dir sicherlich jemand sagen was es genau ist (vielleicht bis zur Gattung).

Schöne Grüße
Thomas K.



Die gelb-schwarze Dame heißt nach meiner Einschätzung



"odynerus-spinipes" Eine Lehmwespenart die etwa 12 mm groß ist. Das würde zu Ihren Angaben passen.

Die Dame in schwarz ist leider schwer zu bestimmen. Aufgrund der prägnanten Körperform aber sicherlich als eine Grab-, Weg- oder Schlupfwespe einzustufen und damit für Ihre Hölzer ungefährlich.

In Kurzfassung:
Die in Ihren Balken schon von dem Holzbock o. ä. angelegten Röhren/Hohlräume werden gesäubert, mit einem mittels Stich gelähmten Beutetier bestückt(z. B. einer Raupe), und darauf wird ein Ei abgelegt. Die aus dem Ei schlüpfende Larve hat damit direkt einen gedeckten Tisch. Vom Holz will sie nichts wissen.

Viele Grüße
Achim Hecke



Aus meiner Sicht....



...handelt es sich bei dem Tierchen auch um eine (harmlose) Schlupfwespe. Kenne ich aus eigener Anschauung.

@Achim: Toller, informativer Beitrag! Klasse!

Gruß
Martin



Sägmehl



Ich bin zwar auch kein Profi dafür,
aber du hast die guten Helfer fotografiert.
Die Bösen sitzen wurmig im Holz.

Ich kenn diese Flieger vom Holzspalten.
Die machen immer alles sauber und sind sehr fleißig,
falls ich mal wurmiges Holz aufspalte.

Also besorg dir einen Profi um zu wissen warum es da so viel Nahrung gibt.
Wenn es geht nicht einen sogenannten Profi der nur Gift im Kopf hat, da gehn die Helfer auch kaputt.



Ein letzter Nachsatz:



Bei dem Exemplar in schwarz handelt es sich, nach dem was die Photos so hergeben, evtl. um "trypoxylon figulus". Eine Grabwespe, deren Größe mit 14 mm beschrieben wird.

Eine Anmerkung noch zum Jagdverhalten:
Die Beute wird stets erst nach Einrichtung/Bezug der Bruthöhle von außen eingebracht. Es gibt Unterschiede in der Eiablage. Manche Arten legen zuerst ihr Ei in der Höhle ab und kümmern sich danach um Beute. Die Grabwespen, welche über das höchstentwickelte Jagdverhalten verfügen, machen es umgekehrt. Sie legen zunächst die Brutstätte an, fliegen dann aus, um Beute zu beschaffen. Sobald ein Beutetier gefangen wurde (Raupen, Spinnen, Fliegen etc.) kehrt die Wespe damit zur Brutstätte zurück, wobei sie oft zunächst die gelähmte Beute erst nochmals draußen ablegt, um in der Bruthöhle "nach dem Rechten" zu sehen. Ist die Luft rein, wird das Beutetier in die Höhle geschleppt und dann ein Ei darauf abgelegt.

Wenn also in der Nachbarschaft gerade jemand "wurmstichiges" Holz hackt, dann werden sich die Wespen sicher gerne an dieser Tafel bedienen.

Viele Grüße
Achim Hecke



Wespen



Ich werde diese verschiedenen Wespen sehr genau im Auge behalten, bin jetzt aber erst mal sehr viel ruhiger. Altes wurmstichiges ,bzw. Feuerholz liegt bei uns und in der Umgebung genügend rum. Also Nahrung genug. Könnte mir vorstellen dass es sinnvoll wäre die Löcher zu schliessen, aber muss ja nicht jetzt sein wenn die guten Tiere drin sind. Solange sie nichts von unserem Fachwerk vertilgen bin ich doch sehr tolerant! Dankeschön für alle eure Antworten.
Angela
(so wird man/frau/bauherr auch noch zum Insektenbeobachter ;-) )